Toxoplasmose

Toxoplasmose: Definition, Ursachen Symptome, Behandlung & Therapie

Eine Vielzahl von Parasiten ist für den Menschen weitgehend ungefährlich, da unser Immunsystem die Infektion abwehren kann. Einer dieser Parasiten ist Toxoplasma gondii, der Auslöser der Toxoplasmose. Diese Krankheit verläuft bei Menschen mit einer gesunden Immunabwehr meist beschwerdefrei oder äußert sich höchstens in grippeähnlichen Symptomen. Bei Betroffenen mit geschwächtem Immunsystem oder Schwangeren kann der Erreger jedoch gefährlich sein.

 

Definition: Was ist Toxoplasmose?

Bei einer Toxoplasmose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii hervorgerufen wird. Die Erkrankung befällt in der Regel nur Katzen. Der Mensch stellt für gewöhnlich nur einen Zwischenwirt dar. Bei Infizierten mit geschwächtem Immunsystem und Schwangeren kann eine Toxoplasmose jedoch schwerwiegende Folgen haben und sich in teilweise lebensbedrohlichen Symptomen äußern.

 

Ursachen & Symptome einer Toxoplasmose

Ausgelöst wird Toxoplasmose durch den protozooischen Parasiten Toxoplasma gondii. Die Infektion beim Menschen erfolgt für gewöhnlich über verunreinigte, ungenügend erhitzte oder rohe Fleisch- und Wurstwaren, da auch andere Säugetiere wie Schweine, Rinder oder Ziegen dem Parasiten als Zwischenwirt dienen. Auch in Bodennähe wachsendes Obst und Gemüse kann mit Toxoplasmen-Eiern verunreinigt sein, etwa durch Katzenkot. Des Weiteren ist eine Schmierinfektion möglich, wenn man zum Beispiel beim Reinigen des Katzenklos unbemerkt mit infektiösem Kot in Kontakt kommt und sich mit ungewaschenen Händen anschließend in den Mund greift. Eine Ansteckung von ungeborenen Kindern durch die infizierte Mutter ist ein ebenfalls möglicher Übertragungsweg.

In neun von zehn Fällen verläuft eine Infektion mit Toxoplasmose bei Menschen mit gesundem Immunsystem absolut beschwerdefrei. Viele Infizierte wissen daher überhaupt nicht, dass sie sich mit Toxoplasmose angesteckt haben. Selten können grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Müdigkeit vorkommen. Auch geschwollene Lymphknoten – meist im Hals- und Nackenbereich – sind ein mögliches Symptom für eine Infektion. In Extremfällen kann eine Toxoplasmose auch andere Organe wie Augen, Lunge oder das Gehirn befallen und Entzündungen hervorrufen, dies kommt jedoch nur äußerst selten vor.

Ist das Immunsystem des Infizierten jedoch geschwächt, nimmt die Erkrankung oftmals einen schweren Verlauf. Dies ist vor allem bei HIV- oder Krebs-Patienten der Fall. Hier können nahezu alle Organe in Mitleidenschaft gezogen werden, besonders häufig entwickelt sich jedoch eine Gehirnentzündung (Enzephalitis). Je nachdem, welche Hirnregion von dieser betroffen ist, äußert sie sich in Symptomen wie Kopfschmerzen und Fieber über Wesensveränderungen bis hin zu Lähmungen und epileptischen Anfällen.

Besonders gefährlich ist eine Toxoplasmose in der Schwangerschaft, denn hier besteht das Risiko, die Krankheit auf das ungeborene Kind zu übertragen. Dieses Risiko beträgt im ersten Trimenon etwa 15 Prozent, erhöht sich jedoch stetig, bis es im letzten Schwangerschaftsdrittel auf 65 bis 70 Prozent ansteigt. Je nach Zeitpunkt der Ansteckung können bei den Kindern verschiedene Symptome auftreten. Eine Infektion in den ersten drei Monaten ist recht selten, führt aber in etwa 70 Prozent aller Fälle zu einer konnatalen Toxoplasmose, welche in der Regel eine Fehlgeburt zur Folge hat. Dieses Risiko sinkt im zweiten Trimenon auf 30 und im letzten auf etwa 10 Prozent ab. Hier geht die konnatale Toxoplasmose jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine latente Toxoplasmose über, welche zu schweren Beeinträchtigungen des Kindes im Laufe seiner Entwicklung führt. Hierzu zählen Milz- und Lebervergrößerungen, Gelbsucht, Herzmuskel- und Lungenentzündungen, Wasseransammlungen oder Verkalkungen in der Schädelhöhle sowie Entzündungen der Netz- oder Aderhaut des Auges. Auch geistige Behinderungen, Spastiken und Epilepsie treten als mögliche Spätschäden bei einem Viertel der infizierten Kinder auf.

