Leberzirrhose

Leberzirrhose: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Unsere Leber ist ein zentrales Organ unseres Stoffwechsels und enorm wichtig für Proteinbildung, Nahrungsverwertung und den Abbau von Giftstoffen. Daher können unserem Organismus schwere Schäden zugefügt werden, sollte die Leber ihre zugedachten Aufgaben nicht mehr in Gänze erfüllen können. Dies kann durch verschiedene Erkrankungen geschehen, welche in der Regel im Endstadium in einer Leberzirrhose enden. Hierbei wird die Leberfunktion durch eine Vernarbung des Gewebes und die darauffolgenden Durchblutungsstörungen stark eingeschränkt, was unbehandelt zu gravierenden Symptomen und sogar zum Tod führen kann.

 

Definition: Was ist eine Leberzirrhose?

Eine Leberzirrhose, auch als „Schrumpfleber“ bekannt, bezeichnet das Endstadium nahezu aller chronischen Lebererkrankungen. In der Regel entwickelt sich diese über Jahre oder Jahrzehnte, nur in seltenen Fällen bildet sie sich unter einem Jahr aus. Chronische Degeneration führt zur Vernarbung des Lebergewebes und übermäßiger Bildung von Bindegewebe. Die Folge ist eine schlechtere Durchblutung des Organs. Es kann zu einem Blutstau in der Pfortader (portale Hypertension) kommen.

Obwohl die Leber durchaus in der Lage ist, sich bis zu einem gewissen Punkt selbst zu regenerieren, sind die Schäden bei einer Leberzirrhose für gewöhnlich irreversibel. Hier ist das Organ so in Mitleidenschaft gezogen, dass die Selbstheilungskräfte versagen. Dafür verantwortlich ist ein anderer Umstand: Die Leber tut in der Regel nicht weh, sodass sich Probleme und Schäden oft erst spät bemerkbar machen.

Der Begriff Leberzirrhose leitet sich aus dem griechischen Wort κίρρωσις kírrosis ab, wobei kirros soviel wie „gelb-orange“ bzw. „zitronengelb“ bedeutet. Die Bezeichnung wurde vom französischen Arzt und Erfinder des Stethoskops René Laënnec geprägt.

 

Ursachen & Symptome einer Leberzirrhose

In Europa sind die häufigsten Ursachen für eine Leberzirrhose übermäßiger Alkoholkonsum, die Nicht-alkoholische Fettleber (Steatohepatitis) oder eine chronische Virushepatitis. Weitere Auslöser können eine rechtsseitige Herzinsuffizienz (Stauungszirrhose), eine Autoimmunhepatitis oder verschiedene Vorerkrankungen, etwa Morbus Wilson, Hämochromatose oder Zöliakie sein. In seltenen Fällen wird eine Leberzirrhose auch durch lebertoxische Substanzen oder Medikamente ausgelöst.

Frühe Symptome einer Leberzirrhose sind in der Regel unspezifisch. So können Leistungsabfall, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen auftreten. Hinzu kommen später die sogenannten „Leberhautzeichen“, etwa eine gelbliche Haut, eine gelbliche Verfärbung der Lederhaut der Augen und Gefäßspinnen sowie gerötete Handinnenflächen und Fußsohlen. Gravierendere Symptome äußern sich erst im Spätstadium und beeinflussen die Synthese- und Entgiftungsfunktion der Leber dabei unterschiedlich stark. Klinisch relevante Komplikationen sind hier zum Beispiel die portale Hypertension, Ansammlung von Flüssigkeit im Brustkorb durch gestörten Abtransport (Pleuraerguss), eine Milzvergrößerung oder Funktionsstörungen im Gehirn aufgrund der unzureichenden Entgiftung durch die Leber (hepatische Enzephalopathie).

 

Therapie & Behandlung einer Leberzirrhose

Bereits bestehende Beschädigungen des Lebergewebes sind irreversibel, das Voranschreiten der Krankheit kann jedoch aufgehalten werden. Die Basis einer Therapie bei Leberzirrhose bildet immer eine Umstellung der Ernährung: Diese umfasst den Verzicht auf die Leber schädigende Substanzen (Alkohol, Medikamente), den Ausgleich von Nährstoffmängeln, etwa Vitamin B1 oder K, und eine ausreichende Energiezufuhr. Bei einer fortgeschrittenen Leberzirrhose müssen die bereits bestehenden Komplikationen therapiert werden, ebenso wie die Auslöser, etwa Alkoholsucht oder Virushepatitis. Regelmäßige Untersuchungen zum frühen Erkennen eines Leberkarzinoms sind ebenfalls wichtig. Ist die Leber bereits zu stark geschädigt und ihre Funktionen zu stark beeinträchtigt, ist eine Lebertransplantation die Ultima Ratio.

