Fibromyalgie / Fibromyalgie-Syndrom (FMS)

Fibromyalgie: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Eine Fibromyalgie ist ein Syndrom unbekannter Ursache, dessen Hauptsymptom sich in starken Schmerzen äußert. Nach Schätzungen von Experten leiden etwa 0,5 bis 5,8 Prozent der europäischen und nordamerikanischen Bevölkerung am Fibromyalgie-Syndrom. Die Krankheit kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern.

 

Definition: Was ist eine Fibromyalgie?

Bei einer Fibromyalgie (auch als Weichteilrheuma bekannt) handelt es sich um ein Syndrom, welches sich überwiegend durch weitverbreitete Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, Schlafstörungen und Erschöpfung äußert. Die Erkrankung kann spontan auftreten oder aber durch Stress und Überreizung des Nervensystems chronisch verlaufen. In der Regel ist ein Fibromyalgie-Syndrom erst nach etwa sieben Jahren vollständig ausgeprägt.

Der Begriff Fibromyalgie leitet sich vom lateinischen Wort fibra (Faser) und den altgriechischen Wörtern μῦς mŷs (Muskel) und ἄλγος álgos (Schmerz) ab und beschreibt damit bereits den Hauptindikator der Krankheit.

 

Ursachen & Symptome einer Fibromyalgie

Die Symptome einer primären Fibromyalgie weisen für gewöhnlich keine klinisch erkennbare Ursache auf, weshalb die Krankheit oft erst spät erkannt oder anfangs als Hypochondrie abgewiesen wird. Es wird jedoch angenommen, dass mehrere Auslöser im Zusammenhang eine Fibromyalgie bedingen. Von einer sekundären Fibromyalgie spricht man, wenn sie durch eine andere Erkrankung begünstigt wurde. Zu diesen Fremdauslösern zählen zum Beispiel Infektions- und rheumatische Erkrankungen. Als weitere Verursacher oder Verstärker der Fibromyalgie werden psychosomatische Erkrankungen, Tumorerkrankungen, Hormonstörungen und Traumata angenommen. Auch ein Vitamin-D-Mangel, mangelnde Bewegung, Rauchen, Übergewicht und depressive Störungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Inwieweit all diese Faktoren jedoch mit dem Entstehen der Krankheit in Verbindung stehen, ist bis heute unklar.

Primäre Symptome einer Fibromyalgie sind verschieden starke Schmerzen in den Muskeln, meist nahe der Gelenke, eine generell erhöhte Schmerzempfindlichkeit (zentrale Sensibilisierung), andauernde Müdigkeit und vermehrte Erschöpfung. Des Weiteren kann es zu Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit sowie Schwellungsgefühlen in Armen und Beinen kommen. Seltener treten Herzrhythmusstörungen oder eine erhöhte Infektionsanfälligkeit auf. Eine Fibromyalgie geht oft mit Depressivität einher, ob diese nun von der Krankheit ausgelöst wird oder sie selbst bedingt, ist nicht bekannt.

 

Therapie & Behandlung einer Fibromyalgie

Eine Fibromyalgie ist zur Zeit unheilbar und kann durch medizinische Maßnahmen nur bedingt beeinflusst werden. Ziel der Therapie ist in erster Linie die Linderung von Symptomen und der Erhalt der Lebensqualität. Bei einer Fibromyalgie kommt es für gewöhnlich zum Einsatz einer multimodalen Schmerztherapie, die eine medikamentöse Behandlung mit Sport- und Funktionstraining sowie physikalischen Therapien kombiniert. Eingesetzte Medikamente sind hierbei Antidepressiva wie Amitriptylin, Pregabalin und Gabapentin, schwache Opioide und Dopaminantagonisten. Die Sporttherapie umfasst ein umfangreiches Herz-Kreislauf-Training, um sowohl Schmerzen als auch Müdigkeit zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. In der physikalischen Therapie kommen Stanger- oder Thermalbäder sowie Wärmebehandlungen zum Einsatz. Entspannungsmethoden wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Meditation werden ebenfalls in den Behandlungsleitlinien empfohlen, sind jedoch als alleinige Therapie ungeeignet.

