Adipositas (Fettleibigkeit)

Adipositas: Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung & Therapie

Die Adipositas gilt mittlerweile als Volkskrankheit. Experten warnen sogar von einer regelrechten Welle, die in den nächsten Jahren über die Gesellschaft hereinbrechen und im Gesundheitswesen hohe Kosten verursachen könnte. Die statistischen Zahlen der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) alarmieren: Laut den Daten der NVS II-Studie aus dem Jahre 2008 waren rund  37,4% der Studienteilnehmer übergewichtig und 20,8 % adipös. Das bedeutet, über die Hälfte der Probanden schleppte zu viele Kilos mit sich herum. Tendenz steigend.

 

Definition: Was ist Adipositas?

Adipositas, auch Fettleibigkeit, Fettsucht oder Obesitas genannt, ist eine Endokrinen-, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit, die durch starkes Übergewicht aufgrund einer übermäßigen Vermehrung des Körperfettes gekennzeichnet ist. Dies führt zu schweren Folgekrankheiten wie etwa dem metabolischen Syndrom. Oftmals geht mit der Fettleibigkeit auch eine eingeschränkte Lebensqualität sowie psychische Belastungen einher. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO gilt ein Mensch als adipös, wenn er einen Körpermasseindex (BMI) von mehr als 30 kg/m² aufweist.

 

Adipositas: Ursachen & Symptome

Adipositas kann viele verschiedene Ursachen haben, sowohl genetische als auch ernährungs- und verhaltensbedingte. In etwa 40 bis 70 Prozent aller Fälle sind genetische Veranlagungen der Grund für die Fettleibigkeit. Doch auch Stoffwechselerkrankungen, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, oder die Einnahme von Medikamenten können als Ursache auftreten. In einigen Fällen sind auch die falsche Ernährung und Bewegungsmangel verantwortlich. Als weitere Entstehungsursache vermuten Wissenschaftler außerdem einen Zusammenhang zwischen Adipositas und einem Adenovirus, der Stammzellen in Fettzellen umwandeln kann.

Zu den Begleiterkrankungen, die fettleibige Menschen aufweisen, zählen unter anderem Herz-Kreislauf-Probleme, Gicht und Gelenkbeschwerden aufgrund von konstanter Überbeanspruchung. Diabetes mellitus, die sogenannte Zuckerkrankheit, tritt ebenfalls oftmals auf. Durch den erhöhten Cholesterinspiegel können sich außerdem vermehrt Gallensteine bilden. Im Kindes- und Jugendalter kann Adipositas auch zu psychischen Störungen führen, die durch die soziale Abgrenzung und Mobbing entstehen. Eine dauerhafte negative Beeinflussung der Persönlichkeitsentwicklung ist die Folge.

 

Therapie & Behandlung von Adipositas

Je nach Ursache und Ausmaß der Fettleibigkeit muss die Krankheit anders behandelt werden. Bei einer hormon- beziehungsweise stoffwechselbedingten Adipositas müssen endokrinologische Therapiemaßnahmen ergriffen werden und eine medikamentöse Behandlung erfolgen. Ist eine Essstörung oder eine andere, falsche Lebensweise verantwortlich, hilft eine Adipositas-Kur in einer Reha- oder Spezialklinik. Hierbei ist das Ziel neben der eigentlichen Gewichtsreduktion, die Ernährungs- und andere Lebensgewohnheiten langfristig umzustellen. So sollen etwa mehr Bewegung in den Alltag integriert und andere Mittel als Essen zur Frustrationsbekämpfung gefunden werden. Scheitern herkömmliche Behandlungsmethoden, können chirurgische Eingriffe wie eine Magenverkleinerung oder das Einsetzen eines Magenbandes eine Möglichkeit der Behandlung darstellen.

