Darmkrebs (Kolorektales Karzinom)

Darmkrebs: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Darmkrebs ist die zweithäufigste, in Deutschland auftretende Krebserkrankung. Etwa sechs Prozent aller Männer und Frauen erkranken im Verlauf ihres Lebens daran. Die Kolorektalen Karzinome entstehen fast immer aus anfangs gutartigen Darmpolypen. Durch Operation und Chemotherapie besteht eine etwa 40- bis 60-prozentige Heilungschance mit einer Fünf-Jahres-Überlebensrate. Enorm entscheiden hierbei ist das Krankheitsstadium. Seit 2002 übernehmen die Krankenkassen für Menschen ab dem 55. Lebensjahr die Kosten für eine Darmspieglung (Vorsorge-Koloskopie) zum frühzeitigen Erkennen von Darmkrebs.

 

Definition: Was ist Darmkrebs?

Bei Darmkrebs handelt es sich um bösartige (maligne) Karzinome, die in Dickdarm oder Mastdarm, selten auch im Dünndarm, auftreten. Diese entstehen meist aus normalen Darmpolypen, welche sich unbehandelt zu Tumoren entwickeln können. Darmkrebs verläuft lange Zeit symptomlos, bis die Karzinome beginnen, stark zu bluten oder das Darmlumen zu sehr einschränken. Blut im Stuhl, Anämien, Verdauungsbeschwerden und Gewichtsverlust sind die Folge. Im späteren Krankheitsverlauf kann es zu gravierenderen Symptomen und weiteren Komplikationen wie einem Darmverschluss kommen.

 

Darmkrebs: Ursachen & Symptome

Zu den Ursachen, die das Auftreten von Darmkrebs begünstigen können, zählen unter anderem eine hohe Kalorienzufuhr, Übergewicht, eine sehr fett- und fleischreiche Kost in Verbindung mit geringem Ballaststoffgehalt und ein hoher Nitratwert im Trinkwasser. Übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum stellen ebenfalls Darmkrebs begünstigende Risikofaktoren dar. Auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa sowie Diabetes mellitus können als Verursacher für die Entartung der Polypen verantwortlich gemacht werden. In einigen Fällen ist eine Darmkrebserkrankung auch genetisch bedingt, etwa bei einem hereditären nicht-polypösen Kolonkarzinom-Syndrom (HNPCC) oder bei einer familiären adenomatösen Polyposis (FAP).

In den frühen Stadien verläuft Darmkrebs in der Regel symptomlos. Erst, wenn die Karzinome zu bluten beginnen oder anfangen, den Darm zu blockieren, treten erste Beschwerden auf. Blutiger oder schleimiger sowie „Bleistift- oder Ziegenköttelstuhl“, Durchfall, Verstopfung und Krämpfe zählen zu den typischsten Symptomen. Der Blutverlust kann ebenfalls zu einer Anämie (Blutarmut) führen, welche sich durch Leistungsabfall, Müdigkeit und allgemeine Schwäche bemerkbar macht. In fortgeschrittenen Tumorstadien können ein Darmverschluss oder sogar eine Perforation, ein Durchbruch der Darmwand, auftreten. Bei letzterer gelangen Stuhl und Keime in das Abdomen, was zu einer Bauchfellentzündung führt. Das Karzinom bei Darmkrebs kann ebenfalls in die Nachbarorgane streuen. Metastasen siedeln sich häufig in Leber, Lunge, den Nieren oder im Bauchfell an.

 

Therapie & Behandlung von Darmkrebs

Wird bei einer Darmspiegelung, die aufgrund von Vorsorge oder Verdacht auf eine Darmkrebs-Erkrankung durchgeführt wurde, ein Kolorektales Karzinom festgestellt, kommt es zuerst auf die Lokalisation und das Stadium des Tumors an. In der Regel erfolgt dann ein chirurgischer Eingriff, bei dem der betroffene Teil des Darms sowie alle umliegenden Lymphgefäße vollständig entfernt werden. In machen Fällen ist dabei das Legen eines künstlichen Darmausgangs (Anus praeter bzw. Enterostoma) erforderlich. Ist eine chirurgische Entfernung des Tumors nicht möglich, etwa, weil er sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet und/oder die Krebszellen bereits metastasiert haben, muss eine Chemotherapie erfolgen. Operiert wird in diesen Fällen nur, um mögliche Komplikationen des Darmkrebses zu behandeln, zum Beispiel um einen Darmverschluss abzuwenden.

