Hirntumor

Hirntumor: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Bei Tumoren handelt es sich um die Entartung von Gewebe. Der Volksmund spricht dann von “Krebs”. Die Geschwüre können sowohl gutartig sein, also langsam wachsen und benachbartes Gewebe nicht angreifen, als auch bösartig sein. Bösartige Tumore sind meist schnellwachsend und infiltrieren anderes Gewebe. Während sich Tumore in einigen Organen oder Geweben relativ gut behandeln lassen, vor allem gutartige, stellen Hirntumore in jedem Fall eine Gefahr für Leib und Leben des Patienten dar.

 

Definition: Was ist ein Hirntumor?

Als Hirntumor werden Tumore des neuroektodermalen Gewebes des zentralen Nervensystems bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine seltene Krebserkrankung, welche häufig entweder im Kindesalter oder aber ab dem 70. Lebensjahr auftritt. Man unterscheidet zwischen primären und sekundären Hirntumoren: Primäre Tumore entstehen direkt in Hirngewebe oder Hirnhaut, während sich sekundäre als Metastasen anderer Krebsarten im Gehirn ausbilden. Auch andere interkranielle Tumore, welche nicht das neuroektodermale Gewebe befallen, werden in der Regel zu den Hirntumoren im weiteren Sinne gezählt, da sie ab einer bestimmten Größe aufgrund der Raumforderung die Hirnstruktur beeinflussen.

 

Ursachen & Symptome eines Hirntumors

Ursachen und Risikofaktoren, die die Entstehung eines Hirntumors begünstigen können, sind weitgehend unbekannt. Nur wenige Auslöser wurden bisher nachgewiesen. Lediglich eine direkte Bestrahlung des Kopfes im Kindesalter, die etwa zur Behandlung anderer Krankheiten angewandt werden muss, erhöht des Risiko für einen Hirntumor im Erwachsenenalter geringfügig. Des Weiteren existieren einige seltene Erbkrankheiten, die eine Tumorentwicklung ebenfalls begünstigen können. Zu diesen zählen beispielsweise die Neurofibromatose des Typs 1 und 2, das Turcot-Syndrom, das Li-Fraumeni-Syndrom und das Hippel-Lindau-Syndrom.

Die Symptome, die ein Hirntumor hervorrufen kann, können je nach Lokalisation und Größe sehr unterschiedlich sein und werden in vier Hauptkategorien unterschieden. Zu den Hirndrucksymptomen zählen unter anderem Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen sowie Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. Auch neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen, Schwindel, Schwerhörigkeit sowie Sprech-, Schluck- und Sehstörungen können auftreten. Epileptische Anfälle sind ebenfalls möglich. In einigen Fällen bewirken Hirntumore auch psychische Symptome wie Persönlichkeitsveränderungen, Depressionen, Apathie oder Angst, Gedächtnis- und Orientierungsstörungen. Ab einer bestimmten Größe und der daraus resultierenden Raumforderung können selbst gutartige Tumore lebensbedrohlich werden, denn das Gehirn hat durch den Schädelknochen keine Möglichkeit auszuweichen und somit steigt der Hirndruck.

 

Therapie & Behandlung eines Gehirntumors

Die Heilungschancen eines Gehirntumors hängen stark von seiner Lage, Größe, der Art der Tumorzellen sowie deren Wachstumsverhalten ab. So können einige Tumore sehr gut geheilt werden, andere jedoch nicht. Die Behandlung erstreckt sich hierbei von der chirurgischen Entfernung über Chemotherapie bis hin zu gezielter Bestrahlung. Je nach Tumor und Patient können die Methoden auch kombiniert werden. So wird in einigen Fällen zuerst eine Verkleinerung der Tumormasse angestrebt, entweder durch operative Teilentfernung oder Chemotherapie, um die Chance auf vollständige Heilung mithilfe einer anderen Behandlungsmaßnahme zu erhöhen. Beim Glioblastom wird in der Regel zuerst die Hauptmasse des Tumors mittels eines neurochirurgischen Eingriffes vermindert, um seine Entwicklung zu verlangsamen. Anschließend kommt eine Bestrahlung und häufig auch eine Chemotherapie zum Einsatz.

Ist eine Heilung unwahrscheinlich oder zeigen die Therapiemethoden zu starke Begleiterscheinungen, so wird eine sogenannte supportive Therapie eingeleitet. Hierbei werden Symptome wie Schmerzen, Übelkeit, Infekte oder Blutveränderungen medikamentös behandelt, um dem Patienten Linderung zu verschaffen.

 

Stammzellen als wirksame Waffe gegen Glioblastome

Die häufigste und gefährlichste Form eines Hirntumors ist das Glioblastom. Seine Zellen lassen sich nicht nur schwer von den gesunden Hirnzellen abgrenzen, Glioblastome können in der Regel aufgrund ihres diffus infiltrierenden Wachstums oftmals nicht vollständig operativ entfernt werden. Die einzige, bislang wirkungsvolle Behandlungsmethode gegen diesen Tumortyp ist die operative Verkleinerung mit anschließender Chemo- und Bestrahlungstherapie. Eine endgültige Heilung kann bislang nicht erzielt werden.

