Cytomegalie (CMV)

Cytomegalie: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Unser Immunsystem ist für die Abwehr von Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten zuständig. Hierbei ist es in bestimmten Fällen so effektiv, dass eine Infektion von uns nicht einmal bemerkt wird. Doch in bestimmten Situationen können selbst harmlose Krankheitserreger verheerende Schäden anrichten – etwa, wenn das Immunsystem geschwächt ist oder während einer Schwangerschaft. Zu diesen Infektionen zählt die Cytomegalie.

 

Definition: Was ist Cytomegalie?

Bei einer Cytomegalie/Zytomegalie handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch das Humane Cytomegalievirus (HCMV), auch Humanes Herpesvirus 5 (HHV 5) genannt, ausgelöst wird. Nach der Erstinfektion überdauert es lebenslang in den Lymphzellen. Nach Schätzungen sind etwa 60 Prozent aller gesunden Menschen Träger des Erregers. In nahezu allen Fällen verläuft eine Erkrankung bei Menschen mit intaktem Immunsystem vollkommen beschwerdefrei oder mit nur leichten Krankheitszeichen. Während einer Schwangerschaft kann das Virus jedoch für das ungeborene Kind lebensbedrohlich sein und zu schwersten Fehlbildungen führen.

 

Ursachen & Symptome einer Cytomegalie

Infektionen mit dem HCM-Virus sind häufig, denn es ist weltweit verbreitet. Je nach Lebensstandard liegt die sogenannte Durchseuchungsrate bei 30 bis 90 Prozent. Sowohl bei der Erstinfektion, als auch bei Reaktivierungen ist der Erreger in verschiedenen Körperflüssigkeiten wie Speichel, Urin, Muttermilch oder Blut enthalten. Wechselnde Sexualpartner machen eine Infektion wahrscheinlicher. Beim Umgang mit Kleinkindern unter drei Jahren besteht ebenfalls Ansteckungsrisiko, denn sie scheiden nach einer Erkrankung größere Virenmengen aus und können so Betreuungspersonen infizieren. Während einer Schwangerschaft kann die Mutter das Virus auf ihr ungeborenes Kind übertragen.

Vom Anstecken bis zum Ausbrechen der Krankheit können etwa zwei bis sechs Wochen vergehen. Die genaue Inkubationszeit ist sehr schwer zu bestimmen, da eine Cytomegalie bei gesunden Menschen in der Regel unbemerkt bleibt. Die Erkrankung verläuft in 99 Prozent aller Fälle beschwerdefrei oder äußert sich in nur recht schwachen, grippeähnlichen Symptomen. Zu diesen zählen Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Cytomegalie macht sich auch durch eine Schwellung der Lymphknoten bemerkbar.

Bei immunkompromittierten Patienten, zum Beispiel HIV-Erkrankte oder Menschen nach einer Stammzellen- oder Organtransplantation, kann es durch eine HCMV-Infektion zu schwereren Komplikationen kommen. Hier ist ein Befall der Lunge, des Verdauungstraktes, des zentralen Nervensystems und der Augen möglich. Um dies zu verhindern, werden zur Zeit verschiedene Prophylaxeoptionen getestet.

In der Schwangerschaft ist eine Cytomegalie besonders gefährlich. Während sie für die Mutter meist harmlos verläuft, vergleichbar mit einer milden Grippe, besteht das Risiko, die Erkrankung auf das ungeborene Kind zu übertragen. Erfolgt dies im ersten oder zweiten Schwangerschaftsdrittel, kann es zu Fehlbildungen kommen. Diese betreffen überwiegend das Herz-Kreislauf-System, den Magen-Darm-Trakt sowie das Skelett und die Muskeln. Vergrößerungen der Leber oder Milz, Netzhautentzündungen, Blutgerinnungsstörungen sowie Verkalkungen in der Schädelhöhle sind ebenfalls möglich. Des Weiteren kann es zu Hörstörungen und schweren geistigen Behinderungen kommen. 12 bis 30 Prozent der Kinder sterben noch im Mutterleib an der Infektion, neun von zehn Lebendgeborenen weisen Spätfolgen auf.

 

Therapie & Behandlung einer Cytomegalie

Eine spezielle Therapie der Viruserkrankung ist bei ansonsten gesunden Menschen in der Regel nicht nötig. Hier genügt es meist, die Symptome zu behandeln. Bei immungeschwächten Patienten werden spezielle Virostatika oder Anti-Immunglobuline eingesetzt. Sollten zusätzlich bakterielle Infektionen auftreten, müssen diese umgehend mit Antibiotika behandelt werden. Für Schwangere gibt es noch keine wirksame Therapie, lediglich präventive Maßnahmen. So sollten werdende Mütter vor Schwangerschaftsbeginn ihren CMV-Antikörperstatus bestimmen lassen. Während der Schwangerschaft ist bei Kontakt zu anderen Kleinkindern (beruflich oder privat) auf eine gründliche Handhygiene zu achten, um das Ansteckungsrisiko gering zu halten. Schwangere sollten sicherheitshalber separates Geschirr und Besteck, Zahnbürsten, Waschlappen und Handtücher benutzen.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation “Cytomegalie”

Was ist Cytomegalie?

Bei einer Cytomegalie handelt es sich um eine Infektion durch das Humane Cytomegalievirus. Dieses ist weltweit verbreitet, für Menschen mit einem gesunden Immunsystem in der Regel harmlos und äußert sich höchstens in grippeähnlichen Symptomen. Bei Immungeschwächten nimmt die Krankheit jedoch häufig einen schwereren Verlauf: Hier befällt das Virus vor allem die Lunge, den Verdauungstrakt, das zentrale Nervensystems und die Augen. Infizierte Schwangere können die Cytomegalie auf ihr ungeborenes Kind übertragen, was zu schweren Fehlbildungen und Behinderungen führen kann. In einigen Fällen kommt es auch zu einer Fehl- oder Totgeburt. Auch die Frühgeburtsrate bei infizierten Föten ist erhöht.

Bei Betroffenen mit geschwächtem Immunsystem erfolgt die Behandlung in der Regel mit Virostatika, Anti-Immunglobulinen und bei zusätzlichen bakteriellen Infektionen auch mit Antibiotika. Für Schwangere existiert bislang keine Therapie. Es gibt lediglich bewährte Tipps für Präventionsmaßnahmen.

 

Was ist eine Serokonversion?

Bei der Serokonversion handelt es sich um einen medizinischen Fachbegriff, der die Entwicklung von Antikörpern des Immunsystems gegen bestimmte Antigene von Fremdkörpern beschreibt. Diese tritt für gewöhnlich bei einer Infektion oder Impfung auf. Frühe Antikörper (IgM) weichen hier späten Antikörpern (IgG). Dies führt je nach Serotyp zu einer Immunität gegen bestimmte Erreger.