Brustkrebs (Mammakarzinom)

Brustkrebs: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Krebserkrankungen können verschiedene Organe, Drüsen oder Gewebe betreffen. Sie stellen jedoch unabhängig davon immer ein ernsthaftes, lebensbedrohliches Krankheitsbild dar. Die bei Frauen mit 32 Prozent am häufigsten auftretende Krebsart ist Brustkrebs. Das Lebenszeitrisiko beträgt hier 12,9 Prozent, was bedeutet, dass etwa jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an einem Mammakarzinom erkranken wird. Für Deutschland bedeutet dies etwa 71.000 Neuerkrankungen im Jahr (2010), beziehungsweise 171 Fälle pro 100.000 Einwohner jährlich.

 

Definition: Was ist Brustkrebs?

Brustkrebs, auch als Mammakarzinom bezeichnet, ist ein bösartiger Tumor in der Brustdrüse des Menschen. Er entsteht durch entartetes Gewebe. In der westlichen Welt ist er die häufigste Krebsart bei Frauen. An Brustkrebs sterben noch immer mehr Frauen als an jeder anderen Krebserkrankung, obwohl das Mammakarzinom an sich, anders als beispielsweise das Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs), eine recht gute Prognose hat

Übrigens können auch Männer an Brustkrebs erkranken, wenn auch weitaus seltener: Nur bei etwa jeder hundersten Erkrankung ist die betroffene Person männlich.

 

Ursachen & Symptome von Brustkrebs

Als Ursachen für Brustkrebs spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. So können genetische Mutationen in den sogenannten Breast-Cancer-Genen BRCA1 und BRCA2 Auslöser für ein Mammakarzinom sein. Die erbliche Variante von Brustkrebs rückte in den Fokus der Öffentlichkeit, als die bekannte US-amerikanische Schauspielerin Angelina Jolie 2013 publik machte, sich einer vorbeugenden Mastektomie, also einer Entfernung des Brustdrüsengewebes, unterzogen zu haben. In Jolies Familie gab es mehrere, tödliche Brustkrebsfälle. In etwa fünf Prozent aller Fälle ist die Krankheit erblich bedingt. Jolies behandelnde Ärzte rieten zur Operation.

Eine Hormonersatztherapie, wie sie etwa zur Minderung von Wechseljahresbeschwerden Anwendung findet, kann das Risiko für eine Erkrankung ebenfalls um bis zu 45 Prozent erhöhen. Auch ionisierende Strahlung, übermäßiger Zigaretten- und Alkoholkonsum, starkes Übergewicht und eine jodarme Ernährung begünstigen die Entstehung von Brustkrebs. Des Weiteren belegen diverse Studien eine zunehmende Wahrscheinlichkeit von Linkshänderinnen, an Brustkrebs zu erkranken. Die linke Brust ist zudem häufiger von einem Mammakarzinom betroffen als die rechte.

Zu den Symptomen von Brustkrebs zählen Rötungen der Haut und Entzündungen der Brustwarze, welche nicht oder nur schlecht abheilen. Größenveränderungen und eine verminderte Beweglichkeit der Brust können ebenfalls auf die Erkrankung hinweisen. Zudem kommt es in manchen Fällen zu Flüssigkeitsabsonderungen durch die Brustwarze. In der Regel sind bei Brustkrebs Knoten und Verhärtungen in der Brust tastbar. Lymphknotenschwellungen in den Achselhöhlen sind ein Anzeichen für eine mögliche Metastasierung, also eine Streuung der Krebszellen, sodass Tochtergeschwüre entstanden sind.

 

Therapie & Behandlung von Brustkrebs

Wichtig für eine wirksame Behandlung von Brustkrebs ist das frühe Erkennen der Krankheit. Dies kann durch eigenständiges Abtasten oder durch die von der Krankenkasse übernommene Krebsvorsorge durch den Frauenarzt ab dem dreißigsten Lebensjahr erfolgen. Bei einem Verdacht auf Brustkrebs erfolgt dann eine Röntgenmammographie oder eine MRT-gesteuerte Biopsie, bei der eine Gewebeprobe entnommen wird. Anhand der Ergebnisse dieser Verfahren kann eine zuverlässige Diagnose gestellt werden. Die Gewebeprobe gibt auch die Möglichkeit, Genaktivitäten zu ermitteln, die den möglichen Erfolg einer Chemotherapie anzeigen.

Bei der Therapie von Brustkrebs geht es neben der Heilung der Krankheit auch um den Erhalt der betroffenen Brust und ebenso der Lebensqualität des Patienten. Je nach Stadium der Erkrankung finden Operationen, Zytostatika-, Hormon- und Strahlentherapie Anwendung. Im Frühstadium steht die Heilung im Vordergrund. Ist der Krebs jedoch bereits metastasiert, konzentiert sich die Behandlung auf lebenszeitverlängernde Maßnahmen und auf die Linderung der Begleitbeschwerden.

