Herzinfarkt bzw. Myokardinfarkt

Herzinfarkt: Definition, Ursache, Symptome, Behandlung & Therapie

Erkrankungen am Herzen sollten immer ernst genommen werden, denn Funktionseinschränkungen des Organs führen zu schweren Folgeschäden unseres Organismus. Schließlich ist das Herz unser „Motor“. Es sorgt dafür, dass das Blut zu jeder Körperzelle gepumpt und diese mit lebensnotwendigen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Fällt der Motor aus, droht akute Lebensgefahr. Die wohl schwerste Herzerkrankung ist der akute Herzinfarkt: Er stellt die Haupttodesursache in den Industrienationen dar. In Deutschland und Österreich erleiden etwa 300 von 100.000 Einwohnern jährlich einen Herzinfarkt. Im Jahre 2015 endete dieser bei über 49.000 Menschen tödlich.

 

Definition: Was ist ein Herzinfarkt?

Bei einem Myokardinfarkt, auch Herzinfarkt oder Herzanfall genannt, kommt es zu einer anhaltenden Durchblutungsstörung (Ischämie) von Teilen des Herzenmuskels (Myokard) aufgrund eines Verschlusses eines Herzkranzgefäßes. In den meisten Fällen wird dieser Verschluss durch ein Blutgerinnsel ausgelöst, welches ein bereits verengtes Gefäß blockiert. Dies führt zu einer Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff. Hierdurch können Herzzellen absterben und es kommt zu einer dauerhaften Schädigung und somit zu einer reduzierten Leistung des Herzens.

 

Ursachen & Symptome eines Herzinfarktes

Der Großteil aller Herzinfarkte entsteht im Rahmen einer Koronaren Herzkrankheit (KHK), welche eine Verengung der Herzgefäße bewirkt. Zu den Risikofaktoren einer KHK gehören ein erhöhter Cholesterinspiegel, Übergewicht, Tabakkonsum, Bluthochdruck und Diabetes mellitus. Doch auch psychosoziale Faktoren spielen eine Rolle: So sind Stress, Wut oder Angst ebenfalls als Auslöser einer Koronalen Herzkrankheit bekannt. Übermäßiger Alkoholkonsum und Infektionskrankheiten können einen Herzinfarkt und andere schwerwiegende Herzerkrankungen ebenfalls bedingen.

Ein Herzinfarkt äußert sich in der Regel durch ein Brennen sowie starke Schmerzen im Brustbereich, welche in den linken Arm, die Schulter sowie den Bauch und Rücken ausstrahlen können. Er kann ebenfalls von Atemnot, Schweißausbrüchen, Übelkeit und eventuellem Erbrechen begleitet werden. Etwa 25 Prozent aller Herzanfälle verlaufen (nahezu) symptomlos, andererseits können selbst leichte Infarkte bereits über Kammerflimmern, einer lebensbedrohlichen, pulslosen Herzrhythmusstörung, zum plötzlichen Herztod führen.

 

Therapie & Behandlung von Herzinfarkten

Bei einem Myokardinfarkt handelt es sich immer um einen medizinischen Notfall, welcher das schnellstmögliche Einschreiten eines Notarztes und eine sofortige Behandlung erfordert. Je nachdem, welches Gefäß betroffen ist, führt ein Herzanfall nicht selten zum Tod. Treten Symptome auf, die auf einen Infarkt schließen lassen, müssen Ersthelfer dem Betroffenen helfen und Erste Hilfe leisten bis der Notarzt eintrifft. Erste Maßnahme sollte hierbei sein, den ansprechbaren Betroffenen mit leicht erhöhtem Oberkörper bequem zu lagern und ihn von beengender Kleidung zu befreien. Ist der Patient bereits bewusstlos, so sollten die Vitalzeichen überprüft werden. Sofern noch ein Puls zu fühlen ist, muss der Patient umgehend in die stabile Seitenlage gebracht werden.

In der ersten Stunde des Herzinfarktes ist das Risiko eines Herzstillstandes durch Kammerflimmern am höchsten. Kommt es dazu, muss sofort eine Herz-Lungen-Wiederbelebung (Herzdruckmassage und Beatmung) erfolgen. Nur so kann der Tod oder schwere Schäden durch eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns verhindert werden. Mithilfe einer Defibrillation durch den Notarzt oder mittels eines öffentlichen automatisierten externen Defibrillators, der auch von Laien bedient werden kann, ist das Stoppen des Kammerflimmerns möglich.

