Chronische Lymphatische Leukämie (CLL)

CLL: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Leukämie, oft auch Blutkrebs genannt, kann sowohl akut oder chronisch auftreten und wird in zwei verschiedene Formen unterteilt, welche unterschiedliche Aspekte der Blutbildung stören: Die myeloische und die lymphatische Leukämie. Die Chronische Lymphatische Leukämie betrifft hauptsächlich die B-Lymphozyten. Sie entwickelt sich in vielen Fällen langsam und tritt häufig bei Menschen höheren Alters auf. Männer sind etwa 1,7 Mal häufiger von der Krankheit betroffen als Frauen. In Deutschland erkranken rund 5.500 Menschen jährlich neu an einer Chronischen Lymphatischen Leukämie.

 

Definition: Was ist eine Chronische Lymphatische Leukämie?

Die Chronische Lymphatische Leukämie (CLL) ist eine Unterform von Blutkrebs, einer schwerwiegenden Blutbildungsstörung. Sie ist die in der westlichen Welt am häufigsten auftretendende Leukämieerkrankung. Die CLL tritt vor allem im hohen Lebensalter auf. Das Durchschnittsalter bei der Diagnosestellung liegt weit über 50 Jahren. Aus diesem Grund wird die Krankheit auch als „Altersleukämie“ bezeichnet. Sie schreitet im Gegensatz zu den akuten Leukämien sehr langsam voran und kann sich über Jahre hinweg entwickeln. Bei der Erkrankung wird ebenfalls noch einmal eine Subform unterschieden, das Kleinzellige B-Zell-Lymphom, welches im Allgemeinen einer CLL entspricht, der Lymphknotenbefall jedoch im Vordergrund steht.

 

Ursachen und Symptome einer Chronischen Lymphatischen Leukämie

Wie bei allen anderen Leukämieerkrankungen sind auch die Ursachen einer CLL weitgehend unbekannt. Jedoch werden einige Auslöser vermutet. Hier spielen vordergründig genetische Faktoren, die Exposition gegenüber Schadstoffen wie Chemikalien oder eine vorangegangene Behandlung mit Zytostatika eine Rolle. Hinweise für eine infektiöse Ursache gibt es bislang nicht.

Die Symptome ähneln denen anderer Leukämieformen, schreiten jedoch weitaus langsamer voran. Anfänglich äußert sich eine Chronisch Lymphatische Leukämie durch Müdigkeit, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Im späteren Verlauf treten außerdem Lymphknoten- und Ohrspeicheldrüsenschwellungen sowie Leber- und/oder Milzvergrößerungen auf. In etwa 30 Prozent aller Fälle kommt es ebenfalls zu Hauterscheinungen wie zum Beispiel Juckreiz, Ausschlag, Blutungen oder Ekzemen.

 

Therapie und Behandlung einer Chronischen Lymphatischen Leukämie

Durch ihren langsamen Verlauf und das Ausbleiben vieler oder sogar aller Symptome über einen längeren Zeitraum wird die Erkrankung in der Regel erst recht spät erkannt und folglich in ihrem Anfangsstadium oftmals noch nicht behandelt. Nach der Diagnose richtet sich die Therapie daher immer nach den Blutwerten und Beschwerden des Patienten. Standardbehandlung ist, wie bei anderen Leukämieerkrankungen auch, eine Chemotherapie: Diese kann in Form von Infusionen, Spritzen oder Tabletten erfolgen. In manchen Fällen wird diese durch weitere Medikamente wie etwa Cortisonpräparate ergänzt. Auch eine zusätzliche Antikörpertherapie kann zur Unterstützung erfolgen. Zur Behandlung größerer Lymphome wird auch Bestrahlung eingesetzt. Bei gebrechlichen Patienten erfolgt außerdem eine Supportivtherapie. Die Behandlung einer CLL geschieht oft über mehrere Jahre und kann Patienten hierbei immer wieder beschwerdefreie Zeiten ermöglichen. Eine Heilung mittels Chemo- oder Antikörpertherapie ist bislang jedoch nicht möglich.

