Kinderfreundlichen Garten anlegen

Ein Kinderparadies zum Toben, Spielen, Entdecken und Lernen

Im Grunde genommen ist jeder Garten kinderfreundlich, denn in ihm gibt es viel zu entdecken und zu bestaunen. Kinder können hier ausgelassen Toben, der Fantasie freien Lauf lassen, ungezwungen Spielen, mit Wasser matschen oder in der Erde graben. Natürlich kann das Spiel- und Entdeckerparadies mit ein paar kleinen Tricks und Kniffen noch weiter optimiert werden. Die Redaktion von familien-gesundheit.de hat ein paar Tipps für Sie zusammengetragen, um Ihren Garten für den Nachwuchs noch kinderfreundlicher zu machen, denn eine kinderfreundliche Gartengestaltung ist gar nicht so schwer wie Sie denken: Es muss nämlich überhaupt nicht der große und aufwändige Kinderspielplatz sein. Ein Kinderbeet und eine Kinderspielecke sind völlig ausreichend.

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Eine Schaukel und ein Sandkasten gehört in jeden kinderfreundlich angelegten Garten. Es muss ja nicht gleich das riesige Klettergerüst mit Kletterwand, Baumhaus, Rutsche und Wippe sein. Eigentlich gibt es bei der Gestaltung eines Gartens im Hinblick auf die Kinderfreundlichkeit gar nicht so viel zu beachten. Achten Sie auf die Sicherheit und verfolgen Sie ein naturnahes Gartenkonzept. Schon sind nicht nur die Nützlinge glücklich, sondern der Nachwuchs kann die kleinen Krabbler bei der Arbeit beobachten. Im Kinderbeet kann sich der Nachwuchs selbst ausprobieren und die Gartenarbeit entdecken. Das Bohnen-Tipi oder Weideniglu bietet einen schattigen Rückzugsort und Versteckmöglichkeiten.

 

Sicherheit hat beim Anlegen eines kinderfreundlichen Gartens oberstes Gebot

Ein kinderfreundlicher Garten ist zunächst auf die größtmögliche Sicherheit der Kinder bedacht. Achten Sie darauf, dass die Kleinen beispielsweise nicht in die Regentonne klettern können, dass am Gartenhaus keine rostigen Nägel hervorstehen oder Bretter lose sind, dass Dünger unerreichbar in separaten, abschließbaren Kisten gelagert wird oder dass scharfe Gartengeräte wie Äxte, Scheren und Messer für die Kinder nicht zugänglich sind.

Auch Giftpflanzen haben in einem kinderfreundlichen Garten nichts zu suchen. Fingerhut, Eisenhut oder Pfaffenhütchen sehen zwar wunderschön aus, sind aber äußerst giftig. Bringen Sie Ihren Kindern zur Sicherheit frühzeitig bei, welche Pflanzen Heilpflanzen sind und welche zu den Giftpflanzen gehören. Auch Früchte sollten die Kinder unterscheiden lernen und wissen, dass nicht alles, was rot und lecker aussieht, auch wirklich gut verträglich ist. Während die roten Früchte von Himbeere, Johannisbeere und Erdbeere hemmungslos genascht werden dürfen, sind die roten Früchte der Eibe beispielsweise tabu. Zwar ist der rote Samenmantel nicht giftig, aber der Kern. Er müsste immer umgehend ausgespuckt werden. Um Vergiftungen zu verhindern, sollten Kinder um die Eibenfrüchte ohne Ausnahme einen Bogen machen. (In eigener Sache: Für dieses wichtige Thema „Kindersicherer Garten“ gibt es bereits einen eigenen, ausführlichen Artikel.)

 

Kinderbeet im kinderfreundlichen Garten anlegen

Möchten Sie Kinder an die Gartenarbeit heranführen, so ist der ideale Ort zum Lernen und Ausprobieren das Kinderbeet. Hier sind die „Kleingärtner“ die Bestimmer. Sie hegen, pflegen und ernten. Natürlich stehen Mama und Papa mit Rat und Tat zur Seite. Das Kinderbeet fördert nicht nur die Ausdauer, es stärkt auch das Selbstbewusstsein, wenn die Ernte erfolgreich war. Kinder platzen vor Stolz, wenn sie im Gemüsegarten für Kinder einen großen Kürbis oder Zucchini heranziehen konnten. (In eigener Sache: Sowohl für das Anlegen eines Kinderbeetes als auch für die richtige Pflanzenauswahl im Kinderbeet hat die Redaktion ebenfalls schon eigenständige Artikel veröffentlicht.)

 

Beobachtungsmöglichkeiten im kinderfreundlichen Garten schaffen

Der Garten bietet Kindern die Möglichkeit, die Natur genau zu beobachten. Ein besonders kinderfreundlicher Garten lockt möglichst viele Tiere an. Lose aufgeschichtete Feldsteine bieten Eidechsen ein Zuhause. Igel mögen einen naturnahen Garten mit vielen Unterschlupfmöglichkeiten. Vögel und Fledermäuse werden sich in alten Asthöhlen oder in für sie geeigneten Nistkästen bzw. Schlafkästen „häuslich niederlassen“. Bei einem bezogenen Starenkasten können die kleinen Naturforscher beobachten, wie die Starenmama ihre Küken aufzieht und wie oft sie den Brutplatz anfliegen muss, um alle hungrigen Mäuler zu stopfen. Im Sommer wird eine Vogeltränke viele heimische Singvögel anlocken. Im Winter lassen sich Blaumeise, Spatz oder Dompfaff (Gimpel) am Futterhaus beobachten.