 

Therapie & Behandlung einer Toxoplasmose

Wenn eine Toxoplasmose bei einem ansonsten gesunden Patienten beschwerdefrei oder mit nur leichter Lymphknotenschwellung verläuft, muss sie nicht zwangsläufig behandelt werden. Für gewöhnlich werden die Antikörper des Immunsystems allein mit dem Erreger fertig. Bei immungeschwächten Betroffenen, erstinfizierten Schwangeren oder Neugeborenen muss jedoch umgehend eine Therapie mit Antibiotika und/oder Antiparasitika erfolgen. Hier kommen verschiedene Präparate wie Sulfadiazin, Spiramycin und Pyrimethamin zum Einsatz. Bei Schwangeren erfolgt in der Regel auch eine Behandlung mit Folsäure. Mit ihrer Hilfe soll verhindert werden, dass das Knochenmark des ungeborenen Kindes geschädigt wird.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation “Toxoplasmose”

Was ist Toxoplasmose?

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii ausgelöst wird. Für gesunde Menschen ist sie in der Regel ungefährlich, bei Immungeschwächten und vor allem bei Schwangeren kann sie jedoch zu ernsthaften medizinischen Komplikationen führen. Während Betroffene mit einem geschädigten Immunsystem Organschäden und Hirnentzündungen davontragen können, können Schwangere die Krankheit auf ihr Kind übertragen, was sich in Fehlgeburten oder schweren Beeinträchtigungen in der Entwicklung äußert. Mithilfe einer Antibiotika-Therapie kann der Parasit bekämpft werden.

 

Wann ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft gefährlich?

War die Schwangere vor der Schwangerschaft bereits einmal mit Toxoplasmen infiziert, besitzt der Organismus Antikörper gegen den Erreger. Laut Schätzungen von Ärzten sind etwa 70 Prozent aller Menschen immun gegen die Parasiten. Eine Toxoplasmose stellt für das ungeborene Kind nur dann ein Risiko dar, wenn eine Erstinfektion der Mutter in den letzten sechs Wochen vor oder während der Schwangerschaft erfolgt. Dann muss die Krankheit umgehend behandelt werden, denn das Risiko, den Fötus zu infizieren, nimmt beim Fortschreiten der Schwangerschaft zu. Andererseits sinkt die Krankheitsschwere bei zunehmender Schwangerschaftsdauer.

 

Sind Katzen wegen Toxoplasmose gefährlich für Schwangere?

Da Katzen als Hauptwirt des Toxoplasmose auslösenden Parasiten fungieren, haben viele Schwangere Sorgen, sich bei ihrer Hauskatze anzustecken. Manche gehen sogar so weit, ihre Katze aus diesem Grund ins Tierheim zu geben. Die Panik ist jedoch völlig unbegründet, denn Hauskatzen stellen keine Gefahr dar, wenn ein paar einfache Präventionsmaßnahmen beachtet werden. So sollte das Katzenklo von jemand anderem als der Schwangeren gereinigt werden, und das am besten täglich: Toxoplasmen werden erst nach drei bis vier Tagen infektiös. Des Weiteren sollten sich Schwangere nach dem Streicheln der Katze die Hände waschen und sich von ihr nicht das Gesicht ablecken lassen. Bei der Gartenarbeit sind Handschuhe empfohlen, da Gras und Blumenerde durch die Geschäfte von Freigängern ebenfalls kontaminiert sein könnten. Auch fremde Katzen sollten nicht gestreichelt werden: Bei diesen weiß man nicht, ob sie mit rohem Fleisch gefüttert wurden, was das Risiko erhöht, dass sie den Erreger in sich tragen. Folglich sollte man auch seine eigene Katze nicht mit rohem Fleisch füttern.