Chronische Myeloische Leukämie (CML)

CML: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Eine Leukämie ist eine Erkrankung des blutbildenden Systems, welche akut oder chronisch auftreten kann. Während die akuten Formen des Blutkrebses plötzlich auftreten und rasch voranschreiten, entwickeln sich die chronischen Varianten meist schleichend über Jahre und sind in der Anfangsphase oftmals völlig symptomlos. Je nachdem, ob die Leukämie lymphatisch oder myeloisch ist, sind unterschiedliche Aspekte der Blutbildung betroffen. Bei der Chronischen Myeloischen Leukämie ist die Myelopoese gestört. Die CML macht in etwa 20 Prozent aller Leukämieerkrankungen aus und hat eine Inzidenz von etwa 1,6 Neuerkrankungen auf 100.000 Erwachsene.

 

Definition: Was ist Chronische Myeloische Leukämie?

Eine Chronische Myeloische Leukämie (CML), auch chronische Myelose genannt, ist eine schleichend verlaufende Form der Leukämie. Es handelt sich damit um eine Blutbildungsstörung. Die CML geht mit einer starken Erhöhung der B-Lymphocyten und einer Störung der Myelopoese einher, einem Bereich der Blutbildung, welcher überwiegend Erythrocyten (rote Blutkörperchen) und Thrombocyten (Blutplättchen) betrifft. Wie auch bei der Chronischen Lymphatischen Leukämie treten zu Beginn der Krankheit in der Regel keine Symptome auf, sodass sie für gewöhnlich bei einer Routineuntersuchung festgestellt wird. Bei der ersten Beschreibung einer Erkrankung unter dem Namen “Leukämie”, welche 1845 durch den Pathologen Rudolf Virchow erfolgte, handelte es sich höchstwahrscheinlich um eine CML.

 

Ursachen & Symptome einer Chronischen Myeloischen Leukämie

Eine Chronische Myeloische Leukämie entsteht durch eine Genmutation zwischen den Chromosomen 9 und 22 (BCR-ABL-Onkogen). Diese führt zu einer Veränderung und Vermehrung fehlerhafter blutbildender Zellen. Warum diese Mutation geschieht, ist bis heute noch nicht entgültig geklärt. Als Risikofaktoren werden jedoch unter anderem ionisierende Strahlung, Chemikalien sowie eine vorangegangene Behandlung mit Zytostatika vermutet.

Eine CML verläuft in drei Phasen, in der sich unterschiedliche Symptome zeigen. In der chronischen Phase schreitet die Krankheit nur sehr langsam voran. Leitsymptome sind hier eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen und eine Milzvergrößerung. Später ist auch die Leber vergrößert. In der Akzelerationsphase gewinnt die Krankheit an Dynamik. Hier kommt es neben den ersten Symptomen auch zu Blutarmut (Anämie) und damit zu starker Müdigkeit sowie einem Mangel an Blutplättchen (Thrombocytopenie) mit gesteigerter Blutungsneigung. Die Blastenwerte erhöhen sich ebenfalls. In der letzten Phase, der Blastenkrise, entspricht das Voranschreiten der Krankheit dem einer akuten Leukämie. Unbehandelt führt eine CML dann in nur wenigen Wochen zum Tod.

 

Therapie & Behandlung einer Chronischen Myeloischen Leukämie

Die Behandlung einer CML richtet sich immer nach der Phase, in der sich der Patient befindet. So erfolgt die Therapie in der chronischen Phase durch die Gabe von Tyrosinkinasehemmern (TKI), welche das Enzym Tyrosinkinase in seinem Hinwirken auf bösartige Zelltransformationen einschränken. Mittels dieser Behandlung kann in der Regel ein jahrelanger Stillstand der Krankheit ohne größere Nebenwirkungen erzielt werden, da sich Tyrosinkinase-Inhibitoren anders als eine Chemotherapie nur gegen die Blutkrebszellen richten. Die Behandlung muss ein Leben lang erfolgen und ihre Wirksamkeit mit regelmäßigen Blutbilduntersuchungen abgesichert werden. Weitere Therapiemöglichkeiten sind die Behandlung mit Zytostatika und Interferon alpha. Diese zeigen jedoch nicht so gute Erfolge wie der Einsatz von Tyrosinkinasehemmern und belasten den Patienten weitaus stärker. Sie kommen für gewöhnlich zum Einsatz, wenn eine Behandlung mit TKI aufgrund von untolerierbaren Nebenwirkungen nicht möglich oder die Krankheit bereits weiter fortgeschritten ist.