Eine umsichtige Bepflanzung mit vielen Kräutern wie Lavendel, Salbei oder Oregano lockt außerdem Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Die bunten Falter tummeln sich beispielsweise gern am Sommerflieder, der nicht umsonst den Beinamen „Schmetterlingsflieder“ trägt. Auch Sonnenblumen, Phacelia oder Astern sind wahre Bienenweiden und daher ein Muss im kinderfreundlichen Garten. Die kleinen Entdecker helfen bestimmt gern dabei, ein Insektenhotel für die vielen geflügelten Nützlinge aufzustellen. Ein kleiner Gartenteich bietet nicht nur Goldfischen, sondern auch Fröschen, Kröten, Libellen und vielleicht sogar einem Salamander ein Refugium. Bitte achten Sie hier jedoch unbedingt auf die Sicherheit. Ein Gitter verhindert, dass die Kinder ins Wasser fallen können.

 

 

Spielbereich für den kinderfreundlichen Garten einrichten

Im kinderfreundlichen Garten darf natürlich auch getobt werden. Von daher ist ein Spielbereich, wo es ruhig auch einmal lauter zugehen kann, wichtig. Der Spielbereich sollte vom Ruhebereich ganz klar abgetrennt sein. Es empfiehlt sich nicht nur die räumliche Trennung, sondern auch eine optische Trennung. Dafür bietet sich beispielsweise eine Hecke an. Möchten Sie mehrere Dinge wie Sichtschutz, Lärmschutz und Erntemöglichkeit sinnvoll miteinander verbinden, dann pflanzen Sie am besten eine Naschhecke an.

Die Größe des Spielbereiches ist natürlich abhängig von der Größe des Gartens. In einen kleinen Garten werden Sie bestimmt nicht die komplette Wunschliste wie Baumhaus, Sandkasten, Schaukel, Rutsche, Wippe, Klettergerüst und Trampolin unterbringen. Aber der Ast eines alten Apfelbaumes wird sich zum Anbringen einer einfachen Schaukel bestimmt eignen und zwischen zwei Bäumen lässt sich immer eine Slackline spannen. Ein Sandkasten hat notfalls auch in einem Maurerkübel Platz. Eine kleine Spielecke mit einem Sandbereich findet daher sicherlich in jedem Garten Platz

Kinder lieben natürlich Verstecke. Deshalb gehört in einem kinderfreundlichen Garten ein Weideniglu, ein Bohnen-Tipi oder eine Weinlaube. Alle drei Ideen sind schnell und ohne viel Zubehör angelegt. In diese schattigen Bereiche können sich die Kinder an heißen Tagen zurückziehen und von großen Abenteuern träumen.

 

Spielmöglichkeiten im kinderfreundlichen Garten anbieten

Selbst Trittsteine im Rasen können Sie kinderfreundlich aufhübschen: Warum ordnen Sie diese Steine nicht wie das Kinderhüpfspiel „Himmel und Hölle“ (oftmals auch als „Hickelkasten“ bekannt) an und malen mit Farbe entsprechende Zahlen darauf? Auch auf der Terrasse lässt sich die Spielfläche oder ein Tic-Tac-Toe schnell aufzeichnen und verspricht viele spannende Runden.

Im Gartenhaus können einfache runde Kissen gelagert werden. Je vier Stück in vier verschiedenen Farben und schon kann auf dem Rasen Twister gespielt werden. Das Bewegungsspiel schult nicht nur die Koordination, es ist vor allem ein Riesenspaß.

Riesenspaß verspricht natürlich ein Swimmingpool an heißen Tagen. Er kann im Garten samt erforderlicher Technik fest installiert werden. Für Kinder reicht jedoch auch ein kleines Planschbecken zum Aufblasen. Egal für welche Variante Sie sich entscheiden, das Planschen sollte aus Gründen der Sicherheit jedoch immer nur unter Aufsicht erfolgen. Bei einer zünftigen Wasserbombenschlacht gibt es ebenfalls eine ordentliche Abkühlung. Für eine Abwandlung der Sommergaudi können mit Wasser gefüllte Luftballons in einen Baum gehangen werden. Die Kinder müssen mit Stöcken die Ballons bearbeiten. Platz ein Luftballon, so ergießt sich eine kalte Dusche über den „Angreifer“.

 

Kinderfreundlicher Garten beherbergt eine Gartenapotheke gegen das kleine Aua

Wer spielt und tobt, fällt natürlich auch einmal hin. Aufgeschlagene Knie gehören zum Großwerden leider dazu. Damit die Tränen schnell vergessen sind, stellt ein kinderfreundlicher Garten auch eine kleine aber feine Gartenapotheke bereit. Beim Anlegen des Kräuterbeetes sollten Sie berücksichtigen:

Bei kleinen Wunden und Insektenstichen hilft der Spitzwegerich. Ein Blatt so zusammengerollt, dass der Pflanzensaft austritt, kühlt, desinfiziert und fördert die Wundheilung. Ein Spitzwegerichblatt ist daher ein natürliches Pflaster.

Kamille hilft gegen Bauchschmerzen, Thymian gegen Husten und Salbei gegen Halsweh. Pfefferminze erfrischt und Lavendel beruhigt.

 

Die Redaktion von familien-gesundheit.de wünscht Erwachsenen und Kinder gemeinsam viele tolle Stunden im kinderfreundlich angelegten Garten.