Dies soll sich mithilfe der Stammzellenforschung jedoch in Zukunft ändern. Wissenschaftlern ist es bereits gelungen, aus Stammzellen neuronale Vorläuferzellen zu gewinnen, welche im Labor zur Produktion eines bestimmten Eiweißes angeregt werden können, das das körpereigene Immunsystem zum Bekämpfen von Krebszellen nutzt. Im Versuch an Mäusen konnte durch eine Transplantation dieser Zellen eine verstärkte Konzentration dieses Eiweißes im Gehirn und somit auch eine stärkere und wirksamere Immunreaktion gegen die Krebszellen erreicht werden. Des Weiteren wurde an der Ruhr-Universität Bochum herausgefunden, dass sich transplantierte Stammzellen aus Nabelschnurblut in sauerstoffarmen Arealen ansiedeln und in bestimmte Hirntumore begeben. Auf diese Weise könnten bestimmte Wirkstoffe zur Tumorbekämpfung in angemessener Konzentration direkt zu den entarteten Zellen geleitet werden. So ließe sich die Präzision der Krebstherapie erhöhen, was sowohl Heilungschancen als auch die Lebensqualität der Patienten verbessern würde.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation “Hirntumor”

Was ist ein Hirntumor?

Bei einem Hirntumor handelt es sich um eine gut- oder bösartige Entartung des neuroektodermalen Gewebes des zentralen Nervensystems. Es wird hierbei zwischen einem primären Gehirntumor, der seinen Ursprung in Gehirn oder Hirnhaut selbst hat, und einem sekundären, welcher sich aufgrund von Metastasen einer anderen Krebserkrankung im Gehirn angesiedelt hat, unterschieden. Hirntumore treten vermehrt im Kindesalter oder wieder ab dem 70. Lebensjahr auf. Die Ursache hierfür ist in der Regel unklar. Sie können je nach Lage, Größe, Art und Wachstum zu verschiedenen Symptomen führen und unterschiedlich gut oder weniger gut heilbar sein. Der sich am häufigsten ausbildende Gehirntumor ist das äußert gefährliche, bislang unheilbare Glioblastom.

 

Was ist ein maligner Hirntumor?

Bei Tumoren werden grundsätzlich zwei Formen unterschieden: benigne (gutartige) und maligne (bösartige). Gutartige Tumore wachsen in der Regel langsam und greifen ihr umliegendes Gewebe nicht an. Daher schädigen sie unseren Organismus allein durch den zunehmenden Druck auf benachbarte Organe, können jedoch je nach Ort des Befalls überhaupt keinen Einfluss auf unsere Gesundheit nehmen. Benigne Tumore sind in der Regel gut behandelbar und lassen sich oftmals vollständig heilen. Im Gehirn können jedoch auch benigne Tumore zu schweren gesundheitlichen Problemen führen, denn das gesunde Gehirngewebe kann nicht ausweichen, da der Schädelknochen nicht nachgibt. So wird womöglich gesundes Gewebe aufgrund der Raumforderung des Tumors und des damit einhergehenden steigenden Drucks gequetscht und stirbt in der Folge ab.

Maligne Tumore hingegen wachsen deutlich schneller und zeichnen sich durch die Fähigkeit aus, in umliegendes, gesundes Gewebe einzudringen. Experten sprechen in diesem Fall von “infiltrierendem Wachstum”. Dabei wird das umliegende Gewebe zerstört. Beim Glioblastom kommt noch erschwerend hinzu, dass dieser Tumor sehr diffus wächst, d. h. gesundes und krankes Gewebe sind nicht klar voneinander abzugrenzen. Manche Tumorausläufer dringen sehr tief in gesundes Gewebe vor.  Ein vollständige chirurgische Entfernung ist daher beim Glioblastom nicht möglich.

Dementsprechend ist die Behandlung und Heilung von malignen Tumoren deutlich schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich. Mithilfe neuartiger Therapien wie der Immuntherapie können sie jedoch in manchen Fällen geheilt, in anderen zumindest in ihrem Krankheitsverlauf verlangsamt oder gestoppt werden (Remission).

 

Was ist ein Meningeom?

Bei einem Meningeom handelt es sich um einen meist gutartigen Hirntumor, welcher durch eine Entartung der Zellen in der Arachnoidea entsteht, einer bestimmten Hirnhautschicht. Er wächst in der Regel recht langsam und schadet unserem Organismus durch die Verdrängung von anderem Hirngewebe. Meningeome grenzen sich gut von anderen Gehirnzellen ab und wachsen für gewöhnlich nicht in andere Gewebe ein. Die Therapie der Wahl ist eine operative Entfernung, in einigen Fällen kann alternativ oder ergänzend eine Strahlentherapie zum Einsatz kommen. Zufällig entdeckte Meningeome können auch gar keine Symptome verursachen und müssen nicht immer entfernt werden, sofern sie nicht rasch größer werden.