Die Kartoffel-Diät: Schlank mit der braunen Knolle

Wie Ihnen die Kartoffel beim Abnehmen helfen kann

Abnehmtrends werden immer verrückter und ausgefallener: Noch exotischere Lebensmittel und Strategien versprechen die gewünschten niedrigeren Zahlen auf der Waage. Dem gegenüber steht die Kartoffel-Diät, die auf einen echten, einfachen und regionalen Klassiker setzt. Doch funktioniert das Abnehmen mit der braunen Knolle wirklich? Immerhin sind die Erdäpfel im weitesten Sinne als Dickmacher verrufen, schließlich stammen von ihnen Chips und Pommes ab. Wir erklären Ihnen, wie die Kartoffel-Diät funktioniert und was Sie bei dieser Abnehmstrategie zu beachten haben.

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Kartoffeln sind vielfältig geworden. Man unterscheidet nicht nur zwischen mehligkochend und festkochend, sondern mittlerweile bekommt man im Handel mehr und mehr verschiedene Sorten wie z. B. Bamberger Hörnchen, Adretta oder Sieglinde angeboten. Das Farbspektrum reicht von klassisch gelb über eine rote Schale bis hin zu einem bläulichen Innerem. Vor allem alte Sorten begeistern Gourmets heute durch ihren intensiven Kartoffelgeschmack wieder.

 

Diät halten mit Kartoffeln: So einfach funktioniert das Konzept

Die Kartoffel-Diät setzt, wie sich aus ihrem Namen bereits erahnen lässt, größtenteils auf Kartoffeln. Die tollen Knollen gibt es also morgens, mittags und auch abends. Diese werden fettarm zubereitet, d. h. weder gebraten noch frittiert. Geringe Mengen Magerquark oder Eier sind eine Möglichkeit der Ergänzung. Je nach Variante sind zwischen den Hauptmahlzeiten auch Obst und Gemüse zulässig. Damit gehört die Kartoffel-Diät zu den sogenannten Monodiäten, da der Abnehmerfolg durch den überwiegenden Konsum eines einzelnen Lebensmittel erzielt werden soll.

Der große Vorteil an Kartoffeln ist, dass sie sehr kalorienarm sind und stark sättigen, denn die langen Kohlenhydratketten werden von unserem Körper nur langsam aufgespalten. Des Weiteren sind sie gesund, denn sie enthalten viel Vitamin B und C, Folsäure, Kupfer, Phosphat und Schwefel. Die große Menge Kalium, die ebenfalls in ihnen enthalten ist, wirkt entwässernd, was zu einer schnellen Gewichtsreduktion führt. Außerdem steckt in Kartoffeln viel gesundes Eiweiß, dass  relativ leicht in körpereigenes Protein umgewandelt werden kann. Die Ergänzung der Mahlzeit durch Quark und Eier begünstigt diesen Effekt noch und führt zu einer höheren biologischen Wertigkeit.

 

So bereiten Sie die Kartoffeln für Ihre Diät richtig zu

Für die „Erdäpfel-Diät“ soll die Knolle fettarm zubereitet werden, daher scheiden Braten und Frittieren aus. Doch bevor Sie Kartoffeln einfach nur kochen, gibt es einen weitaus gesünderen und effektiveren Weg: Das Dämpfen, d. h. die Kartoffeln werden nicht direkt im Wasser gekocht, sondern im Wasserdampf gegart. Dies schont die Vitamine und Mineralien. Gegart werden müssen Kartoffeln, denn sie enthalten sonst das giftige Solanin, was zur Gruppe der Alkaloide gehört. Kartoffeln dürfen daher niemals roh verzerrt werden. Die Hitze zerstört das Solanin und macht es unschädlich. Außerdem senkt das Kochen den hohen Gehalt an unverdaulicher Stärke in den Kartoffeln (etwa 20 Prozent). Die Stärkekörner quellen so in den Knollen auf, zerplatzen und sind schließlich für unseren Organismus verwertbar.

Lassen Sie die Kartoffeln nach dem Garen erkalten, kristallisiert ein Teil der Stärke wieder aus, man spricht von resistenter Stärke. Diese wird erst im Dickdarm aufgespalten und dient der Darmschleimhaut als Nährstoff. Das ist sehr hilfreich für die Darmgesundheit.

Beachten Sie außerdem: Grüne, dunkle oder bereits keimende Kartoffeln sollten Sie nicht mehr konsumieren und daher zumindest großzügig wegschneiden. Diese Stellen entwickeln nämlich deutlich mehr Solanin. Solanin kann in größeren Mengen Benommenheit, Übelkeit und Magenbeschwerden verursachen.

