Akute Lymphatische Leukämie (ALL)

ALL: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Blutkrebs kann eine Reihe von Formen annehmen, die sich unterschiedlich schnell ausprägen und verschieden gut behandeln lassen. So gibt es bei einer Leukämie entweder den chronischen oder den akuten Verlauf. Gerade akute Formen sind sehr aggressiv, bieten jedoch eine höhere Chance auf eine dauerhafte Heilung. Es wird hier zwischen der Akuten Myeloischen Leukämie (AML) und der Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL) unterschieden.

 

Definition: Was ist eine Akute Lymphatische Leukämie?

Eine Akute Lymphatische Leukämie, auch Akute Lymphoblastische Leukämie oder kurz ALL genannt, ist eine plötzlich auftretende Form von Blutkrebs und gehört damit zu den Blutbildungsstörungen. Sie entsteht aufgrund einer Entartung der Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) und schreitet sehr schnell voran. Durch die immer stärkere Beeinträchtigung der Knochenmarksfunktion kommt es zu einer immer schwächer werdenden gesunden Blutbildung. Sie führt unbehandelt in wenigen Wochen zum Tod, kann jedoch durch eine intensive Chemotherapie geheilt werden.

 

Ursachen & Symptome einer Akuten Lymphatischen Leukämie

Die Ursachen jeder Form von Leukämie sind noch nicht in Gänze geklärt und vor allem bei den akuten Varianten schwierig einzuschätzen. Die Entartung der lymphatischen Zellen erfolgt aufgrund einer genetischen Veränderung, die genaue Kausalkette dieser Entstehung ist jedoch unbekannt. Die genetische Veränderung wird wohl im Laufe des Lebens erworben und kann nicht vererbt werden, da Eizellen und Spermien nicht davon betroffen sind. Zu weiteren Risikofaktoren und möglichen Auslösern zählen außerdem ionisierende Strahlung und mutagene Chemikalien.

Eine Akute Lymphatische Leukämie äußert sich in der Regel durch ein allgemeines Schwächegefühl und Müdigkeit, Fieber sowie eine gesteigerte Infektanfälligkeit und Blutungsneigung. Weitere klinische Anzeichen sind Schwellungen der Lymphknoten und eine Milz- und/oder Lebervergrößerung. In einigen Fällen kommt es auch zu Knochenschmerzen und neurologischen Ausfällen.

 

Therapie & Behandlung einer Akuten Lymphatischen Leukämie

Da eine Akute Lymphatische Leukämie sehr schnell voranschreitet, muss umgehend eine intensive Behandlung erfolgen. Dies geschieht mit einer hochdosierten Chemotherapie. Hierbei werden verschiedene Zytostatika kombiniert, um die antileukämische Wirkung zu erhöhen. In den ersten drei Monaten, der sogenannten Induktionsphase, erfolgt die Behandlung stationär und radikal. Ziel ist es, die ALL so weit zurückzudrängen, dass sie am Ende der Induktionsphase nicht mehr nachweisbar ist. Nach der ersten Phase erfolgt eine etwa einjährige Konsolidierungstherapie mit anderen Zytostatika, um einen möglichen Rückfall zu verhindern. Sie wird teils ambulant, teils erneut stationär durchgeführt. Ist die Konsolidierungstherapie beendet, schließt sich eine Erhaltungstherapie an. Hierbei handelt es sich um eine orale Chemotherapie mit 6-Mercaptopurin und Methotrexat in Form von Tabletten. Ein erneuter Krankenhausaufenthalt ist, außer bei Komplikationen, nicht mehr nötig. Je nach Therapieprotokoll dauert eine Erhaltungstherapie noch einmal 6 bis 18 Monate.

Eine Akute Lymphatische Leukämie kann auch das Gehirn befallen. In diesem Fall ist zusätzlich zur Chemotherapie eine Strahlentherapie des Schädels erforderlich.

 

Therapiemöglichkeiten durch die Stammzellenforschung

Auch nach erfolgreicher Chemotherapie besteht bei einer Akuten Lymphatischen Leukämie immer das Risiko eines Rückfalls, eine sogenannten Rezidivs. Manifestiert sich eine Leukämie nach einer Behandlung erneut, ist meist eine Stammzellentransplantation die letzte Chance auf Heilung. Hierbei wird das Immunsystem des Patienten mittels einer hochdosierten Chemotherapie vollständig zerstört und anschließend blutbildende Stammzellen eines gesunden Spenders verabreicht. Diese hämatopoetischen Stammzellen bilden nun ein neues, funktionierendes blutbildendes System aus. Eine Stammzellentransplantation birgt jedoch immer lebensgefährliche Risiken wie Abstoßungsreaktionen oder Infektionen. Daher arbeiten Forscher daran, die Verfahren zu optimieren, um die Komplikationen weiter zu minimieren. Auch wird versucht, die Krankheit besser zu verstehen und neue Medikamente für ihre Behandlung zu entwickeln. Hierbei werden aus induzierten pluripotenten Stammzellen künstlich Leukämiezellen gezüchtet, an denen Medikamente ohne Risiko getestet werden können.

 

Zusammenfassung und Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation „Akute Lymphatische Leukämie“

Was ist Akute Lymphatische Leukämie?

Eine Akute Lymphatische Leukämie (ALL) ist eine besondere Form von Blutkrebs, die sich durch plötzliches Auftreten und rasches Voranschreiten auszeichnet. Durch eine Störung im blutbildenden System kommt es zu einer Entartung der Vorläuferzellen der Lymphozyten, welche die anderen Blutbestandteile immer weiter verdrängen. Dies äußert sich in verschiedenen Symptomen und führt unbehandelt in nur wenigen Wochen oder Monaten zum Tod.

 

Ist Akute Lymphatische Leukämie heilbar?

Prinzipiell gilt, dass die akuten Formen einer Leukämie mittels einer intensiven Chemotherapie heilbar sind. Wichtig ist hierbei, dass die Krankheit früh erkannt und schnell behandelt wird. In diesem Fall beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Kindern 95 und bei Erwachsenen 70 Prozent. Die Heilungschancen hängen jedoch stark von individuellen Faktoren ab.

 

Wie lange dauert eine Leukämiebehandlung?

Die Dauer einer Leukämiebehandlung ist sehr unterschiedlich und richtet sich immer nach der Form der Leukämie. Bei einer ALL dauert sie aufgrund der langen Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie in der Regel bis zu zweieinhalb Jahre. Allerdings kann die Behandlungszeit stark variieren. Während in manchen Fällen eine Erhaltungstherapie von sechs Monaten ausreichend ist, wird sie bei einigen Patienten auch 18 Monate durchgeführt.