Namensweihe/Namensgebung

Die weltliche Taufe

Die Namensweihe möchte ebenso wie die christliche Taufe das Kind auf der Welt willkommen heißen. Sie wird daher vielfach als „weltliche Taufe“ bezeichnet und läuft ähnlich ab wie die religiöse Alternative. Eingeladen von den Eltern, die die Welt an ihrem großen Glück teilhaben lassen möchten, treffen sich die Familie und Freunde in einem festlichen Rahmen.

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Die weltliche Namensweihe ist eine Alternative zur christlichen Taufe. Sie bildet einen feierlichen Rahmen, um das Kind in der Gemeinschaft willkommen zu heißen und es bei seinen ersten Schritten im Leben zu begleiten.

 

Die Feier soll einen ersten Höhepunkt im Leben des Familienzuwachses markieren. Es gibt eine feierliche Ansprache. Es werden Gedichte und Fürbitten vorgetragen und gemeinsam Lieder gesungen. Zentraler Punkt der Feier ist die Namensgebung und die Einführung der Paten, die das Kind zusammen mit den Eltern und Großeltern mit Rat und Tat durchs Leben begleiten sollen. Während bei der christlichen Taufe nur jene Personen Paten werden dürfen, die entsprechend konfessionell gebunden sind, kann bei der Namensweihe wirklich jeder von den Eltern als Pate ausgesucht werden. Meist wählen die Eltern für ihr Kind sehr enge Freunde aus.

 

Warum Namensweihe feiern?

Die Namensweihe möchte dem Kind auch die ersten Schritte zu einer humanistischen Weltanschauung eröffnen, denn mit der Feier entscheiden sich die Eltern bewusst dafür, dem Kind alle Freiheiten offenzulassen. Es kann sich später selbst für oder gegen eine Religion entscheiden. Leider wurde die humanistische Grundhaltung der Namensweihe von der SED-Diktatur missbraucht. In der DDR sollte die Taufe durch die sozialistische Namensweihe ersetzt werden. Wie auch bei der Jugendweihe war mit den Feierlichkeiten ein klares Bekenntnis zum Sozialismus angedacht. Dadurch hat die Tradition der Namensweihe einen faden Beigeschmack bekommen und geriet mit dem Fall der Mauer zunächst etwas in Vergessenheit.

Doch Umfragen belegen, dass sich selbst konfessionslose Menschen eine Art von Aufnahmeritual für Babys analog zur Taufe wünschen – nur ohne religiösen oder kirchlichen Bezug und den daraus resultierenden Regularien. Bei der Taufe gibt es nämlich bereits dann Probleme, wenn die Eltern unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften angehören oder ein Elternteil konfessionslos ist.

 

 

Wo die Namensweihe feiern?

Während die christliche Taufe sehr ritualisiert ist, ist die Namensweihe nicht streng geordnet. Das zeigt sich allein schon bei der Bezeichnung, denn es gibt viele weitere Begriffe für das Veranstaltungsformat wie z. B. Namensgebung, Namensfeier, Geburtsfest oder humanistische Taufe.

Mehr Freiheiten als die christliche Taufe bietet die Namensweihe auch bei der Wahl des Feierortes. Sie darf zwar nicht in einer Kirche stattfinden, jedoch kann sie entweder in einem angemieteten Festsaal (z. B. von Standesämtern) aber genauso gut im eigenen Garten zelebriert werden. Das Feiern unter freiem Himmel symbolisiert Weltoffenheit und ist auch als Bekenntnis für die Verantwortung gegenüber der Natur zu verstehen. Die Namensweihe wird meist im ersten Lebensjahr gefeiert. Vielfach nutzen die Eltern direkt den sich durch die Namenswahl ergebenden Namenstag. Fällt der Namenstag des Kindes auf einen normalen Wochentag, so wählen die Eltern nicht selten das Wochenende davor oder danach für die Feierlichkeiten aus und laden die Festgesellschaft zur Namensgebung ein.

 

Feierstunde mit Ritual und Namensfeierbuch

Auch bei der Namensweihe bietet es sich an, die Feierstunde um ein Ritual bzw. einen symbolischen Akt zu planen. Hier können die Eltern wiederum selbst bestimmen, für was sie sich entscheiden. Für eine Feier in einem Festsaal bietet es sich beispielsweise an, eine Erinnerungskiste mit den Hand- und Fußabdrücken der Gäste zu gestalten. Bei einer Feier im eigenen Garten kann natürlich auch ein Lebensbaum gepflanzt werden.

Ganz typisch für die Namensfeier ist das sogenannte Namensfeierbuch. In ihm werden die Wünsche der Gäste für den kleinen Erdenbürger festgehalten. Das Namensbuch kann sehr individuell gestaltet werden. Deswegen gehört ein entsprechendes Blankobuch, aber auch bunte Stifte, Bastelmaterialien und verschiedene Papiere zur Ausstattung für die Namensweihe dazu.