 

Regeneration der Leber durch Stammzellen

Die bislang irreversiblen Schäden, die sich bei einer Leberzirrhose ausbilden, könnten in Zukunft mit einer Stammzellentherapie rückgängig gemacht werden. Es ist Wissenschaftlern bereits gelungen, Leberzellen aus Stammzellen zu züchten und zu kultivieren. Allerdings übernehmen nur etwa drei bis vier Tage alte Hepatocyten die ihnen zugedachten Reparaturaufgaben in der Leber, Forscher brauchen jedoch deutlich länger, um aus Stammzellen genügend Leberzellen für eine wirksame Transplantation zu entwickeln. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu umgehen, bietet jedoch das Gen MKK4. Wenn dieses in allen Hepatocyten ausgeschaltet wird, übernehmen auch ältere Zellen die Reparatur.

Eine funktionierende Stammzellentherapie könnte es ermöglichen, die geschädigte Leber bei einer Zirrhose einfach zu reparieren, ohne auf eine riskante Transplantation einer Spenderleber angewiesen zu sein. Als Quelle für die benötigten Stammzellen bieten sich Nabelschnurblut, das Knochenmark und das Fettgewebe an.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der wichtigsten Fragen rund um die Indikation „Leberzirrhose“

Was ist eine Leberzirrhose?

Eine Leberzirrhose ist eine Vernarbung und Funktionseinschränkung der Leber, welche bei fast allen Lebererkrankungen im Endstadium auftritt. Die dabei entstehenden Schäden sind in der Regel irreversibel. Hauptursachen einer Leberzirrhose in Europa sind Alkoholmissbrauch, Fettleber oder eine chronische Virushepatitis. Zu den Symptomen zählen Müdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationsschwierigkeiten, im späteren Verlauf auch gravierendere Komplikationen wie eine portale Hypertension, Pleuraergüsse oder eine hepatische Enzephalopathie.

 

Ist eine Leberzirrhose heilbar?

Grundsätzlich gilt, dass eine Leberzirrhose nicht geheilt werden kann. Die Schäden am Gewebe und die damit verbundenen Funktionsminderungen des Organs sind irreversibel. Jedoch kann die Krankheit in ihrem Voranschreiten gestoppt oder sogar eine anteilige Erholung der Leber erzielt werden, sofern die Zirrhose früh erkannt und behandelt wird. Somit würde zumindest die Lebenserwartung des Betroffenen nicht oder nur geringfügig verkürzt werden, je nachdem, wie weit die Erkrankung beim Erkennen bereits fortgeschritten ist.

 

Was darf man bei Leberzirrhose essen?

Durch die Umstellung der Ernährung kann einer Leberzirrhose oder ihren Vorstufen bereits wirksam entgegengewirkt werden. Sollten Sie an einer Leberzirrhose oder -fibrose leiden, empfiehlt es sich, sechs kleine Mahlzeiten anstatt drei große zu sich zu nehmen. Achten Sie außerdem auf eine ballaststoffreiche Kost, zum Beispiel Vollkornprodukte. Ballaststoffe binden Giftstoffe, sodass diese über die Verdauung ausgeschieden werden können, ohne die eingeschränkte Filterfunktion der Leber zusätzlich zu belasten. Bevorzugen Sie eine fettärmere, jedoch eiweißreiche Kost wie Milchprodukte, Hülsenfrüchte und kleinere Portionen Fleisch. Eiweiß ist für die Leber recht einfach zu verarbeiten. Achten Sie zusätzlich auf die erlaubte Trinkmenge. Haben Sie starke Wassereinlagerungen, sollten Sie salzarm essen und Gewürze und Kräuter zum Würzen Ihrer Mahlzeiten verwenden.

 

Wieviel Gramm Alkohol verträgt eine gesunde Leber?

Da eine Leberzirrhose durch Alkoholmissbrauch ausgelöst oder begünstigt wird, weil sich dadurch Fett in der Leber ablagert, sollte ein risikoarmer Alkoholkonsum, im besten Fall sogar ein kompletter Alkoholverzicht angestrebt werden. Der Richtwert für den Alkoholkonsum beträgt bei Frauen: maximal 10 bis 12 Gramm Alkohol pro Tag. Das entspricht etwa einem kleinen Glas Bier (0,33l) oder einem Achtel Liter Wein. Für Männer gilt der doppelte Richtwert. Dennoch sollten Sie in der Woche mindestens zwei alkoholfreie Tage einlegen, um Ihrer Leber die Chance zu bieten, sich wieder zu erholen. Bei den ersten Anzeichen einer Leberbeeinträchtigung ist ein Alkoholabstinenz für lange Zeit angezeigt.