Nabelschnurblut-Globuli

Sanfte Medizin aus Nabelschnurblut

Was die Stammzellen für Schulmediziner sind, sind Globuli für Alternativmediziner: Wahre Alleskönner. Nicht wenige ganzheitlich arbeitende Hebammen und Frauenärzte schwören auf die sogenannten „Muttermittel“ wie z. B. Nabelschnurblut-Globuli.

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Die sanfte Medizin bietet Alternativen zur Schulmedizin. In ihrer ganzheitlichen Herangehensweise setzt die Homöopathie auf die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers. Nabelschnurblut-Globuli werden als Muttermittel und Stärkungsmittel bezeichnet.

 

Auf Globuli schwören viele Homöopathen. Sie zählen neben Salben und Auszügen zu den homöopathischen Arzneimitteln. Bei Globuli handelt es sich um kleine, weiße Streukügelchen aus Zucker. Sie sind meist Stecknadelkopf groß und werden in Röhrchen oder dunklen Schraubgläsern aufbewahrt. Die Streukügelchen sind Ausgangsmaterial für eine Reihe von individuellen, homöopathischen Arzneimitteln, denn als Trägersubstanz können sie mit eigens für den Patienten hergestellten Tinkturen benetzt werden. Die Globuli müssen anschließend trocknen und stehen dann für homöopathische Anwendungen zur Verfügung.

Da viele Menschen glauben, dass viel Medizin auch viel Wirkung zeigt, kommen ihnen Globuli entgegen. Anders als bei Tabletten können hier 20 bis 50 Stück täglich eingenommen werden, ohne dass mit ernsthaften Nebenwirkungen gerechnet werden müsste. Einzige Ausnahme hierbei: Die Einnahme von verdünnten Giftstoffe in sehr niedrigen Potenzen –beispielsweise D4 oder C2 bei Arsenicum Album (Weißes Arsen), Quecksilber oder Belladonna (Tollkirsche). Da sich manche Gifte im Körper anreichern, kann es hier bei längerer Einnahme durchaus zu Vergiftungssymptomen kommen. Aber normalerweise stellen fünf Globuli pro Stunde für Erwachsene und ein bis zwei Globuli pro Stunde bei Kindern bei starken Beschwerden keine Überdosierung dar.

Auch Schwangere und stillende Mütter können Globuli verwenden, ohne dass sie ihr Baby einem Risiko aussetzen würden. Im Rahmen der sanften Medizin setzen viele Gynäkologen und Hebammen nicht nur auf Entspannung durch Akkupunktur sondern auch auf Kräutertees und natürlich die homöopathischen Globuli.

Direkt nach der Geburt besteht eine einmalige Chance. Aus der Nabelschnur und dem Nabelschnurblut Neugeborener lassen sich nicht nur neonatale Stammzellen gewinnen sondern auch Tinkturen für Globuli –die sogenannten Nabelschnurblutnosoden bzw. Nabelschnurnosoden. Sie basieren auf dem Konzept der Homöopathie

 

Der Weg der Nabelschnurblut-Globuli

Zunächst müssen sich werdende Eltern im Internet informieren. Eine Suche nach „Nabelschnurblut Globuli“ fördert etliche Treffer zu Tage. Meist haben sich Apotheken auf die Herstellung der homöopathischen Arzneimittel spezialisiert.

Haben sich die Eltern für einen Anbieter von Nabelschnurblut-Globuli bzw. Nabelschnurnosoden entschieden, müssen sie sich mit ihm in Verbindung setzen. Der Anbieter wird den Eltern ähnlich wie die Nabelschnurblutbanken das Entnahme-Set schicken. Es handelt sich dabei jedoch in der Regel nicht um ein großes Paket sondern lediglich um ein kleines Röhrchen samt gepolstertem Briefumschlag für die Rücksendung. Das Entnahmeset ist in die Entbindungsklinik mitzunehmen und bei der Ankunft im Kreißsaal abzugeben. Je nach Auftrag wird die Hebamme nach der Geburt wenige Tropfen Nabelschnurblut auffangen und/oder ein kleines Stück Nabelschnur abtrennen. Nach ordnungsgemäßer Verpackung macht sich die Fracht per Eilbrief auf den Weg zurück zum Anbieter. Dort beginnt die Aufbereitung und Weiterverarbeitung zum homöopathischen Arzneimittel.

 

Die Potenzierung des Nabelschnurblutes

Zur Herstellung einer Dilution – das ist der Ausgangsstoff, mit dem die Globuli imprägniert werden – reicht im Normalfall ein Tropfen Nabelschnurblut aus. Dieser Tropfen wird gemäß den Anleitungen des Homöopathischen Arzneimittelbuches (HAB) mit reinem Alkohol, also Ethanol, gemischt. Der Fachmann spricht dabei vom Vorgang des „Potenzierens“. Er beschreibt nichts anderes als das vorliegende Mischverhältnis von Ausgangsstoff und Verdünnungsmedium. Hier unterscheidet man in der Homöopathie grundsätzlich zwischen C- und D-Potenzen. Bei den D-Potenzen liegt das Mischverhältnis bei 1 : 10. Bei den C-Potenzen bei 1 : 100.

Um beispielsweise zur D1 Potenz zu kommen, wird ein Tropfen Nabelschnurblut mit 10 Tropfen Ethanol vermischt. Die entstandene Lösung muss im Anschluss mindestens zehnmal geschüttelt werden. Damit ist die Urtinktur, also die Dilution, fertig. Um an die D2-Potenz zu gelangen, wird erneut ein Tropfen der D1 Potenz mit 9 Tropfen Ethanol vermischt und wiederum mindestens zehnmal geschüttelt. Gleiches wiederholt sich für die D3 Potenz und so weiter.

Nach den Überzeugungen des Gründungsvaters der Homöopathie, Samuel Hahnemann, sollen durch das Potenzieren die unerwünschten Nebenwirkungen minimiert, die erwünschten Wirkungen der Substanz jedoch erhalten bleiben, ja sogar noch verstärkt werden.

 

Anwendung der Nabelschnurblut-Globuli

Die Nabelschnurblut-Globuli können bei vielen kleineren Beschwerden nach der Geburt und während der ersten Lebensjahre direkt zum Einsatz kommen. Die Erfahrungsberichte reichen von Blähungen und Koliken über Neugeborenenakne bis hin zu Wachstums- und Entwicklungsschüben. Hier sollen die Globuli bei der Mutter die Produktion der Muttermilch anregen, sodass das problematische „Nicht-Satt-Werden“ gar nicht erst eintritt. Der Mutter können die Globuli bei Zyklusstörungen, Stress und Schlafproblemen helfen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten können durch die gute Verträglichkeit vorsichtig selbst ausprobiert werden. Traditionell gelten auch Nabelschnurblut-Globuli ähnlich wie die Plazentanosoden als Stärkungsmittel. Sie sollen die Selbstheilungskräfte positiv beeinflussen.

Sollten die Beschwerden allerdings nach wenigen Tagen nicht abgeklungen sein oder sich sogar weiter verschlechtern, so muss die homöopathische Selbsttherapie abgebrochen und ein Arzt konsultiert werden.

Disclaimer
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