Mischkultur im Gemüsegarten

Dank guter Nachbarschaft: Hochkonjunktur für eigenes Gemüse

Eigenes Gemüse und Obst anzubauen, ist derzeit beliebter denn je. Es spart zugleich Geld, macht Freude und schmeckt auch noch hervorragend. Außerdem wissen Sie genau, was Sie essen, denn Sie entscheiden selbst über den Einsatz von Dünger und  Chemie.

Ganz gleich ob im Kübel, im Beet oder im eigenen Gemüsegarten: Mit ein paar einfachen Regeln, können Sie die Erträge verbessern, die Zahl der Schädlinge gering halten und sich Arbeit ersparen. Wie das? Das Zauberwort heißt „Mischkultur“, bei der Sie die richtigen Pflanzen nebeneinandersetzen! Lesen Sie hier, welche Sorten gut zueinander passen und welche Sie lieber nicht nebeneinanderpflanzen sollten.

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Es darf im Gemüsebeet gern wild und vielgestaltig zugehen – allerdings mit System, denn dank Mischkultur fördern Sie die gute Nachbarschaft zwischen einzelnen Gemüsesorten und vermeiden Ernteeinbußen.

 

Was ist Mischkultur und warum ist sie sinnvoll?

Werden gleichzeitig verschiedene Nutzpflanzen in einem Beet oder Kübel dicht beieinander gepflanzt, spricht man von einer Mischkultur. Je nach Sorten kommen verschiedene Varianten in Frage: Etagenkulturen (hohe Pflanzen neben niedrigen Pflanzen), eine Untersaat (gleichzeitiges Säen zweier unterschiedlich schnell wachsender Pflanzenarten) oder das Nebeneinander von Pflanzen in Form von abwechselnden Zwischenpflanzungen, Randbepflanzung oder einfacher Reihenpflanzung.

Die richtige Nachbarschaft im Gemüsebeet hält Schädlinge fern und verbessert die Pflanzenqualität. Zusätzlich werden die Beete beschattet, sodass der Boden nicht so schnell austrocknet. Die Symbiose mancher Pflanzen verhindert das Keimen von Pilzsporen, sodass schädliche Pilze gar nicht erst wachsen. Umgekehrt können Sie durch das falsche Zusammenstellen von Pflanzen auch ihren Wuchs hemmen und den Ertrag mindern.

 

Welches Gemüse passt zusammen?

Verschiedene Faktoren entscheiden darüber, welche Gemüsesorten gut zusammenpassen und welche nicht: der Platzbedarf, der Nährstoffbedarf, Duft oder Wurzelausscheidungen. Bestimmte Gewürze vertreiben mit ihrem Duft Schädlinge an anderen Pflanzen. Ein ideales Beispiel hierfür sind Kartoffeln und Kümmel. Petersilie oder Schnittlauch zwischen Möhren gepflanzt, vertreibt die Möhrenfliege. Knoblauch vertreibt die Erdbeermilbe. Darüber hinaus tötet Knoblauch einige Pilze und Bakterien ab. Gegen Nematoden helfen Kamille oder Ringelblumen, und Basilikum verringert den Mehltaubefall von Tomaten, Gurken und Kohl und schützt vor weißen Fliegen. Auch sonst gibt es viele Kräuter, die auch im Gemüsegarten ihre Wirkung entfalten: Bohnenkraut zwischen Bohnen hält die schwarze Bohnenlaus fern und fördert das Wachstum der Bohnen, Dill fördert die Keimfähigkeit von Möhren und Roter Beete. Eberraute oder Pfefferminze vertreiben den Kohlweißling aus dem Kohl, Rettich die Lauchmotte aus dem Porree …

Als Faustregel können Sie sich merken, dass „gegensätzliche“ Gemüsesorten gut zueinander passen: Sorten, die über der Erde reifen, harmonieren mit Sorten, die unterirdisch Früchte bilden. Tiefwurzler stehen gut neben Flachwurzlern, Starkzehrer neben Schwachzehrern.

 

Was passt nicht zusammen?

Nehmen sich Pflanzen gegenseitig den Platz, das Licht oder die Nährstoffe weg, schränken sie sich gegenseitig ein. Generell nicht gut vertragen sich Kreuzblütler untereinander, genauso wie Hülsenfrüchte und Doldenblütler.

  • Kreuzblütler sind z.B.: Kohlsorten wie Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Rosenkohl, Grünkohl, Wirsing, Kopfkohl, aber auch Kohlrabi, Kresse, Mairübchen, Radieschen, Rettich, Rucola
  • Hülsenfrüchte sind z.B.: Bohnen, Erbsen, Linsen, Puffbohnen, Wicken
  • Doldenblütler sind z.B.: Dill, Fenchel, Kerbel, Kümmel, Liebstöckel, Möhren, Pastinaken, Petersilie, Sellerie

So sind ungünstige Kombinationen beispielsweise verschiedene Kohlsorten nebeneinander oder Bohnen und Erbsen in einem Topf. Auch Erdbeeren und Kohl passen nicht nebeneinander, Möhren und Rote Beete, Kopfsalat und Petersilie, Rettich und Gurken, Spinat und Blumenkohl sind Beispiele für nicht geeignete Kombinationen. Übrigens gilt das auch saisonübergreifend: Bohnen und Erbsen gedeihen nacheinander an derselben Stelle genauso wenig  wie Spinat und Blumenkohl oder Mais und Zwiebeln. Auch Gurken sollten nicht nach Möhren oder Kartoffeln gepflanzt werden.

 

Noch ein paar Tipps rund um das Gemüsebeet

  • Manche Pflanzen eignen sich auch besonders gut als Beeteinfassung. So ist Borretsch ein idealer Lockvogel für Bestäuber. Lavendel als Umrandung ist nicht nur schön und duftend, sondern auch nützlich gegen Mehltau und Blattläuse. Kapuzinerkresse wiederum zieht Blattläuse an – und damit von Gemüsepflanzen ab: Ausgezeichnet für langsam wachsende Gemüsesorten.
  • Ziehen Sie Sämlinge vor. Das macht zwar Arbeit, aber Sie können früher ernten.
  • Lassen Sie sich von zu vielen Tipps und möglicherweise auch widersprüchlichen Angaben nicht aus dem Konzept bringen. Böden und Standorte sind unterschiedlich, und mit ein wenig Mut zum Experimentieren klappt es sicher!
  • Führen Sie ein kleines Gartentagebuch, indem Sie Versuche, Erfolge und Misserfolge dokumentieren. Auf diese Erfahrungen können Sie dann in der nächsten Pflanzsaison zurückgreifen.