Rheuma bzw. Krankheiten des rheumatischen Formenkreises

Rheuma: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Unter dem Begriff Rheuma werden verschiedene Beschwerden zusammengefasst, die den Bewegungsapparat betreffen und sich in der Regel durch Schmerzen äußern. Oft gehen diese mit funktionellen Einschränkungen einher, zum Beispiel einer gestörten Motorik. Den meisten dieser Krankheiten ist gemein, dass eine Störung des Immunsystems vorliegt und der Körper selbst Gelenke, Sehnen oder Muskeln angreift. Während einige Formen von Rheuma erst in fortgeschrittenem Alter auftreten, gibt es auch solche, die sich bereits ab dem 20. Lebensjahr oder sogar früher ausbilden können.

 

Definition: Was ist Rheuma?

Rheuma, auch Rheumatismus oder rheumatische Erkrankung genannt, bezeichnet Erkrankungen des Bewegungsapparates mit fließenden, reißenden oder ziehenden Schmerzen. Der medizinische Fachbegriff lautet „Krankheiten des rheumatischen Formenkreises“. Das Wort selbst kommt aus dem Altgriechischen (ῥεῦμα, rheuma) und bedeutet soviel wie Strömung oder Fluss.

In der Rheumatologie sind bis heute etwa 100 verschiedene Krankheitsbilder bekannt, die sich in vier Gruppen aufteilen lassen:

  • Entzündlich-rheumatische Erkrankungen (autoimmunbedingt) wie verschiedene Arthritisformen oder Kollagenosen
  • Degenerative rheumatische Erkrankungen (verschleißbedingt) wie Arthrosen oder Sehnenscheidenentzündungen
  • Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden, etwa Gicht oder Hämochromatose
  • Rheumatische nichtentzündliche Erkrankungen der Weichteile wie Fibromyalgie

 

Ursachen und Symptome von rheumatischen Erkrankungen

Die genauen Ursachen für Rheumatismus lassen sich nicht immer klar feststellen, jedoch ist meist eine Störung des Immunsystems verantwortlich. Auch bei einer Überlastung der Gelenke kann es zu rheumatischen Erkrankungen kommen. Ebenso führen Stoffwechselstörungen, zum Beispiel bei Purin (Gicht) oder Eisen (Hämochromatose), zu Krankheiten, die mit rheumatischen Beschwerden einhergehen. Als Ursache lassen sich Erbfaktoren ebenfalls nicht ausschließen. Rauchen fördert das Auftreten der Krankheiten zusätzlich.

Neben den Schmerzen, die bei einer rheumatischen Erkrankung auftreten, kann es ebenfalls zu Funktionsstörungen der Wirbelsäule, Gelenke, Knochen und Muskeln kommen. Auch innere Organe, die Haut und das Nervensystem können von der Krankheit betroffen sein.

 

Therapie & Behandlung von Rheuma

Rheumatismus ist zwar bisher nicht heilbar, lässt sich jedoch mittlerweile gut behandeln, gerade bei einer frühzeitigen Diagnose. Schmerzfreiheit sowie die Wiederherstellung und Sicherung der Bewegungsfreiheit stehen im Vordergrund jeder Rheuma-Therapie. Je nach Art und Ursache der rheumatischen Erkrankung kommen verschiedene medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapien zum Einsatz. Besonders in den akuten Phasen der Erkrankung haben sich schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente bewährt. In manchen Fällen ist die Gabe von Kortison erforderlich. Als Dauertherapie bei autoimmunbedingtem Rheumatismus werden oftmals Immunsuppressiva verabreicht.

Neben der medikamentösen Behandlung kommen ebenfalls physikalische Therapiemaßnahmen zum Einsatz. Physio- und Ergotherapie sind hier unverzichtbare Bestandteile, um die Selbstständigkeit der Patienten zu erhalten. Auch Wärme- und Kältebehandlungen sind in vielen Fällen sinnvoll, gerade in akuten Phasen. Vor allem die Anwendung von Kälte (Kryotherapie) wirkt nicht nur symptomatisch, sondern verbessert ebenfalls die Durchblutung, verändert den Hormonspiegel und fördert somit die natürliche Regeneration der betroffenen Gelenke.

Etliche Patienten setzen als sekundäre Therapie auch auf Naturheilverfahren, bei denen die Beschwerden und Folgeerkrankungen durch Pflanzen und Extrakte – etwa Löwenzahn, Brennnessel oder Cayennepfeffer – gelindert werden können. Ein gesicherter wissenschaftlicher Nachweis über die Wirksamkeit existiert hier jedoch nur in den seltensten Fällen.