 

Heilung von Darmkrebs durch Stammzellenforschung

In einem Projekt versuchten amerikanisch-französische Forscher, Darmgewebe aus induzierten, pluripotenten Stammzellen (kurz: IPS-Zellen) zu kultivieren, um das komplexe System des Darms besser analysieren und verstehen zu können. Mittlerweile ist es Wissenschaftlern sogar möglich, nicht nur Darmzellen, sondern auch Vorläuferzellen des enterischen Nervensystems zu züchten und somit im Labor ein funktionierendes Organoid, also einen Minidarm, zu erschaffen. Mithilfe von Tierversuchen konnte festgestellt werden, dass dieser nach der Transplantation rudimentär die Aufgaben des echten Darms übernimmt. Diese Erkenntnisse lassen darauf hoffen, dass in Zukunft ein künstlich geschaffener Darm oder Darmabschnitt das durch Darmkrebs geschädigte Gewebe vollständig ersetzen kann.

Die Grundlagenforschung trägt außerdem weitere Details zum Verständnis der Funktionsweise des Darms bei, etwa wie die Erneuerung der Darmzellen durch die Darm-Stammzellen funktioniert. Im Vergleich zu anderen Stammzellen sind die Darmstammzellen ungewöhnlich, denn sie vermehren sich nicht über asymmetrische Teilung. Vielmehr stehen sie in enger Verbindung zu anderen Zellen, den sogenannten „Paneth-Zellen“, und tauschen mittels Botenstoffen Informationen mit diesen aus. Erst, wenn der Kontakt zu einer Paneth-Zelle verloren geht, erhalten die Stammzellen das Signal, sich zu einer Gewebezelle des Darms weiterzuentwickeln. Da die Zahl der Paneth-Zellen jedoch konstant bleibt, ändert sich auch die Zahl der Stammzellen im Darm nicht.

Ein weiteres erklärtes Forschungsziel der Stammzellenforschung ist es außerdem, herauszufinden, wie sich eine „normale Zelle“ zu einer Krebsstammzelle entwickelt.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation „Darmkrebs“

Was ist Darmkrebs?

Darmkrebs bezeichnet das Auftreten bösartiger kolorektaler Karzinome im Dickdarm, Mastdarm und seltener dem Dünndarm. Diese führen zu Blutungen und Verdauungsbeschwerden, im späteren Verlauf zu einem Darmverschluss, einer Perforation des Darms oder einer Streuung in andere Organe.

 

Welche Anzeichen weisen auf eine Darmkrebserkrankung hin?

Zu Beginn verläuft Darmkrebs oft scheinbar symptomlos. Dennoch existieren Alarmzeichen: Dazu zählen beispielsweise der Verlust von Blut oder Schleim mit dem Stuhlgang. Eine wechselnde Verdauung (mal Durchfall, mal Verstopfung) kann ebenfalls ein Indikator sein. Auch bei krampfartigen Bauchschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl und Appetitlosigkeit kommt Darmkrebs als Auslöser in Frage. Des Weiteren kann zwingender Stuhlgang ohne darauffolgende Entleerung Gastroenterologen aufhorchen lassen. Unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Müdigkeit und Leistungsabfall sind weitere Symptome, die ebenfalls auf eine Darmkrebserkrankung hinweisen.

 

Wie hoch ist die Lebenserwartung bei Darmkrebs?

Die Lebenserwartung und die Heilungschancen bei Darmkrebs hängen stark davon ab, in welchem Stadium sich der Tumor bei der Entdeckung befindet. Die Überlebensrate fünf Jahre nach Ausbruch der Krankheit beträgt bei Patienten mit Karzinomen im Stadium I und II zwischen 85 und 95 Prozent. Im Stadium III überlebt nur noch die Hälfte der Patienten.

Patienten mit Tumoren im Endstadium (IV) können in der Regel nicht mehr geheilt werden. Hier wird lediglich eine palliative Behandlung angestrebt. Eine leichte Chemotherapie kann das Tumorwachstum bremsen und so recht lange eine gute Lebensqualität erhalten. In diesem Stadium beträgt die Lebenserwartung bei unbehandelter Krankheit nur etwa 12 Monate, mit einer Chemotherapie lässt sich diese Zeit verdoppeln.

Darmkrebspatienten sind sowohl durch das Weiterwachsen des ursprünglichen Tumors als auch durch das Auftreten von Tochtergeschwüren gefährdet. Daher ist es zwingend erforderlich, nach erstem Auftreten der Krankheit regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen.