Nabelschnurblut: Kosten & Preise

Was kostet die Nabelschnurblut-Einlagerung?

Die privaten Nabelschnurblutbanken verkaufen ihre Leistungen als Investitionen in die Zukunft. Und wie alle Investitionen ist auch die Einlagerung von Nabelschnurblut nicht zum Nulltarif zu haben. Doch was beinhaltet der Service genau? Wie erklären sich die Kosten und Preise für die private Nabelschnurblut-Einlagerung? Die Redaktion von familien-gesundheit.de schaut etwas genauer hin.

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Im Gegensatz zur öffentlichen Spende ist die private Einlagerung von Stammzellen aus der Nabelschnur nicht kostenlos. Auf welche Kosten und Preise Sie sich als Eltern einstellen müssen, erfahren Sie hier.

 

Wie arbeiten private Nabelschnurblutbanken?

Die privaten Nabelschnurblutbanken unterliegen der Aufsicht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel ist es auch für die Bewertung von monoklonalen Antikörpern, Arzneimitteln aus Blut sowie für neuartige Therapien zuständig. Unter dem letzten Punkt sind unter anderem somatische Zelltherapeutika, Gentherapeutika und Tissue Engineering-Produkte zu verstehen. Diese drei großen Anwendungsgebiete werden sich langfristig auch als Anwendungsmöglichkeiten der Stammzellen aus der Nabelschnur etablieren.

Beim PEI müssen alle Unternehmen oder deren Partner die Zulassung für die eigenen Nabelschnurblutpräparate beantragen. Nach eingehender Prüfung erteilt das Paul-Ehrlich-Institut die Erlaubnis. Dieses Vorgehen stellt eine hohe Qualität aller Nabelschnurblutpräparate in Deutschland sicher. Trotzdem gibt es bei den Nabelschnurblutbanken Unterschiede. Überspitzt formuliert lässt sich nämlich die These aufstellen: „Für die Zukunft Nabelschnurblut einfrieren ist ziemlich simpel. Das kann beinahe jeder. Aber wer kann heute schon Nabelschnurblut einsetzen?“

Und genau bei den Anwendungen wird ein Vergleich im Hinblick auf Kosten und Preise der Nabelschnurblut-Einlagerung interessant. Die Kosten für Personal, Logistik wie Transport, Entnahme und Aufbereitung aber auch das Kryokonservieren sind Fixkosten. Hier kann kein Anbieter groß sparen: Der Eilkurier will bezahlt sein. Das eigene Personal sowie das für die Entnahme zuständige Klinikpersonal muss regelmäßig geschult werden. Und der Kryotank ist eine Spezialanfertigung aus Edelstahl. Er benötigt außerdem einen bestimmten Füllstand und damit Nachschub an flüssigem Stickstoff.

 

Einsparpotenzial für Kosten & Preise bei den privaten Nabelschnurblutbanken

Einsparpotenzial gibt es dagegen sowohl bei den Marketingaktivitäten als auch bei der Unterstützung der Forschung.

Beim Marketing können die Anbieter allerdings auch nur bedingt sparen, schließlich müssen sie die breite Öffentlichkeit mit dem doch sehr erklärungsbedürftigen Thema erreichen, um ihr Produkt an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Demnach ist keine Werbung für die Nabelschnurblutbanken eigentlich auch keine Lösung. Möchte eine Nabelschnurblutbank etwas preiswerter davon kommen, konzentriert sie sich voll und ganz auf die Online-Werbung. Publikationen im Printbereich dagegen sind teurer. Sie werden jedoch auch in den Wartezimmern und Praxen von Ärzten und Hebammen gelesen.

Bleibt also nur die Forschung. Diese ist – egal ob Grundlagenforschung oder Anwendungsforschung – kostenintensiv und zeitaufwändig. Doch nur durch die Forschung lassen sich wertvolle Erfahrungen sammeln und Prozesse stetig weiter optimieren. Als Faustregel gilt daher: Ohne Forschung kein Erkenntnisgewinn. Das Know-how und die Erfahrung einer Nabelschnurblutbank kommt im Ernstfall direkt dem Patienten zu gute. Nicht alle Nabelschnurblutbanken sind so ausgestattet, dass in jeder Klinik eine Transplantation möglich wäre. Einige Anbieter sind auf das Wissen und das Equipment etablierter Transplantationszentren angewiesen. Doch was passiert, wenn der Patient in einem kleinen, regionalen Krankenhaus auf seine Behandlung wartet? Das Bereithalten einer anwendungsorientierten, überall einsetzbaren Infrastruktur mit einem mobilen Einsatzteam als Ansprechpartner und Experten für die Mediziner vor Ort, transportablen Werkbänken, einem portablen Kryotank und dergleichen mehr verursacht natürlich Kosten. Diese Kosten werden am Ende auf das Produkt umgelegt und damit von den Kunden getragen.