 

Hilfe durch die Stammzellentherapie

Mittlerweile vermutet die Forschung, dass eine veränderte Anzahl und Anordnung der sensorischen Nervenenden im Unterhaut-Bindegewebe von Betroffenen die Fibromyalgie auslösen könnte. Das führe letztlich zu Fehlleitungen der Impulse und bedinge so die primären Symptome. Kann dieser Verdacht bestätigt werden, so wäre es möglich, die Fehlbildung der Nerven durch eine Stammzellentherapie zu beheben. Hierbei würden aus induzierten, pluripotenten Stammzellen gezüchtete neuronale Stammzellen genutzt werden, um die Defekte zu reparieren.

Auch mesenchymale Stammzellen könnten helfen, denn ihre Wirkung ist vielseitig. Sie haben längst bewiesen, dass sie bei Entzündungen zur Reparatur von kaputtem Gewebe eingesetzt werden können. Sie werden ebenfalls genutzt, um ein entartetes Immunsystem zu beruhigen und dessen Funktionen wieder zu normalisieren. Diese Eigenschaften kommen bislang vorrangig bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes zum Einsatz. Sie könnten jedoch auch Fibromyalgie-Patienten helfen. Klinische Studien zur Wirksamkeit einer Stammzellentherapie bei Fibromyalgie existieren derweil noch nicht. Trotzdem bieten einige Institute bereits Heilversuche mit autologen Stammzellen an.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation “Fibromyalgie”

Was ist eine Fibromyalgie?

Unter einer Fibromyalgie wird ein Syndrom verstanden, welches sich durch Muskel- und Gelenkschmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen und eine Vielzahl anderer Symptome äußert. Die genauen Ursachen der Krankheit sind nicht bekannt, es werden jedoch verschiedene Auslöser in Betracht gezogen. Sie reichen von verschiedenen Erkrankungen über psychosomatische Faktoren bis hin zu Umwelteinflüssen und Lebensbedingungen. Bislang existiert noch keine Heilungsmethode, die Therapie konzentriert sich momentan nur auf die Behandlung der Symptome.

 

Wie ist der Schmerz bei Fibromyalgie?

Der volkstümliche Name “Alles-tut-weh-Syndrom” beschreibt bereits recht gut, inwieweit sich eine Fibromyalgie äußert. Das Hauptleiden der Krankheit ist ein brennender oder pochender Muskelschmerz, den Erkrankte überwiegend in den Muskeln nahe der Gelenke, jedoch generell am ganzen Körper fühlen können. Die Schmerzen sind in der Regel unberechenbar: So können sie in ihrer Lokalisation und Intensität stark variieren sowie plötzlich auftreten oder nachlassen. Gerade dieser Umstand erschwert die Diagnose und führt hin und wieder zum Vorwurf von Hypochondrie.

 

Wie kann man eine Fibromyalgie feststellen?

Da eine Fibromyalgie an die hundert Symptome umfassen kann, lässt sich die Krankheit nur sehr schwer diagnostizieren. In der Regel beziehen sich Ärzte auf die Anamnese (bisherige Krankengeschichte) und nutzen körperliche sowie Laboruntersuchungen, nicht zuletzt, um andere Erkrankungen wie systematisch entzündliche Krankheiten, Infektionen oder hormonelle Störungen auszuschließen. Für eine Fibromyalgie-Diagnose können sich Mediziner nur auf die wenigen Leitlinien des American College of Rheumatology (ACR) berufen, um einen Befund zu erhalten. Checkpunkte hier sind zum Beispiel weit verbreitete Schmerzen, welche länger als drei Monate anhalten, oder eine Druckschmerzempfindlichkeit an mindestens 11 von 18 spezifizierten Punkten (Tenderpoints). Auch die Erfassung von Begleitsymptomen und Schlafuntersuchungen können hilfreich sein, sichern eine genaue Diagnose jedoch nicht.

 

Kann Fibromyalgie tödlich sein?

Obwohl die Schmerzen und die Kraftlosigkeit bei einer Fibromyalgie die Lebensqualität in der Regel stark einschränken, gilt die Krankheit nicht als tödlich. Allerdings können sich in seltenen Extremfällen aufgrund von Symptomen Folgeerkrankungen entwickeln, zum Beispiel Herzrhythmusstörungen oder Infektionen, die im schlimmsten Fall einen tödlichen Ausgang nehmen können.