Schlaganfall bzw. Zerebraler Insult

Schlaganfall: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Der Schlaganfall, also eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn, ist eine ernste gesundheitliche Komplikation und eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Darüber hinaus sind Schlaganfälle mit einer Invaliditätsrate von etwa 30 bis 35 Prozent die häufigste Ursache für mittlere und schwere Behinderung. Allein in Deutschland erleiden etwa 270.000 Menschen jährlich einen Hirnschlag. Im Jahr 2015 stellte das Statistische Bundesamt 56.982 Todesfälle durch Schlaganfälle fest, dies entspricht einem Anteil von 6,2 Prozent.

 

Definition: Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall (auch Hirnschlag, Apoplexie oder zerebraler Insult genannt) bezeichnet verschiedene Krankheitsbilder, die durch eine plötzlich auftretende Störung der Durchblutung des Gehirns verursacht werden. Dies führt zu einem länger anhaltenden Ausfall von Funktionen des zentralen Nervensystems. Bei den Auslösern wird hier zwischen einer Minderdurchblutung, einer Hirnblutung oder Einblutungen in den das Gehirn umgebenden Liquorraum unterschieden.

 

Ursachen & Symptome eines Schlaganfalls

Eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn kann verschiedene Ursachen haben. So können zum Beispiel, ähnlich wie bei einem Herzinfarkt, Blutgerinnsel bereits verengte Gefäße verschließen. Thrombosen oder eine gestörte Blutgerinnung können ebenfalls zu einem Schlaganfall führen. Auch Gefäßrisse aufgrund eines zu hohen Blutdrucks kommen als Ursache in Frage. Das Risiko eines Hirnschlags steigt mit zunehmendem Alter überproportional. Doch auch andere Risikofaktoren wie Übergewicht, übermäßiger Alkohol- oder Tabakkonsum sowie Stoffwechselstörungen können ihn begünstigen.

Anzeichen für einen Schlaganfall treten in der Regel plötzlich und, je nach Schwere, zu mehreren auf. Zu den Symptomen zählen Bewusstseins- und Orientierungsstörungen, Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen in Gesicht, Armen, Beinen oder einer ganzen Körperhälfte sowie Sprach- und Verständnisstörungen. Gesichtsfeldausfälle oder Doppelbilder sind ebenfalls möglich. Auch starke Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache, Übelkeit und Erbrechen können auftreten.

 

Therapie & Behandlung eines Schlaganfalls

Schlaganfall-Patienten, selbst Verdachtsfälle, müssen umgehend in einem Krankenhaus untersucht und behandelt werden, denn durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn können bereits in wenigen Stunden irreversible Zellschäden entstehen. Die Akutbehandlung sollte in einer sogenannten Sroke Unit erfolgen: Hier finden verschiedene Ärzte in Zusammenarbeit schnellstmöglich die Ursache für den Hirnschlag und können somit schnell Therapiemaßnahmen einleiten, um bleibende Schäden  beim Betroffenen zu verhindern. Meist wird eine Trombolyse eingeleitet, mit welcher die Blutgerinnsel aufgelöst und die normale Durchblutung des Gehirn wiederhergestellt werden können. In manchen Fällen kommt auch eine Neurothrombektomie zum Einsatz, bei der das Gerinnsel mechanisch mit einem Katheter entfernt wird. Nach der erfolgreichen Behebung der Schlaganfall-Ursache können Patienten die Stroke Unit in der Regel nach einigen Tagen verlassen und setzen die Behandlung in einer Rehaklinik fort. Die Rehabilitation erfolgt je nach Schwere des Hirnschlags und den noch bestehenden Beschwerden mittels einer neurologischen, Physio- und/oder Ergotherapie.

 

Hoffnung durch die Ergebnisse der Stammzellenforschung

Schlaganfälle sind eine der häufigsten Todesursachen weltweit und die Behandlungsmöglichkeiten sind stark begrenzt und zeitlich sehr eingeschränkt. So kann eine Trombolyse maximal innerhalb der ersten viereinhalb Stunden nach Eintritt des Schlaganfalls („time-to-needle“) zum Einsatz kommen. Aus diesem Grund suchen Wissenschaftler nach alternativen Behandlungsmethoden, unter anderem wird an einer Therapie mit Stammzellen geforscht. Im Tierversuch konnte nach einer Stammzellentransplantation bereits eine erhebliche Besserung der durch einen Schlaganfall verursachten Folgeschäden beobachtet werden, klinische Studien am Menschen werden ebenfalls bereits durchgeführt. Für die  Therapie entnehmen Mediziner Stammzellen aus dem Knochenmark und injizieren diese nach der Aufbereitung in die mittlere Gehirnschlagader (Arteria cerebri media). Dort sollen sie sich im Gehirn verteilen und Schäden reparieren. Erste Ergebnisse zeigten bereits vielversprechende Erfolge: So wurde die Behandlung von den Patienten nicht nur gut vertragen, es stellten sich ebenfalls Verbesserungen der Beschwerden ein. Nach weiteren Studien mit höheren Patientenzahlen könnte die Therapie in Zukunft auch in der medizinischen Praxis angewandt werden, um die Schäden, die ein Hirnschlag verursachen kann, zu behandeln oder sogar zu heilen.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation „Schlaganfall“

Was ist ein Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall handelt es sich um den Oberbegriff einer Reihe verschiedener Erkrankungen des Gehirns, die durch eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung verursacht werden. Diese Störung manifestiert sich entweder aufgrund einer Minderdurchblutung infolge eines Gefäßverschlusses oder einer Hirnblutung infolge eines Gefäßrisses. Bei einem Schlaganfall kommt es zu einem länger anhaltenden Ausfall von Funktionen des zentralen Nervensystems. Durch den Sauerstoffmangel können Hirnzellen absterben und sich bleibende Schäden ausbilden. Ein Schlaganfall ist immer ein medizinischer Notfall und führt ohne schnelle ärztliche Hilfe oftmals zum Tod.

 

Welche Arten von Schlaganfall gibt es?

Bei einem Schlaganfall werden zwei verschiedene Arten unterschieden: Zum einen der ischämische und zum anderen der hämorrhagische Schlaganfall. Der ischämische Schlaganfall wird durch eine Minderdurchblutung im Gehirn ausgelöst, welche aufgrund von Arterienverkalkung (Arteriosklerose), einem Blutgerinnsel oder einer Thrombose entsteht. Es werden kleine oder auch größere Gefäße verstopft, was den Blutstrom schwächt oder ihn gänzlich stoppt. Ischämische Schlaganfälle machen etwa 80 Prozent aller Hirnschläge aus. Beim Rest handelt es sich um sogenannte hämorrhagische Schlaganfälle, welche durch eine Hirnblutung verursacht werden. Diese kann durch einen zu hohen Blutdruck oder eine Kopfverletzung entstehen.

 

Kann ein Schlaganfall durch Stress ausgelöst werden?

Es gibt Studien, die belegen, dass Personen mit hohem Arbeitsstress ein erhöhtes Risiko haben, einen Schlaganfall zu erleiden. Die genauen Mechanismen, wie dieser Stress einen Schlaganfall begünstigen kann, sind jedoch noch unklar. Es wird jedoch angenommen, dass Gestresste einen in der Regel ungesünderen Lebensstil haben. So rauchen sie mehr, bewegen sich nicht genug und ernähren sich oft unausgewogen. Könnten Studien belegen, dass sich stressreduzierende Therapien auf das Schlaganfall-Risiko auswirken, so könnten auch psychologische Behandlungen oder Entspannungstechniken helfen, Schlaganfällen vorzubeugen.