Der Volksmund sagt natürlich zu recht, dass Teures nicht zwangsweise gut und Billiges nicht immer schlecht sein muss. Bei einem solch wertvollen Gut wie einer langfristigen Gesundheitsvorsorge lohnt es sich, genau hinzusehen und die Entscheidung nicht ausschließlich vom Preisvergleich abhängig zu machen.

 

Laufzeiten und Zusatzoptionen haben direkten Einfluss auf Preise: relative Kosten vs. absolute Kosten

Der Endpreis für die private Nabelschnurblut-Einlagerung ist natürlich auch von anderen Faktoren abhängig: In erster Linie von der vom Kunden gewählten Einlagerungsdauer. So ist die Einlagerung mit einer Laufzeit von 50 Jahren natürlich teurer als eine Laufzeit von lediglich 25 Jahren – zumindest wenn man die absoluten Preise betrachtet. Um die Kosten besser miteinander vergleichen zu können, hilft Trick 17: Der Blick auf die relativen Preise. Eltern sollten einfach alle Kosten auf einen einzelnen Monat herunterbrechen. Selbst bei einem Premium-Anbieter wie Vita 34 und dem Premiumprodukt VitaPlusNabelschnur, d. h. Einlagerung von Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe, kommt man bei einer Laufzeit von 50 Jahren auf nicht einmal 10 € pro Monat.

Für einen ersten Vergleich hat die Redaktion von familien-gesundheit.de drei Produkte der drei großen privaten Nabelschnurblutbanken herausgesucht und die relativen Kosten den absoluten Preisen gegenüber gestellt. Ganz ideal lassen sich die Angebote nicht miteinander vergleichen, da Seracell kein Produkt mit einer Laufzeit von 25 Jahren anbietet.

 

  Vita 34 Seracell Eticur
Produkt VitaPlus25 Seracell Pro 20 Eticur Premium 25
Leistung Einlagerung von Nabelschnurblut Einlagerung von Nabelschnurblut Einlagerung von Nabelschnurblut
Laufzeit 25 Jahre 20 Jahre 25 Jahre
Anzahl der Monate 300 240 300
Paketpreis 2.595,00 EUR 1.390,00 EUR 2595,00 EUR
Absoluter Preis (Gesamtkosten) 2.595,00 EUR 1.390,00 EUR 2595,00 EUR
Relativer Preis (Kosten pro Monat) 8,65 EUR 5,75 EUR 8,65 EUR

Stand der Angaben: Dezember 2016

 

Finanzierung der privaten Nabelschnurblut-Einlagerung

Die Rechnung für die Einmalzahlung und damit die absoluten Kosten kann nicht jede Familie direkt aus der Portokasse begleichen. Das wissen natürlich auch die Nabelschnurblutbanken. Viele bieten daher individuelle Finanzierungsmöglichkeiten mit Laufzeitstaffelungen und günstigen Zinsen an. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, ein individuelles Angebot anzufragen und dieses mit den Kreditangeboten anderer Anbieter zu vergleichen. Dank der diversen Kredit-und Darlehensrechner im Internet ist dies zum Glück kein großer Aufwand mehr.

Auch sind mittlerweile Geschenke zur Geburt bzw. zur Baby-Shower-Party fast zur festen Tradition geworden. Viele Eltern tun sich mit der Äußerung eines konkreten Wunsches schwer, wurden doch bereits viele Anschaffungen mit der Baby-Erstausstattung besorgt. Deswegen könnte man den Anlass nutzen und mit dem Hinweis auf den geplanten Verwendungszweck gezielt um eine kleine Finanzspritze bitten.

 

Kostenlose Alternative zum Einlagern des Nabelschnurblutes

Gibt es Alternativen zur kostenintensiven privaten Vorsorge? Die Antwort lautet: „Ja“. Es gibt die öffentliche Nabelschnurblutspende an eine öffentliche Nabelschnurblutbank. Diese ist kostenlos, aber keinesfalls umsonst, denn mit dem gespendeten Nabelschnurblut werden heute schon Leben gerettet.

Egal, wie Sie sich entscheiden: Ob für die private Einlagerung des Nabelschnurblutes oder die öffentliche Spende entscheiden, informieren Sie sich über die jeweiligen Vor- und Nachteile. Vergleichen Sie die Angebote der Anbieter untereinander. Sie finden bei familien-gesundheit.de weitere Artikel zu diesem Thema:

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