 

Heilung von Leukämie mittels Stammzellenforschung

Nach dem heutigen Kenntnisstand lässt sich eine Chronische Lymphatische Leukämie nur mittels einer Stammzellentherapie heilen. Hierbei wird das Immunsystem des Betroffenen durch eine hochdosierte Chemotherapie zerstört und anschließend versucht, eine fehlerfreie Blutbildung mithilfe eines gesunden Stammzellentransplantats eines Spenders wiederzustellen. Allerdings birgt dieses Verfahren viele Risiken, etwa lebensbedrohliche Infektionen oder Abstoßungsreaktionen des Immunsystems. Gerade bei älteren Patienten, die überwiegend von der CLL betroffen sind, sind Komplikationen deutlich gefährlicher. Aus diesem Grund wird stets versucht, die Verfahren zu verbessern und neue Behandlungsmethoden zu entwickeln.

So gibt es ebenfalls die Möglichkeit einer Hochdosistherapie mit anschließender autologer (körpereigen, ohne Fremdspender) Stammzellentherapie. Bei autologen Stammzellen ist eine Abstoßung fast ausgeschlossen. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass der Patient mit den Stammzellen überlebende Krebszellen zurückerhält und die Leukämie erneut ausbricht. Die autologe Stammzellentherapie ist daher meist nur die Ultima Ratio. In Studien führte das Verfahren zu höheren Remissionsraten, die Überlebensrate der Leukämiepatienten konnte jedoch nicht verbessert werden.

Um neue Medikamente ungefährlich testen zu können, züchten Forscher außerdem leukämische Zellen aus induzierten, pluripotenten Stammzellen. Auf diese Weise könnten ebenfalls neue Wirkstoffe zur Behandlung gefunden werden.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation „Chronische Lymphatische Leukämie“

Was ist Chronische Lymphatische Leukämie?

Bei einer Chronischen Lymphatischen Leukämie handelt es sich um eine Unterform von Blutkrebs, welche überwiegend in höherem Alter (Median: 70-75 Jahre) auftritt. Sie verläuft schleichend und kann sich über Jahre hinweg vollkommen symptomfrei entwickeln. Als Ursachen werden genetische Faktoren, Chemikalien sowie eine vorangegangene Behandlung mit Zytostatika angenommen. Vollständig geklärt sind die Auslöser jedoch noch nicht. Zu den Symptomen der CLL zählen Müdigkeit, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Im späteren Verlauf kommt es außerdem zu Schwellungen in den Lymphknoten und Ohrspeicheldrüsen, Leber- und Milzvergrößerungen und Hautveränderungen. Eine Chronische Lymphatische Leukämie lässt sich nur mittels einer riskanten Stammzellentransplantation heilen.

 

Welche Krankheitszeichen sind bei Chronischer Lymphatischer Leukämie typisch?

Erste Anzeichen einer CLL sind Veränderungen im Blut, genaugenommen eine Erhöhung der B-Leukozyten. Weitere Krankheitszeichen sind durch das Verhalten der entarteten Blutzellen im Knochenmark zu beobachten. Diese verdrängen die gesunden Blutbestandteile, es kommt zu Blutarmut (Anämie), einem höheren Infektionsrisiko sowie zu Blutungsneigung. Eine weitere Besonderheit einer Chronischen Lymphatischen Leukämie sind Autoimmunphänomene. Hierbei richtet sich das eigene Immunsystem gegen die Blutzellen und zerstört Erythrozyten, Lymphozyten und Thrombozyten, was schließlich zu schwereren Krankheitssymptomen führt.

 

Welche Kontrollen sind bei einer CLL erforderlich?

Bei einer Chronischen Lymphatischen Leukämie sind auch bei einer Remission regelmäßige Nachuntersuchungen erforderlich. Hierzu gehören eine Blutbilduntersuchung alle drei bis sechs Monate sowie Untersuchungen der Lymphknoten, der Leber und der Milz. Geachtet wird hierbei überwiegend auf das Auftreten von Autoimmun-Zytopenien und Infektionen. Schnelle Lymphknotenvergrößerungen, B-Symptome und eine Erhöhung des Enzyms Laktatdehydrogenase (LDH) können hier sowohl auf ein Rezidiv (erneutes Auftreten) der CLL als auch auf eine Transformation in ein hochmalignes Lymphom hinweisen.