 

Neue Therapiemöglichkeiten durch die Stammzellenforschung

Trotz Krebsvorsorge-Untersuchung wird Brustkrebs nicht immer früh genug erkannt. Selbst die Diagnosesicherheit einer Mammographie hat ihre Grenzen. Wird ein Mammakarzinom erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt, ist eine Chemotherapie zwingend erforderlich, um die Heilungschancen zu wahren. Die aggressive Chemotherapie kann sowohl zu kurz- als auch zu langfristigen Komplikationen führen, etwa eine Beeinträchtigung der Blutbildung durch die Schädigung gesunder Zellen hervorrufen. In diesem Fall bietet eine Stammzellentransplantation die Möglichkeit, eine gesunde Blutbildung wiederherzustellen –  ähnlich, wie dies bei der Behandlung von Blutkrebs seit vielen Jahren bereits geschieht. Ist die Transplantation erfolgreich, normalisiert sich das Immunsystem, der Sauerstofftransport und die Blutgerinnung wieder. Auf diese Weise kann die Genesung nach einer Chemotherapie nachweislich beschleunigt werden. Als Quellen für geeignete Stammzellen kommen körpereigene, aus Nabelschnurblut oder Knochenmark gewonnene Stammzellen in Frage. Das Nabelschnurblut kann heute unmittelbar nach der Geburt entnommen und für viele Jahrzehnte eingelagert werden. Die Stammzellen des Knochenmarks sollten vorsorglich vor der Chemotherapie und Bestrahlung entnommen werden, um mögliche Schäden an den Zellen zu minimieren.

Neben diesem Einsatzgebiet wird die Stammzellenforschung von Wissenschaftlern ebenfalls genutzt, um Krebserkrankungen und ihre Entstehung besser zu verstehen und so neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln. Hierzu werden an künstlich gezüchteten Krebszellen Versuche durchgeführt, um Schwachstellen und Marker zu finden. So konnte zum Beispiel in Studien an Mäusen nachgewiesen werden, dass eine Blockade des Proteins TLX dazu führt, dass Krebsstammzellen ihre Fähigkeit zu Selbstvermehrung verlieren.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation „Brustkrebs“

Was ist Brustkrebs?

Bei Brustkrebs handelt es sich um eine bösartige Entartung des Gewebes der Brustdrüse. In den Industrienationen stellt er die häufigste Art der Krebserkrankungen bei Frauen dar, doch auch Männer können davon betroffen sein. Als Ursachen und Risikofaktoren gelten Mutationen bestimmter Gene, Strahlung, Tabak- und Alkoholkonsum sowie Übergewicht und eine jodarme Ernährung. Hormonersatztherapien erhöhen ebenfalls das Brustkrebsrisiko. In seltenen Fällen ist die Krankheit auch erblich bedingt. Zu den Symptomen zählen Knoten und Verhärtungen der Brust, Hautrötungen und -entzündungen, Größenveränderungen und Verminderung der Beweglichkeit des Brustgewebes sowie Flüssigkeitsabsonderungen durch die Brustwarze.

 

Wie lange kann man mit Brustkrebs leben?

Früh erkannt und richtig behandelt lässt sich Brustkrebs in den meisten Fällen heilen. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 87 Prozent und diese Tendenz steigt, obwohl immer mehr Frauen erkranken. Allerdings können sich bei Brustkrebs im Gegensatz zu vielen anderen Krebserkrankungen auch nach Jahren noch Tumore (Lokalrezidive) oder Metastasen ausbilden, sodass eine intensive Nachsorge in jedem Fall notwendig ist.

Bei fortgeschrittenem Brustkrebs betrug die Lebenserwartung früher nur etwa 2 Jahre nach Auftreten von Metastasen. Mittlerweile ist dies durch modernere und präzisere Behandlungsmethoden deutlich besser geworden. Heute leben noch etwa ein Viertel der Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs fünf Jahre und jede zehnte Betroffene sogar länger als zehn.

 

Warum ist metastasierender Brustkrebs nicht mehr heilbar?

Als Metastase wird eine Streuung von Krankheitserregern oder krankhaftem Gewebe bezeichnet, die sich vom Ursprungsorgan entfernt und im ganzen Körper ausbreitet. Ist dies der Fall, gilt eine Krankheit in der Medizin nach heutigen Behandlungsmethoden als nicht mehr heilbar. Allerdings wird hierbei noch eine Zwischenstufe unterschieden. Haben sich nur einzelne Metastasen abgesetzt und kann sich der Tumor noch nicht ungehindert im Körper ausbreiten (Oligo-Metastasierung), kann immer noch eine Heilung erzielt werden. Hierzu muss allerdings nicht nur die ursprüngliche Primär-Tumor bekämpft werden. Die Mediziner müssen ebenfalls alle Metastasen durch präzise Strahlentherapie ausschalten. Tochtergeschwüre bzw. Tochtergeschwulste verschlechtern demnach die Prognose deutlich.