Colitis Ulcerosa

Colitis Ulcerosa: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Unser Verdauungssystem ist ein enorm wichtiger Bestandteil unseres Organismus, denn es versorgt diesen mit dringend benötigten Nährstoffen. Allerdings ist das komplexe Gefüge sehr empfindlich und anfällig für Krankheiten und Entzündungen. Eine dieser Darmerkrankungen stellt die Colitis Ulcerosa dar. Hierbei handelt es sich um eine chronische Entzündung des Darms. Etwa 160 bis 250 von 100.000 Menschen in der westlichen Welt sind von ihr betroffen: In Deutschland kommt es pro Jahr zu etwa drei bis vier Neuerkrankungen unter 100.000 Einwohnern. Colitis Ulcerosa tritt für gewöhnlich zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf.

 

Definition: Was ist Colitis Ulcerosa?

Bei einer Colitis Ulcerosa handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, bei der es zu einer Entzündung der Dickdarmschleimhaut kommt. Im Gegensatz zu Morbus Crohn betrifft die Entzündung nur den Dickdarm kontinuierlich. Die Krankheit verläuft in der Regel schleichend, kann sich jedoch in akuten Schüben äußern. Lange Zeit wurde die Colitis Ulcerosa zu den psychosomatischen Krankheiten gezählt: Nach heutigem Kenntnisstand ist jedoch klar, dass ihr organische Ursachen zugrundeliegen, während die Psychosomatik lediglich Begleit- und Folgesymptome beeinflusst.

Der Name der Krankheit leitet sich aus dem altgriechischen Wort für Darm (κῶλον kōlon) und dem lateinischen Wort für Geschwür (ulcus) ab.

 

Ursachen & Symptome einer Colitis Ulcerosa

Die Ursachen der Erkrankung sind bis heute weitestgehend unbekannt. Es wird jedoch, ähnlich wie bei Morbus Crohn, eine genetisch bedingte Autoimmunreaktion gegen die Darmflora als Auslöser vermutet. Bislang wurden bereits mehrere Genmutationen identifiziert, die mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in Verbindung stehen. Auch Umweltfaktoren wie Ernährung und Hygienestandards können als (Mit-)Auslöser in Betracht gezogen werden. Stress und Belastung sollen den Krankheitsverlauf ebenfalls beeinflussen.

Zur Symptomatik einer Colitis Ulcerosa gehören vordergründig Diarrhoen, Darmblutungen und Koliken, die überwiegend im linken Unterbauch auftreten. Es kann ebenfalls zu Fieberschüben, Gewichts- und Leistungsabfall, allgemeiner Schwäche, Blutarmut und Stuhlinkontinenz kommen. Akute Schübe während der Krankheit führen in einigen Fällen zu starken Blutungen. Extreme, jedoch seltene Komplikationen einer Colitis Ulcerosa sind Bauchfellentzündungen oder ein Dickdarmdurchbruch. Nach längerer Erkrankungszeit erhöht sich außerdem das Darmkrebsrisiko.

 

Therapie & Behandlung einer Colitis Ulcerosa

Da es bisher nicht möglich ist, genetisch bedingte Erkrankungen zu heilen, zielen die Therapiemaßnahmen auf eine Verminderung der Entzündung und der Besserung der Beschwerden ab. Hierfür stehen viele Medikamente zur Verfügung, die jedoch bei längerer Anwendung in der Regel starke oder unangenehme Nebenwirkungen haben. Um die Immunreaktion gegen die eigene Darmflora zu hemmen, werden Immunsuppressiva wie etwa Azathioprin oder 6-Mercaptopurin verwendet. Schwere akute Schübe werden mit einer Kombination aus Antibiotika und hochdosiertem Kortison behandelt.

Komplementäre Therapien wie eine Ernährungsumstellung, die Verwendung von Naturheilmitteln (Myrrhe, Kamillenblütenextrakt, Kaffeekohle) oder sogar Nikotin können zur Linderung von Symptomen eingesetzt werden. Einige kontrollierte Studien bewiesen deren Wirksamkeit.

In gravierenden Fällen oder bei Komplikationen ist ein operativer Eingriff bei einer Colitis Ulcerosa nötig. Oft ist dies der Fall, wenn veränderte Zellen als Krebsvorstufe festgestellt werden. In der Regel wird dann der gesamte Dickdarm entfernt und in einer Folgeoperation ein künstlicher Enddarm aus dem Dünndarm konstruiert, um eine normale Stuhlentleerung zu ermöglichen.

 

Mit einer Stammzellentherapie schwere Darmschäden reparieren

Ist ein operativer Eingriff erforderlich und müssen Teile bzw. der vollständige Dickdarm entfernt werden, ist die Funktion des Darms nicht mehr gewährleistet. Zwar können Chirurgen mittlerweile mittels einer ileoanalen Pouch-Operation das letzte Stück des Dünndarms mit dem Anus verbinden, um die Funktionalität wiederherzustellen, dies ist allerdings nicht immer möglich.

