Mit Diabetes aufs Oktoberfest

Ausgelassen feiern trotz Zuckerkrankheit

Wenn es wieder heißt „O‘zapft is“ ist Partymachen auf Volkfesten wie dem Münchner Oktoberfest angesagt. Wiesn Zeit bedeutet: Gute Stimmung, tolle Musik und nette Leute treffen. Diabetes-Patienten wollen sich von ihrer Autoimmunkrankheit den Spaß nicht verderben lassen. Müssen Sie auch nicht, denn wenn Sie ein paar einfache Regeln befolgen, können Sie vollkommen sorglos feiern gehen.

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Eine unbeschwerte Zeit auf dem Oktoberfest können auch Diabetes-Patienten erleben. Wenn sie für wenige Stunden die Zuckerkrankheit einmal nicht die Hauptrolle im Leben spielt, tut diese Auszeit Körper und Seele einfach gut.

 

Auf dem Oktoberfest lauern Kalorienfallen

Eine typische Oktoberfest-Mahlzeit ist kalorientechnisch schon der Hammer: Schweinebraten mit Knödeln, die Brezel mit Obazda und eine Maß Bier sind eine beliebte Zusammenstellung auf dem Volksfest. Sie bringen einige Kalorien auf die Waage. Auch Diabetes-Patienten dürfen durchaus genussvoll schlemmen. Sie müssen nur noch mehr Maß als andere halten.

Ernährungsberater sehen den Volksfest-Besuch für Diabetiker gelassen. Sie betonen jedoch, dass es wichtig sei, dass im Alltag konsequent auf die optimale Ernährung geachtet wird. Dann seien auch Ausnahmen drin. Der Psyche tut so eine kleine Auszeit von der Krankheit eh gut.

 

Mit gesünderen Alternativen Kalorien sparen

Wer bewusst schlemmt und genießt, kann Fette und Kohlenhydrate übrigens ganz leicht einsparen. Anstelle des deftigen Schweinebratens einfach bei den Rippchen mit Kraut zugreifen. Die Gemüsebeilage sorgt für ein schnelleres und längeres Sättigungsgefühl. Die Strategie hat einen weiteren Vorteil: Nach der Wiesn-Saison zwickt der Hosenbund nicht. Bei Fisch darf gern gesündigt werden, denn sowohl ein Fischbrötchen als auch eine gebratene Makrele oder eine geräucherte Forelle enthalten viele wertvolle, ungesättigte Fette. Vor allem das Omega-3-Fettsäuren sind gut für das Nervensystem. Und anstatt der gebrannten Mandeln empfiehlt sich ein glasierter Apfel.

Auch auf dem Oktoberfest gilt: Information ist alles. Wer ungefähr weiß, wie viele Kohlenhydrate in einzelnen Gerichten stecken, weiß auch, wie er den Blutzucker einstellen muss. So entspricht beispielsweise eine große Laugenbreze rund sieben Broteinheiten.

 

Auf dem Oktoberfest häufiger den Blutzucker messen

Müssen Diabetes-Patienten Insulin spritzen, so empfehlen Experten, bereits vor dem Besuch des Oktoberfestes den Blutzucker zu bestimmen und während der Wiesn öfters den Glucosespiegel zu überwachen. Wer öfters misst, erlebt keine bösen Überraschungen. Er kann schnell reagieren, wenn eine Entgleisung der Werte droht. Sowohl Überzucker (Hyperglykämie) als auch Unterzucker (Hypoglykämie) können die Wiesn-Party verderben.

Ein Bummel über das Festgelände verbrennt Kalorien und hilft dabei, Blutzuckeranstiege zu vermeiden. Daher sollten Diabetes-Patienten nicht nur im Festzelt sitzen, sondern aktiv die Gelegenheit ergreifen, sich die Füße bei einem Spaziergang zu vertreten.

 

Vorsicht beim Alkohol

Vorsicht sollten Diabetes-Patienten beim Alkohol-Konsum walten lassen, denn zu viel Alkohol kann zur Unterzuckerung führen. Der Körper baut über Stunden hinweg den Alkohol ab. Bei diesem Prozess wird jedoch die Abgabe von Glukose ins Blut gehemmt, weil die Leber mit dem Alkoholabbau beschäftigt ist. Der Blutzucker kann daher sehr stark abfallen. Trinken Diabetes-Patienten abends Bier oder Wein, kann nachts eine Unterzuckerung im Schlaf auftreten. Hier kann sogar Lebensgefahr bestehen, denn der Alkohol trübt darüberhinaus die Sinne. Schnell werden typische Warnzeichen wie Zittern oder Schwitzen übersehen bzw. dem Alkoholkonsum zugeschrieben.

Experten empfehlen daher neben dem häufigeren Messen der Blutzuckerwerte auch noch einen zweiten Kniff: Trinken Diabetes-Patienten auf dem Oktoberfest Alkohol, sollten sie mit etwas höheren Blutzuckerwerten als üblich ins Bett gehen. So lässt sich eine Unterzuckerung vermeiden. Beträgt der Blutzucker-Wert vor dem Einschlafen üblicherweise 140 mg/dl, so sollte er nach einer Maß Bier besser bei 180 mg/dl liegen. Diabetiker sollten jedoch mit ihrem Arzt darüber sprechen, wie die Blutzuckerwerte und die Insulintherapie bei dem Genuss von Alkohol angepasst werden müssen.

Für Diabetiker empfiehlt es sich, auf dem Oktoberfest statt zur Maß Bier zur Maß Radler zu greifen. Die Mischung aus Bier und Limo spart nicht nur Kalorien, sondern enthält auch weniger Alkohol. Wer ganz ohne Alkohol auskommt, dem sei rein kalorientechnisch ein alkoholfreies Bier empfohlen. Es hat nur 250 Kilokalorien.

In diesem Sinne: Ein Prosit auf die Gemütlichkeit! Einem schönen und unvergesslichen Volksfestbesuch auf der Wiesn steht auch bei Diabetikern nichts im Weg.

 

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