Weitere Behandlungsmaßnahmen erfolgen erst im Krankenhaus. Oberste Priorität hat hier, den Verschluss des betroffenen Gefäßes zu beheben, um die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels wieder zu gewährleisten. Anschließend werden, je nach Schwere des Infarktes, weitere Therapiemaßnahmen vorgenommen, um einen weiteren Anfall zu verhindern. Hierbei kommen entweder Medikamente oder das Legen eines Stents, einer Stütze zum Offenhalten von Gefäßen oder Hohlorganen, zum Einsatz. Auch eine Bypass-Operation oder ein Herzschrittmacher kann in Betracht kommen. Nach einem Herzinfarkt werden Patienten aufgrund des Risikos von weiteren Herzrhythmusstörungen mindestens fünf Tage (bei unkompliziertem Verlauf) auf einer Intensiv- oder Überwachungsstation behandelt. In vielen Fällen ist auch nach der Entlassung eine lebenslange medikamentöse Therapie mit Betablockern, Statinen oder ACE-Hemmern sinnvoll, um Herzmuskelschwächen, Herzrhythmusstörungen und erneutem Herzinfarkt vorzubeugen.

 

Die Schäden von Herzinfarkten mithilfe einer Stammzellentherapie beheben

Bei einem folgenschweren Herzinfarkt wird der Herzmuskel aufgrund des Absterbens von Milliarden Herzzellen dauerhaft geschädigt. Daher arbeitet die Stammzellenforschung schon seit Jahren an einer Therapie, um diese zu beheben und die Bildung von Narbengewebe zu verhindern. Dieses behindert die Herzfunktion massiv. Mediziner sprechen dann von einer Herzinsuffizienz. Die Regenerative Medizin sieht in Stammzellen aus Nabelschnurblut ein hohes Potential. Wissenschaftlern gelingt es bereits, eine große Anzahl dieser Stammzellen in funktionierende Herzellen umzuwandeln.

Die Fortschritte auf dem Gebiet sind enorm. In naher Zukunft wird die Züchtung und Transplantation von lebensrettendem Herzgewebe sicher Realität sein. Herzpatienten können also aufatmen. Bereits heute laufen in Göttingen die Vorbereitungen zu klinischen Studien zu einer Herztherapie mit Stammzellen. Hier soll ein sogenanntes „Herzpflaster“ zum Einsatz kommen. Dafür werden aus Stammzellen gezüchteten Herzzellen und Bindegewebe miteinander kombiniert. Die Kultivierung erfolgt mittels Tissue Engineering. Das Pflaster wird per 3D-Druck exakt auf Patienten zugeschnitten und soll demnächst zur Behandlung von Herzinsuffizienzen zum Einsatz kommen.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation „Herzinfarkt“

Was ist ein Herzinfarkt?

Bei einem Herz- oder auch Myokardinfarkt kommt es zu einer Durchblutungsstörung von Teilen des Herzmuskels aufgrund eines Gefäßverschlusses. Dies führt zu einer Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff. Durch den Sauerstoffmangel können Herzzellen absterben. Das Organ wird dauerhaft geschädigt, da Narbengewebe entsteht. Meist liegt einem Herzinfarkt eine Koronale Herzkrankheit zugrunde. Anzeichen sind starke Schmerzen in Brust und linkem Arm sowie Bauch und Rücken, Atemnot, Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen. Bei einem Herzinfarkt handelt es sich immer um einen medizinischen Notfall, bei den sofort ärztliche Hilfe gerufen werden muss, da er sonst zum Tode führen kann.

 

Was ist ein stiller Herzinfarkt?

Bei einem stillen oder stummen Herzinfarkt handelt es sich um einen Infarkt, bei dem keine klassischen Symptome auftreten und er deswegen in der Regel unbemerkt bleibt. Doch auch ein stiller Herzinfarkt schädigt den Herzmuskel. Es kann Tage, Monate oder sogar Jahre dauern, bis die Durchblutungsstörung letztendlich erkannt wird. Anzeichen, die auf einen stummen Infarkt hinweisen können, sind Müdigkeit, Unwohlsein und Lustlosigkeit. Ein stiller Herzinfarkt kommt bei Männern häufiger vor, verläuft hingegen bei Frauen öfter tödlich. In der Regel haben Menschen nach einem solchen Infarkt ein dreimal höheres Risiko, an Herzkrankheiten zu sterben und auch das allgemeine Sterberisiko ist um 34 Prozent erhöht.

 

Welche Blutwerte zeigen einen Herzinfarkt an?

Ein Bluttest kann zuverlässig auf einen drohenden Herzinfarkt hinweisen. Neben den primären Symptomen oder einem veränderten Elektrokardiogramm (EKG) können bestimmte Blutwerte ebenfalls als Warnzeichen fungieren. Ausschlaggebend sind hierfür erhöhte Werte der Proteine Kreatinkinase (CK-MB) und Troponin I. Beide gelangen ins Blut, wenn Herzzellen absterben. Die Diagnose per Bluttest ist zur rechtzeitigen Erkennung von Herzkrankheiten besonders bei Patienten wichtig, die ein unauffälliges EKG zeigen.