Osteoporose (Knochenschwund)

Osteoporose: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Neben unseren Muskeln sind unsere Knochen ein wichtiger Bestandteil unseres Stütz- und Bewegungapparates. Zugleich schützen Sie unsere inneren Organe wie Gehirn (Schädelknochen) oder Herz und Lunge (Rippen). Außerdem beinhalten sie unser Knochenmark, welches für die Produktion der Blutbestandteile verantwortlich ist. Allerdings ist unser Skelett, wie auch der Rest unseres Körpers, anfällig für Krankheiten und Verschleiß. Eine dieser Knochenkrankheiten ist die Osteoporose.

 

Definition: Was ist Osteoporose?

Bei der Osteoporose, umgangssprachlich auch als Knochenschwund bezeichnet, handelt es sich um eine häufige Alterserkrankung des Knochens, bei der dieser dünner und poröser wird, was ihn anfälliger für Brüche macht. Oftmals besteht die Krankheit auch in Verbindung mit einem Calciummangel. Generell kann unser gesamtes Skelett betroffen sein. Besonders häufig kommt Osteoporose jedoch an Wirbelkörpern, den Oberschenkelknochen nahe der Hüfte, den Speichen nahe des Handgelenks, den Oberarmknochen nahe der Schulter und dem Becken vor. Der Begriff selbst kommt aus dem Altgriechischen und leitet sich aus den Worten ὀστέον ostéon (deutsch: Knochen) und πόρος poros (deutsch: Pore) ab.

 

Ursachen & Symptome von Osteoporose

Bei den Ursachen einer Osteoporose wird zuerst unterschieden, ob es sich um einen primären (95 % aller Fälle) oder sekundären (5 % aller Fälle) Knochenschwund handelt. Bei einer postmenopausalen oder senilen Osteoporose handelt es sich in der Regel um einen altersbedingten Knochenabbau natürlichen Ursprungs. Diese Arten der Krankheit treten bei Frauen nach der Menopause und Menschen über 70 Jahren auf. Besteht die Krankheit bereits in Kinder- oder Jugendjahren, handelt es sich um eine idiopathische juvenile Osteoporose. Die Ursachen hierfür sind nicht bekannt. Im Falle eines sekundären Knochenschwunds, der deutlich seltener auftritt, kann die Krankheit hormonell, gastroenterologisch, stoffwechselbedingt oder medikamentös bedingt auftreten. Auch erbliche Faktoren, Entzündungen und neoplastische Erkrankungen können eine Rolle spielen.

Bei einer Osteoporose kommt es zu einem schnellen Abbau der Knochensubstanz und -struktur, was die Knochendichte verringert. Infolgedessen sind die betroffenen Knochen anfälliger für Brüche. Besonders häufig treten diese in den Wirbelkörpern auf, was (in einigen Fällen sogar unbemerkt) zu einer langsamen Verringerung der Körpergröße führt. Auch Schmerzen und temporäre Bettlägerigkeit, in seltenen Fällen sogar eine dauerhafte Immobilisierung, können als Folgeerscheinung der Brüche auftreten.

 

Therapie & Behandlung von Osteoporose

Eine Osteoporose kann heutzutage frühzeitig erkannt werden, meist schon bevor sie sich vollständig manifestiert hat. Hierfür wird in der Regel eine Knochendichtemessung vorgenommen. Doch auch über Biomarker, Röntgenbilder oder eine Anamnese lässt sich auf die Krankheit schließen.

Durch einige Präventionsmaßnahmen kann eine Osteoporose verhindert oder zumindest ihr Fortschreiten verlangsamt werden. Hierzu zählt zum Beispiel eine ausgewogene Ernährung, die vor allem reich an Calcium sein sollte. Körperliche Aktivität fördert durch die auf das Skelett einwirkenden Kräfte die Aktivität der knochenaufbauenden bzw. -regenerierenden Zellen. Am besten sollten die sportlichen Betätigungen darüber hinaus im Freien durchgeführt werden, da die Sonnenlichtexposition die Vitamin-D-Produktion der Haut anregt. Eine ausreichende Vitamin D-Versorgung ist für gesunde Knochen essentiell. Als Outdoor-Sportarten, die noch dazu besonders knochen- und gelenkschonend sind, eignen sich Nordic Walking oder Radfahren hervorragend.