Die Stammzellenforschung könnte Colitis Ulcerosa-Patienten jedoch neue Hoffnung geben, denn was den Darm betrifft, beschäftigen sich Wissenschaftler bereits mit der Anwendungsforschung. So gelang es bereits, aus pluripotenten Stammzellen funktionsfähige Darmzellen zu entwickeln, die in Kombination mit Vorläuferzellen des enterischen Nervensystems kultiviert werden konnten. Das Resultat war ein unter Laborbedingungen funktionierendes Organoid, praktisch ein Minidarm. Dieser konnte im Tierversuch nachweislich die Aufgaben des echten Organs rudimentär übernehmen.

Die erfolgreiche Züchtung eines voll funktionsfähigen Darmabschnitts aus Stammzellen, um Transplantate für erkranktes oder zerstörtes Gewebe bereitszustellen, wird jedoch noch einige Zeit und viel Forschungsarbeit benötigen. Jedoch sind die bereits erzielten Ergebnisse vielversprechend. Als mögliche Quellen zur Gewinnung von geeigneten Stammzellen für die Züchtung stehen heute bereits Nabelschnurblut, Knochenmark und sogar Fettgewebe zur Verfügung.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation „Colitis Ulcerosa“

Was ist Colitis Ulcerosa?

Eine Colitis Ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die die Schleimhäute des Dickdarms befällt. Sie äußert sich in rezidivierenden Diarrhoen, Darmblutungen und schmerzhaften Koliken im linken Unterbauch. Symptome treten entweder schleichend oder in akuten Schüben auf. Die Ursachen der Erkrankung sind noch nicht vollständig geklärt. Vermutet wird jedoch eine krankhaft gesteigerte Autoimmunreaktion. Diese sowie die Symptome der Krankheit werden in der Regel medikamentös behandelt. In extremen Fällen muss jedoch eine operative Dickdarmentfernung erfolgen. Während anfangs noch psychosomatische Gründe für eine Colitis Ulcerosa angenommen wurden, steht heute fest, dass sich die Psychosomatik lediglich in Begleitsymptomen äußert.

 

Wie wird eine Colitis Ulcerosa festgestellt?

Um eine Colitis Ulcerosa genau zu diagnostizieren, muss eine Darmspiegelung (Koloskopie) mit einer Probenentnahme (Biopsie) erfolgen. Diese Probe wird anschließend im Labor feingeweblich untersucht. Hier weisen ein erhöhtes C-reaktives Protein, eine erhöhte Blutsenkung und eine Leukocytose auf die Entzündung hin. Eventuell liegt auch eine Anämie als Folge der Blutung vor. In etwa 60 Prozent aller Fälle sind in der Probe ebenfalls antineutrophile cytoplasmatische Antikörper vorhanden.

 

Ist eine Colitis Ulcerosa tödlich?

Colitis Ulcerosa verläuft zu 85 Prozent in Schüben mit beschwerdefreien Abschnitten, die sich über Jahre hinweg erstrecken können. In 15 Prozent der Fälle nimmt die Krankheit jedoch einen schwereren Verlauf. Ungefähr zwei Drittel dieser Verläufe äußern sich dadurch, dass Patienten keinerlei beschwerdefreie Abschnitte haben. Beim letzten Drittel (dies entspricht etwa 5 Prozent aller Colitis Ulcerosa-Erkrankungen) verläuft die Krankheit sehr schwer: Sie beginnt plötzlich mit massiven Durchfällen, Fieber und Wasserverlust bis hin zum Kreislaufschock. Dieser kann tödlich enden.

 

Was sollte man nicht essen bei Colitis Ulcerosa?

Menschen, die an Colitis Ulcerosa leiden, reagieren in der Regel empfindlicher auf verschiedene Lebensmittel als Gesunde, vor allem in den Akutphasen. Oftmals kommt es zu einer schubbedingten Zuckerunverträglichkeit. Doch auch Fette und Säuren schaden der Verdauung übermäßig. An Colitis Ulcerosa Erkrankte sollten daher gerade in der Schubphase auf Zuckerhaltiges, Milchprodukte, fettes und rotes Fleisch sowie bestimmtes Obst und Gemüse, etwa Äpfel, Kirschen, Zwiebeln, Lauch oder Paprika verzichten.

Wichtig bei der Ernährung ist eine milde und vor allem abwechslungsreiche Kost, um Nährstoffdefizite zu vermeiden. Vollkornprodukte, mildes Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und Eier werden in der Regel gut bei Colitis Ulcerosa vertragen. Besonders wichtig ist auch eine ausreichende Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren, die etwa in Leinöl oder Lachs vorkommen, denn diese wirken entzündungshemmend. Auch frisch gefilterter Kaffee und Gerstengras haben diesen Effekt.