Bereits bestehende Begleiterkrankungen bei Patienten erfordern das Hinzuziehen weiterer Spezialisten und zusätzlicher Behandlungsmethoden. Oftmals muss bei Luftnot und Kurzatmigkeit ein Kardio- oder Pneumologe konsultiert werden. Ist der Adipositas-Patient an Diabetes mellitus erkrankt, ist die Einstellung und Überwachung des Blutzuckers durch einen Internisten oder Diabetologen notwendig, um Folgeschäden wie Nierenversagen, Erblindung oder Amputation ganzer Gliedmaßen zu verhindern.

 

Hoffnung durch Stammzellen im Kampf gegen Adipositas

Ist ein Adenovirus Auslöser oder Ursache der Fettleibigkeit, könnte die Krankheit mittels der Genforschung und Stammzellenforschung geheilt werden. Die Wissenschaft arbeitet am sogenannten „Genome Editing“, einer molekularbiologischen Methode, bei der einzelne Abschnitte aus der DNA mittels Enzymen entfernt und repariert werden können. Mittels „Genome Editing“ wäre es also möglich, das vom Virus eingeschleuste Erbgut zu entfernen und diese Krankheitsursache der Adipositas zu beheben. Hierbei spielen sehr wahrscheinlich die Fettstammzellen eine wichtige Rolle. Sie würden so wieder in normale Stammzellen zurückverwandelt.

Auch mit den Fettzellen selbst ließe sich zumindest ein Folgeleiden von fettleibigen Menschen lindern. So enthält das Fettgewebe auch mesenchymale Stammzellen. Hierbei handelt es sich um die Vorläuferzellen von Bindegewebe, Knorpelzellen und Knochen. Die sogenannten MSCs können die Regeneration von Gelenken ankurbeln. Durch eine Fettabsaugung lassen sich Fettzellen risikolos gewinnen, die Stammzellen isolieren und anschließend zur Heilung einsetzen. Sie sogenannten „Alleskönnerzellen“ werden in kaputte Gelenke gespritzt und starten dort ein Reparaturprogramm. Diese Therapie gäbe vielen adipösen Menschen, die nur aufgrund des Gelenkverschleißes keinen Sport mehr treiben können, eine zusätzliche Chance, ihr Übergewicht zu reduzieren.

 

Zusammenfassung & Beantwortung der häufigsten Fragen rund um die Indikation „Adipositas“

Was ist Adipositas?

Der medizinische Fachbegriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Fettleibigkeit“ oder „Fettsucht“. Adipositas-Patienten haben krankhaftes Übergewicht und damit ein starkes Risiko für schwere Folgeerkrankungen.

 

Wann beginnt Adipositas?

Meist erfolgt die Gewichtszunahme bei den Betroffenen schleichend, schließlich wird niemand über Nacht adipös. Bereits im Kindesalter können später stark übergewichtige Menschen schon auffällig und dicker als der Durchschnitt sein.

Die Weltgesundheitsorganisation hat festgelegt, dass Patienten bei einem BMI von 25 bis 29,9 als übergewichtig gelten. Experten sprechen in diesem Fällen von „Präadipositas“. Ab einen BMI von 30 diagnostizieren Ärzte eine Adipositas Grad I. Die schwerste Form der Adipositas ist Grad III. Sie wird auch als „Adipositas permagna“ bezeichnet. Der BMI liegt hier über 40. Es drohen schwerste gesundheitliche Schäden.

 

Ist Adipositas heilbar?

Bislang ist die Adipositas nicht heilbar. Therapien können jedoch einzelne Symptome und Folgeerkrankungen behandeln. Auch wird das Ziel jeder Adipositas-Therapie der Versuch einer Gewichtsreduktion sein. Mögliche Maßnahmen in diesem Rahmen sind: eine strenge Diät, das Training von Verhaltensänderungen oder chirurgische Eingriffe (Magenband/Schlauchmagen). Jedoch bleibt die biologische Fehlprogrammierung des Körpers auf „Fettspeicher“ trotz aller Schritte weiterhin erhalten. Hier könnte in Zukunft eine Kombination aus Genome-Editing gepaart mit einer Stammzellentherapie den Durchbruch und somit Hoffnung für alle Adipositas-Patienten bringen.