 

Neue Therapiemöglichkeiten mithilfe der Stammzellenforschung

Generell lassen sich Leukämieerkrankungen nach dem heutigen medizinischen Fachwissen nur mithilfe einer allogenen Stammzellentransplantation dauerhaft heilen. Hierzu ist es zunächst nötig, das blutbildende System des Patienten mit einer hochdosierten Chemotherapie vollständig zu zerstören. Im Anschluss werden hämatopoetische Stammzellen eines gesunden Spenders transplantiert, welche eine neue, funktionierende Hämatopoese aufbauen. Die Therapie ist jedoch sehr risikoreich. In manchen Fällen kommt es zu lebensgefährlichen Infektionen oder Abstoßungsreaktionen trotz hoher Kompatibilität zwischen Spender und Empfänger. Daher kann eine Stammzellentransplantation nur die Ultima Ratio sein.

Um die Risiken einer Therapie mit Stammzellen zu verringern, versuchen Wissenschaftler, die Verfahren zu verbessern, damit mehr an Blutkrebs erkrankte Menschen eine Chance auf Heilung erhalten. Des Weiteren nutzen sie induzierte, pluripotente Stammzellen, um künstliche Leukämiezellen zu züchten und so ein besseres Verständnis der Krankheit zu erhalten. An diesen Zellen können außerdem neue Medikamente ohne Gefahr getestet werden, um neue Wirkstoffe zur Behandlung zu entwickeln.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation “Chronische Myeloische Leukämie”

Was ist eine Chronische Myeloische Leukämie?

Bei einer Chronischen Myeloischen Leukämie handelt es sich um eine Unterform von Blutkrebs, welche die Myelopoese, einen Teil der Blutbildung stört. Entartete, funktionsunfähige Vorläuferzellen der Blutzellen verdrängen hierbei die restlichen Blutbestandteile, was zu Blutarmut, Infektanfälligkeit und Blutungsneigung führt. Eine CML verläuft in drei Phasen: Der chronischen Phase, die sich meist symptomlos äußert, der Akzelerationsphase, in der die Krankheit schneller voranschreitet, und der Blastenkrise, welche unbehandelt bereits in wenigen Wochen zum Tod führt. Als Therapie hat sich die Gabe von Tyrosinkinase-Inhibitoren bewährt, um die Krankheit einzudämmen und ihr Voranschreiten zu verlangsamen oder sogar gänzlich aufzuhalten.

 

Wie sind die Heilungschancen bei chronischer Leukämie?

Eine vollständige Heilung einer CML ist bislang nur mittels einer Stammzellentransplantation möglich, die allerdings viele Risiken birgt. Die Heilung ist mit Tyrosinkinasehemmern oder Interferon-α nach herkömmlicher medizinischer Meinung hingegen nicht zu erreichen. In einigen Fällen kommt es jedoch vor, dass das vom auslösendenden BCR-ABL-Onkogen exprimierte Protein mithilfe dieser Therapien auch mit den empfindlichsten Messmethoden nicht mehr nachweisbar ist. Infolgedessen wird auch die unkontrollierte Zellvermehrung nicht mehr beobachtet.

Hierbei ist jedoch unklar, ob ein Patient als geheilt angesehen werden kann. Es wird deswegen nicht empfohlen, die Einnahme der Medikamente an dieser Stelle abzubrechen, da es zu einem Rückfall durch eventuell noch vorhandene CML-Zellen kommen kann, welche die Messmethoden nicht nachweisen konnten.