Resilienz

Widerstandsfähigkeit – Das Immunsystem der Seele

Jeder Mensch hat ihn schon einmal erlebt – den Schicksalsschlag. Wie jeder Einzelne mit einschneidenden Erlebnissen und Niederlagen umgeht, wird maßgeblich durch die sogenannte Resilienz bestimmt.

 

Resilienz – eine Begriffsklärung

Bei der Resilienz handelt es sich um die Widerstandsfähigkeit des Menschen bezogen auf schwierige Lebenskrisen und Schicksalsschläge. Genauer bezeichnet der Begriff der Resilienz die Fähigkeit, Extremsituationen durchzustehen, ohne dass die Seele Schaden nimmt. Es gelten im Allgemeinen auch diejenigen Personen als resilient, welche ihr Leben selbst in die Hand nehmen und es positiv gestalten. Vor allem spielt in diesem Zusammenhang auch das Nicht-Resignieren vor schwierigen Umständen eine große Rolle. Aus entwicklungspsychologischer Sicht wird die Resilienz als die Widerstandsfähigkeit von Kindern beschrieben, sich trotz belastender Umstände normal zu entwickeln.

 

Resilienz bei Kindern

Die Resilienz ist eine erworbene Fähigkeit und damit grundsätzlich jedem Menschen zugänglich. Um sie zu entwickeln, müssen allerdings einige Umstände erfüllt sein. Da Resilienz jedoch nicht angeboren ist, kann sie ein Leben lang erworben und trainiert werden.

Um die Entwicklung resilienter Persönlichkeiten zu fördern, wurden in der Forschung einige Faktoren beschrieben, die eine günstige Ausgangslage schaffen. Beispielsweise ist eine feste, liebevolle Bindung zu einer erwachsenen Bezugsperson für Kinder zum Entwickeln von Vertrauen und Selbstwirksamkeit enorm wichtig. Das Kennenlernen der eigenen Selbständigkeit und die Fähigkeit um Hilfe zu bitten, aber auch das Erlernen Halt gebender Werte schaffen eine gute Basis für eine starke Resilienz. Erfahren Kinder Unterstützung und Wertschätzung aus der Gesellschaft, zum Beispiel indem ihre Leistungen anerkannt werden, stärken sie damit ihre innere Haltung und resiliente Eigenschaften bilden sich fester aus. In der Forschung wird berichtet, dass durchschnittlich intelligente Kinder eine gewisse Robustheit besitzen. Menschen, die in einer die Resilienz unterstützenden Umgebung aufwachsen, haben damit bessere Chancen im Laufe ihres Lebens auf widrige Umstände bedachter und stabiler zu reagieren.

 

Resilienz trainieren

Nicht jeder Mensch wächst in einem geschützten und stabilen Familienverbund auf. Trotzdem gelingt es einigen, durch die oben genannten Faktoren eine ausreichend starke Resilienz fürs Leben zu entwickeln.

Man kann die Resilienz aber auch im späteren Alter erlernen. Es existiert eine Anleitung zum Trainieren resilienter Eigenschaften, herausgegeben von der amerikanischen Psychologenvereinigung. Demnach sind für ein erfolgreiches Resilienztraining folgende Punkte ausschlaggebend:

  • an die eigene Kompetenz glauben
  • für sich selbst sorgen
  • soziale Kontakte aufbauen
  • realistische Ziele entwickeln
  • die Opferrolle verlassen
  • eine Langzeitperspektive einnehmen
  • Krisen nicht als unüberwindbares Problem betrachten

 

Da das Leben nicht kalkulierbar ist, braucht es eine gewisse Widerstandsfähigkeit des Menschen gegenüber unvorhersehbaren Situationen. Bilden wir keine Resilienz in genügend großem Maße aus, kann dies zu Depressionen und Selbstzweifeln führen. Wenn wir ein positives Selbstbild  und, darüber hinaus ausreichend soziale Kompetenz entwickelt haben sowie nicht jede schwierige Situation als Katastrophe wahrnehmen, dann steigen die Chancen, auch mit Widrigkeiten gut umzugehen. Ebenso wichtig ist es, nach Rat und Hilfe zu fragen und sich immer vor Augen zu halten, dass wir Teile unseres Glücks eben doch in den eigenen Händen halten.