Leukämie (Blutkrebs)

Leukämie: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Das Blut ist die wohl wichtigste Substanz unseres Körpers, denn seine Bestandteile versorgen unsere Zellen mit Sauerstoff, wehren Krankheitserreger ab und helfen uns bei der Wundheilung. Gebildet wird es hauptsächlich im Knochenmark. Allerdings kann unsere Blutbildung von diversen Krankheiten gestört werden, was je nach Ausmaß verheerende Folgen für unsere Gesundheit haben kann. Eine der gefährlichsten Blutbildungsstörungen ist die Leukämie.

 

Definition: Was ist Leukämie?

Leukämie, auch Hyperleukozytose oder einfach Blutkrebs genannt, ist eine Krebserkrankung des lymphatischen und damit des blutbildenden Systems. Hierbei kommt es zu einer verstärkten Bildung funktionsunfähiger Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen (Leukocyten), welche andere Blutbestandteile verdrängen. Man unterscheidet zwischen einer akuten Leukämie, welche unbehandelt bereits nach wenigen Wochen oder Monaten zum Tode führen kann, und einer chronischen, welche sich über Jahre hinweg entwickelt und anfangs sehr symptomarm verläuft. Es gibt die Lymphatische und die Myeloische Leukämie, welche beide akut (ALL, AML) oder chronisch (CLL, CML) auftreten können.

Der Begriff Leukämie leitet sich aus dem Altgriechischen her: leukós (λευκός) bedeutet „weiß“, während haima (αἷμα) für „Blut“ steht. Übersetzen ließe sich das Wort also mit „Weißblütigkeit“.

 

Ursachen & Symptome von Leukämie

Eine Leukämie entsteht einerseits durch genetische Faktoren, die die Blutbildung stören. Die Auslöser dieser sind jedoch noch nicht geklärt. Besonders bei den Akuten Leukämien sind die Ursachen oft unklar, allerdings werden eine Vielzahl an Risikofaktoren diskutiert. Zu diesen zählen unter anderem Chemikalien, radioaktive Strahlung und diverse Viren. Auch  Tabakkonsum kann die Entstehung einer Leukämie beeinflussen.

Die Symptome einer Leukämie können sehr vielfältig sein. So können zum Beispiel Blässe, Schwäche sowie Schwindel und Nachtschweiß auftreten. Auch Fieber, Blutungsneigung und Infektionen sind nicht untypisch. Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust können ebenfalls vorkommen. In einigen Fällen kommt es auch zu Milz- und Lebervergrößerungen sowie Lymphknotenschwellungen, Ausschlägen und Juckreiz.

 

Therapie & Behandlung von Leukämie

Bei einer akuten Form der Leukämie ist nur wenig Zeit zum Handeln vorhanden. Hier ist eine sofortige und intensive Chemotherapie mit Zytostatika erforderlich, um die defekten Blutzellen zu zerstören. In der Regel verschwinden hierdurch auch die Symptome. Eine prophylaktische oder therapeutische Strahlenbehandlung wird ebenfalls eingesetzt, hat aber eher eine untergeordnete Rolle. Je nachdem, an welcher Art der Leukämie der Patient erkrankt ist, dauert die Behandlung ein halbes bis zweieinhalb Jahre.

Die Chronische Leukämie wird wie auch die Akute zuerst mit Zytostatika behandelt. Hier wird allerdings eine weniger aggressive jedoch häufig wiederholte Dauerbehandlung durchgeführt. In den meisten Fällen erfolgt eine Ergänzung durch Medikamente, wie etwa Imatinib und Dasatinib. Diese Behandlung lindert jedoch lediglich die Symptome. Um die Krankheitsursache zu bekämpfen, ist wie bei allen Blutkrebsformen eine Stammzelltransplantation vonnöten, um den „Systemfehler“ zu beheben.

