Nabelschnurblutspende

Wenn Neugeborene Leben retten : Nabelschnurblutspende an eine öffentliche Nabelschnurblutbank

Neben dem Einlagern von Nabelschnurblut zur privaten Vorsorge können sich Eltern auch für die Nabelschnurblutspende an eine öffentliche Nabelschnurblutbank entscheiden. Kaum auf der Welt werden damit bereits Neugeborene zum Lebensretter und Superheld.

© Vitamin / pixabay.com

Die Nabelschnurblutspende an eine öffentliche Nabelschnurblutbank ist für die Eltern selbstverständlich kostenlos, für die Allgemeinheit aber keineswegs umsonst: Bereits mehreren Tausend Menschen konnte dank einer Spende der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut das Leben gerettet werden. Kaum auf der Welt, werden so Neugeborene bereits zum Superhelden.

 

Man muss jedoch wissen, dass man mit der Spende des Nabelschnurblutes alle Rechte an dem wertvollen Gut an die öffentliche Nabelschnurblutbank abtritt. Das heißt: Allein die Einrichtung bestimmt über die Verwendung des Nabelschnurblutes. Sowohl Eltern als auch das Kind selbst verlieren sämtliche Ansprüche auf eine Mitentscheidung. Obwohl es für die Praxis als sehr unwahrscheinlich gilt, kann es theoretisch sein, dass der Nachwuchs sehr dringend die Stammzellen seines eigenen Nabelschnurblutes benötigen würde. Ob das Stammzelldepot dann verfügbar ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen kann es sein, dass zuvor ein anderer Patient mit ähnlichen Gewebemerkmalen das Stammzelldepot als Transfusion bekommen hat. Auch ist es möglich, dass die Stammzellen gar nicht eingelagert wurden.

 

Wer entscheidet über die Verwendung des gespendeten Nabelschnurblutes?

Bei öffentlichen Nabelschnurblutbanken müssen die vorhandenen Gelder überlegt eingesetzt werden. Der Platz in den verfügbaren Kryotanks ist kostbar. Daher werden nur einhundert prozentig einwandfreie Stammzellspenden eingelagert. Gab es Komplikationen bei der Geburt oder Infektionen bei der Mutter wird eine Spende in der Regel von vornherein abgelehnt. Die angenommenen Spenden werden genauestens untersucht. Bei weitem nicht jedes Nabelschnurblut erfüllt die hohen Qualitätsanforderungen z. B. an die Zellzahl für eine Transplantation. Dieses Nabelschnurblut wird verworfen, d. h. es wird nicht dauerhaft eingefroren.
Die private Stammzellbank Vita 34 schätzt, dass am Ende nur knapp 35 Prozent des gespendeten Nabelschnurblutes bei den öffentlichen Blutbanken eingelagert wird.

In Deutschland erfahren die Eltern allerdings nicht, ob das gespendete Nabelschnurblut einem Menschen geholfen hat. Die Eltern haben theoretisch noch nicht einmal ein Recht darauf, zu erfahren, ob eine erfolgreiche Einlagerung möglich war. Dies ist übrigens auch ein häufig geäußerter Kritikpunkt am System der Nabelschnurblutspende.

 

Wo kann ich das Nabelschnurblut spenden?

Die Entnahme des Nabelschnurblutes für eine Spende ist nicht in allen Geburtskliniken möglich, denn die Klinik muss sich für das Thema engagieren und mit einer öffentlichen Nabelschnurblutbank kooperieren. Geschätzt die Hälfte aller Entbindungskliniken in Deutschland bietet daher diese Möglichkeit an.

Werdende Eltern müssen also bei der Wunschklinik direkt nachfragen, ob die Möglichkeit der Nabelschnurblutspende an eine öffentliche Nabelschnurblutbank hier besteht. Alternativ kann man natürlich auch bei den öffentlichen Nabelschnurblutbanken nachfragen, mit welchen Kliniken Kooperationen abgeschlossen wurden.

 

Kosten der Nabelschnurblutspende an eine öffentliche Nabelschnurblutbank

Der Vorteil, der schon viele Eltern überzeugte: Das Baby tut nicht nur etwas Gutes für die Allgemeinheit. Die Nabelschnurblutspende ist darüber hinaus auch kostenlos, aber eben keinesfalls umsonst, denn bereits mehrere Tausend Menschenleben konnten so schon gerettet werden. Bei der Spende des Nabelschnurblutes fallen keinerlei Unkosten für die Eltern an. Die Kosten werden von der öffentlichen Nabelschnurblutbank bzw. den beteiligten Kliniken getragen. Der Preis für die Einlagerung wird den Eltern also nicht in Rechnung gestellt. Die Refinanzierung erfolgt beispielsweise durch Spendengelder. Auch erhalten die Institutionen für abgegebene Stammzelltransplantate von den Krankenkassen eine Aufwandsentschädigung.

 

Für die Forschung – die Alternative zur Nabelschnurblutspende an eine öffentliche Nabelschnurblutbank

Neben der Nabelschnurblutspende an eine öffentliche Nabelschnurblutbank gibt es noch eine zweite Möglichkeit der Spende. Man kann das Nabelschnurblut auch direkt an Forschungseinrichtungen spenden und so einen Beitrag zum medizinischen Fortschritt leisten. Bereits heute werden beispielsweise viele Medikamente an aus Stammzellen gezüchteten Geweben getestet und damit viele Tierversuche eingespart. Die Stammzellen aus dem gespendeten Nabelschnurblut kommen dann sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der Anwendungsforschung zum Einsatz.

 

Öffentliche Nabelschnurblutbanken: Angebote für die Nabelschnurblutspende

 

DKMS Nabelschnurblutbank gGmbH

Enderstr. 94, Haus C

01277 Dresden

Telefon: 0351 – 25 09 66 0

 

 

Deutsche Nabelschnurblutbank (NKR)

Berckhusenstraße 150

30625 Hannover

Telefon: 0511 – 89 88 88 0

 

 

Universitätsklinikum Düsseldorf / José Carreras Stammzellbank

Moorenstrasse 5

40225 Düsseldorf

Telefon: 0211 – 81 04 34 3

 

 

Universitätsklinikum Erlangen

Transfusionsmedizinische und Hämostaseologische Abteilung

Krankenhausstraße 12

91054 Erlangen

Telefon: 09131 – 85 36 97 2

 

 

Nabelschnurblutbank Freiburg

Medizinische Universitätsklinik

Hugstetterstr. 55

79106 Freiburg

Telefon: 0761 – 27 03 49 5

 

 

Deutsche Stammzellspenderdatei Nabelschnurblut (DSSD)

Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie

DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen gGmbH

Friedrich-Ebert-Straße 107

68167 Mannheim

Telefon: 0621 – 37 06 0

 

 

Nabelschnurblutbank der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern

Robert-Koch-Allee 7

82131 Gauting bei München

Telefon: 089 – 89 32 66 28

Disclaimer
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