 

Die Vorteile der Kartoffel-Diät

Kartoffeln sind nicht nur ein gesundes Lebensmittel, sie unterstützen auch das Abnehmen. Viele Kohlenhydrate, nahezu kein Fett und zusammen mit Ei oder Quark viel hochwertiges Eiweiß sättigen nachhaltig und reduzieren so automatisch den Hunger. Des Weiteren lassen sich Kartoffeln schnell zu- und auch vorbereiten. Die Diät ist also weitestgehend alltagstauglich. Ein weiterer Vorteil: Erdäpfel gehören ebenso wie Eier und Quark zu den günstigsten Lebensmitteln. Ihren Geldbeutel werden Sie mit dieser Diät also ebenfalls schonen.

 

Nachteile und Risiken der Monoernährung mit der braunen Knolle

So vielversprechend die Kartoffel-Diät zunächst auch erscheinen mag, sie weicht doch stark von den Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ab. Während ein ausgewogener Speiseplan einen Fettanteil von 30 und einen Kohlenhydratanteil von etwa 55 Prozent vorsieht, besteht die Kartoffel-Diät aus 80 bis 85 Prozent Kohlenhydraten bei nur etwa 3 Prozent Fett, was selbstverständlich viel zu gering ist. Wie bei jeder Monodiät kann es ebenfalls schnell zu Nährstoffmängeln kommen, denn wichtige Vitamine und Mineralien fehlen. Bei der Kartoffeldiät ist es vor allem Eisen, sodass auf Dauer ein Eisenmangel drohen könnte. Trotz des Sättigungseffekts kann die Unausgeglichenheit der Abnehmstrategie dennoch zu Heißhungerattacken führen. Außerdem sind die ersten Diäterfolge hauptsächlich dem durch das Kalium induzierten Wasserverlust zuzuschreiben, der Speckgürtel an den Hüften ist also auch dann defacto noch vorhanden, wenn die Waage bereits kleinere Zahlen zeigt.

Nicht zuletzt ist zu erwähnen, dass es sich auch bei der Kartoffel-Diät um eine recht radikale Reduktionsdiät handelt, bei der neben Fetten auch Proteine Mangelware sind und kein Sportprogramm vorgesehen ist. Daher wird der Jojo-Effekt in den meisten Fällen nicht lange auf sich warten lassen, sobald Sie die Kartoffel-Diät beenden und Ihre Ernährungsgewohnheiten wieder auf den „Normalmodus“ umstellen. Während des Abnehmprogramms hat Ihr Körper nämlich den Stoffwechsel heruntergefahren und Muskelmasse abgebaut, weil er in den „Notstandsmodus“ gewechselt ist. Ihr Grundumsatz an Energie ist deswegen gesunken. Wenn Sie nun wieder ganz normal essen, führen Sie mehr Kalorien zu, als Ihr Organismus verbrauchen kann. Das ist die klassische Formel für noch mehr „Hüftgold“ in kurzer Zeit.

 

Wie die Kartoffel Ihnen wirklich beim Abnehmen helfen kann

An und für sich steckt hinter dem Prinzip der Kartoffel-Diät ein guter Ansatz, würde er nicht so radikal umgesetzt werden. Ansonsten drohen auch hier dieselben Probleme und Risiken wie bei jeder anderen Monoernährung: Kurzfristige, nicht nachhaltige Erfolge, Jojo-Effekt, kein Lerneffekt bezüglich gesunder und ausgewogener Ernährung. Würde die Kartoffel-Diät über Monate hinweg durchgehalten drohen sogar gefährliche Mangelerscheinungen bis hin zu gravierenden gesundheitlichen Schäden. Eine extreme Variante der Kartoffel-Diät ist also alles andere als empfehlenswert und reiht sich nur in die Riege der Radikalkuren a la „Krank statt schlank“ ein, wie auch die Extremformen der Ananas- oder Kohlsuppen-Diät.

Kombinieren Sie die braune Knolle lieber vielfältiger mit Quark, Ei, Obst und Gemüse, Salat, Nüssen und pflanzlichen Fetten. Ab und an dürfen Sie sich auch gern ein Stück mageres Fleisch gönnen. Treiben Sie zusätzlich Sport. Das ist nicht nur eine weitaus gesündere und risikofreie Alternative, Ihre Abnehmerfolge werden definitiv auch nachhaltiger sein.