Ist das Alter des Patienten schon weit fortgeschritten, die Knochendichte bereits sehr niedrig oder bestehen andere Risikofaktoren, wird ebenfalls eine medikamentöse Therapie eingesetzt, um weiteren Knochenschwund zu verhindern. Eine neue Behandlungsmöglichkeit für Osteoporose stellt außerdem die Gabe von Denosumab dar. Hierbei handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper, der halbjährlich als Spritze unter die Haut injiziert wird und die Effekte von Osteoprotegerin imitiert. Dieses Protein erhöht die Knochendichte und -menge.

 

Hilfe durch die Stammzellenforschung

Bei Menschen, die an Osteoporose erkrankt sind, ist nicht nur das Risiko eines Knochenbruchs erhöht. Beim Fortschreiten der Krankheit verlangsamt sich auch die Heilung von Frakturen. Außerdem verringert sich zusätzlich deren Effektivität, sodass Erkrankte nach einem Bruch in der Regel nur noch etwa die Hälfte der ursprünglichen Leistungsfähigkeit erreichen. Dies hat zur Folge, dass Patienten häufig entweder zeitweise oder sogar dauerhaft bettlägerig werden.

Als Grund für diese verzögerte und verschlechterte Heilung werden zellbiologische Faktoren vermutet. Daher vergleichen Wissenschaftler im Labor die Zellen von gesunden Menschen mit denen von Osteoporose-Kranken, um herauszufinden, welche Prozesse hierbei genau gestört sind. Das endgültige Ziel ist es, eine Möglichkeit zu finden, wie der Heilungsprozess mithilfe von Stammzellen beschleunigt werden kann. Besonders im Blick haben die Wissenschaftler dabei die mesenchymalen Stammzellen (MSCs), die das Reservoir für die Vorläufer-Zellen von Knochen, Bindegewebe und Knorpel bilden. Aus ihnen können Osteoklasten, Osteoblasten und Osteozyten gezüchtet werden. Das Zusammenspiel dieser Zelltypen sorgt dafür, dass stabile Knochen entstehen.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation „Osteoporose“

Was ist Osteoporose?

Bei Osteoporose handelt es sich um eine oftmals altersbedingte Knochenerkrankung, bei der die Knochensubstanz und -struktur rapide abnimmt und sich somit die Knochendichte verringert. Aus diesem Grund kommt es zu einer verstärkten Bruchanfälligkeit und einer verschlechterten Heilung von Frakturen. Besonders häufig tritt die Knocheninstabilität an Wirbelkörpern, Oberschenkel, Oberarm, Speiche und Becken auf.

 

Wie sind die Schmerzen bei Osteoporose?

Die häufigste Schmerzform bei Osteoporose ist der osteoporotische Rückenschmerz. Dieser wird von Einbrüchen in den Wirbelkörpern verursacht und setzt in der Regel schlagartig ein. Ein schmerzhafter Druckpunkt, der im Bereich der Fraktur liegt, ist hier oft charakteristisch. Auch die umliegende Muskulatur ist in der Regel verspannt und schmerzempfindlich. Bei Osteoporose können jedoch auch Schmerzen in anderen Knochen auftreten, meist in der Hüfte.

 

Ist Osteoporose heilbar?

Bislang ist eine Osteoporose noch nicht vollständig heilbar. Lediglich das Fortschreiten der Krankheit kann behandelt werden. Allerdings zeigen wirkungsvolle Therapiemaßnahmen bereits eine deutliche Besserung des Krankheitsbildes und eine Verzögerung des Knochenabbaus.

 

Wie hoch ist die Lebenserwartung bei Osteoporose?

Die Annahme, dass Osteoporose ein erhöhtes Sterberisiko mit sich bringt, ist in nur bedingtem Maße wahr. Eine im Jahr 2018 veröffentlichte Studie zeigte, dass die Krankheit bei der korrekten Behandlung die Lebenserwartung nur geringfügig einschränkt. So beläuft sich die verbleibende Lebensdauer bei männlichen Patienten im Alter von 50 Jahren nach Beginn der Therapie durchschnittlich auf 18,2 Jahre, bei 75-jährigen Männern auf noch etwa 7,5. Bei Frauen betrug die geschätzte Lebenserwartung bei 50-Jährigen 26,4, bei 75-Jährigen noch etwa 13,5 Jahre.