 

Möglichkeit auf Heilung? So hilft die Stammzellenforschung

Schon seit den 60er Jahren werden Stammzellen zur Behandlung von Leukämie und anderen Krebsarten wie Lymphomen eingesetzt. Bei der Therapie werden einem Spender blutbildende Stammzellen entnommen, anschließend wird das Immunsystem des Patienten durch eine Chemotherapie zerstört. Danach werden die Stammzellen transplantiert und übernehmen die Blutbildung. Auf diese Weise wird das Immunsystem des Empfängers zurückgesetzt und ein neues, gesundes aufgebaut.

Allerdings bergen Stammzelltransplantationen viele Risiken. Selbst bei kompatiblen Spendern und optimaler Vorsorge kann es zu Infektionen und Abstoßungsreaktionen kommen, die im schlimmsten Fall tödlich enden. Aus diesem Grund züchten Forscher aus induzierten, pluripotenten Stammzellen leukämische Zellen heran, um ungefährlich neue Medikamente an diesen zu testen. Des Weiteren werden verschiedene Methoden zur künstlichen Produktion von blutbildenden Stammzellen untersucht. Diese sollen in Zukunft für die Transplantationen bei Leukämiepatienten eingesetzt werden.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation „Leukämie“

Was ist Leukämie?

Bei der Leukämie ist die Bildung der Blutzellen gestört. Der Volksmund spricht auch von „Blutkrebs“. Infolgedessen werden die funktionsfähigen Zellen unseres Blutes immer mehr von fehlerhaften Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen verdrängt. Es kommt zu verschiedenen Symptomen, unter anderem Schwäche, Fieber, Infektanfälligkeit und Blutungsneigung. Eine Akute Leukämie führt unbehandelt bereits nach wenigen Monaten zum Tod, die chronische Form der Krankheit entwickelt sich über Jahre hinweg.

 

Wie lange kann man mit Leukämie leben?

Eine akute Leukämie führt unbehandelt in der Regel in drei Monaten zum Tod. Mit einer Behandlung liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei der Akuten Lymphatischen Leukämie bei Kindern bei 95 Prozent und bei Erwachsenen bei 70 Prozent. Bei einer Akuten Myeloischen Leukämie leben noch 40 bis 50 Prozent der unter 60-Jährigen und etwa 20 Prozent der über 60-Jährigen fünf Jahre nach der Diagnose. Selbst nach dem Zurückdrängen des Krebses können Patienten dennoch wieder rückfällig werden und müssen anschließend erneut behandelt werden. Bei einem Rückfall sinken die Überlebenschancen.

Eine chronische Leukämie verläuft hingegen anders: Hier vermehren sich die Krebszellen oft über Jahre. Therapien sind weniger intensiv, müssen jedoch langfristig fortgesetzt werden. Eine Chance auf Heilung besteht in der Regel nur durch eine risikoreiche Stammzellentransplantation. Das Fortschreiten der Krankheit kann aber über Chemotherapie, Bestrahlung und Medikamente deutlich verlangsamt werden.

 

Ist Leukämie heilbar?

Bei der Heilung von Leukämie kommt es immer auf die Art der Krankheit an. Akute Leukämie ist in der Regel heilbar, sofern die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt wird. Durch eine Chemotherapie werden die entarteten Blutzellen zerstört bzw. an der weiteren Teilung gehindert.  Bei Chronischer Leukämie verhält es sich jedoch anders. Eine Behandlung der Krankheit lindert oftmals die Symptome und verlangsamt das Voranschreiten. Heilung ist hier jedoch höchstens durch eine riskante Stammzelltransplantation möglich.

 

Kann man sich mit Leukämie anstecken?

Leukämie ist nicht ansteckend und kann folglich nicht von einem Patienten auf andere Menschen übertragen werden. Des Weiteren ist sie auch nicht erblich. Grund für das Auftreten der Erkrankung sind genetische Veränderungen des Knochenmarks, die sich im Laufe des Lebens manifestieren. Risikofaktoren wie Chemikalien, Strahlung und der Kontakt mit diversen Viren können das Erkranken begünstigen.