 

Therapie von Rheuma mithilfe der Stammzellenforschung

Aufgrund der verschiedenen Ursachen der Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises müssen verschiedene Therapieansätze verfolgt werden: Dies gilt auch für die Stammzellenforschung. Hier besteht zum einen die Vermutung, dass bei Patienten mit Rheuma die Funktion der mesenchymalen Stammzellen gestört ist. So konnte die Behandlung von Betroffenen mit diesem Stammzellen-Typ bereits erste Erfolge liefern. Auch die „Heilung“ des gestörten Immunsystems ist ein vielversprechender Forschungsansatz. So soll in besonders schweren Fällen von Rheuma die „aus dem Ruder laufende“, körpereigene Abwehr ähnlich wie bei Krebsbehandlungen neu aufgebaut werden. Dabei wird das „alte“ Immunsystem zunächst durch eine Chemotherapie zerstört und anschließend mithilfe einer Stammzellentransplantation regeneriert. Hierfür kommen hämatopoetische, also blutbildende Stammzellen zum Einsatz.

 

Zusammenfassung & Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation „Rheuma“

Was ist Rheuma?

Bei Rheuma handelt es sich um etwa 100 verschiedene Krankheitsbilder unterschiedlichem Ursprungs, die den Bewegungsapparat betreffen. Sie verursachen in der Regel ziehende, reißende oder fließende Schmerzen, schränken die Motorik ein und stören die Funktion von Wirbelsäule, Gelenken, Knochen und Muskeln. Es werden autoimmun- und verschleißbedingte rheumatische Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden und rheumatische nichtentzündliche Erkrankungen der Weichteile unterschieden. Während einige Formen von Rheuma erst im hohen Alter oder sogar altersbedingt auftreten, können andere auch junge Erwachsene oder sogar Kinder betreffen.

 

Wie wird Rheuma festgestellt?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um festzustellen, ob eine Krankheit des rheumatischen Formenkreises vorliegt. So kann ein Bluttest auf Antikörper darüber Aufschluss geben, ob eine Erkrankung besteht. Mit diesem werden die sogenannten Rheumafaktoren sowie die Antikörper gegen citrullinierte Peptide ermittelt. Auch ein Bluttest auf akute Entzündungsreaktionen kann zum Feststellen einer Rheuma-Erkrankung genutzt werden. Hier erfolgt zum einen die Bestimmung des C-reaktive Proteins, welches bei Entzündungen in stärkerem Maße freigesetzt wird. Zum anderen wird die Blutsenkungsgeschwindigkeit gemessen. Liegt eine Entzündung vor, senken sich die roten Blutkörperchen in einem Reagenzglas schneller ab. Schlussendlich können auch bildgebende Verfahren bei der Diagnose helfen, etwa eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung. Mit Hilfe dieser diagnostischen Verfahren können bereits bestehende Gelenkveränderungen erkannt werden. Im Frühstadium der Erkrankung liegen diese jedoch nur in seltenen Fällen vor.

 

Welche Lebensmittel sollte man bei Rheuma meiden?

Die richtige Ernährung kann bereits dabei helfen, die Beschwerden einer rheumatischen Erkrankung etwas zu lindern. So spielt die Arachidonsäure eine wichtige Rolle, denn aus dieser bildet der Körper Botenstoffe, die die Entzündung der Gelenke fördern. Synthetisiert wird sie aus Linolsäure, einer Omega-6-Fettsäure. Lebensmittel, die diese enthalten, sind zum Beispiel Fleisch, Wurst, Eier oder Milchprodukte mit hohem Fettgehalt. Auch Sonnenblumenöl, Sojaöl und Maiskeimöl enthalten Linolsäure. Meiden Sie diese Lebensmittel also weitgehend, wenn Sie an Rheumatismus erkrankt sind.

Andererseits gibt es auch Lebensmittel, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe einen positiven Effekt erbringen können. So sind zum Beispiel Kaltwasserfische wie Lachs und Makrele, aber auch bestimmte Pflanzenöle wie Lein-, Hanf- oder Rapsöl reich an Omega-3-Fettsäuren, welche die Arachidonsäure binden und somit unschädlich machen. Auch bestimmte Antioxidantien wirken Entzündungsstoffen entgegen, so etwa Vitamin E. Vitamin C und das Spurenelement Selen, welches in vielen Nüssen enthalten ist, unterstützen dieses in seiner Funktion noch einmal zusätzlich.