Kakao: Vor Herzinfarkt natürlich schützen

Blutdrucksenker Zartbitterschokolade – gut für Herz & Kreislauf

Lange Zeit galt Schokolade als ungesund, weil sie Fett und Zucker enthält. In den letzten Jahren jedoch erlebte die süße Schlemmerei eine Rehabilitation. Neue Studien finden immer mehr gesundheitsfördernde Eigenschaften von Schokolade respektive von Kakao. Ergebnisse legen beispielsweise nahe, dass Zartbitterschokolade den Blutdruck senkt und somit Herz und Kreislauf schützt.

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Kakao ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, den sogenannten Flavonoiden. Da dunkle Schokolade zum überwiegenden Teil aus Kakao bestehen, enthält sie viele der gesundheitsfördernden Stoffen. Zartbitterschokolade sollte daher als Gesundmacher in keiner Hausapotheke fehlen.

 

Kakaopulver ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen wie z. B. Gerbstoffen, Mineralstoffen, Epicatechin oder Theobromin. Die aus Kakaopulver hergestellte dunkle Schokolade enthält daher vieler dieser gesunden Stoffe. Die daraus resultierenden Vorteile für die Gesundheit überwiegen nach Einschätzung der Experten deutlich die Risiken, die vom Kalorien- und Zuckergehalt der Zartbitterschokolade ausgehen.

 

Je dunkler die Schokolade desto besser für die Gesundheit

100 Gramm Milchschokolade enthalten rund 500 Kilokalorien. Dunkle und damit bittere Schokolade liegt beim Kaloriengehalt allerdings nur wenig darunter. Schokoladenliebhaber befürchten daher zu Recht, dass sich die übermäßige Nascherei schnell auf der Waage niederschlägt und es langfristig zu Gewichtsproblemen kommen könnte. Als Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfehlen Mediziner und Pharmakologen rund 25 Gramm dunkle Schokolade täglich zu verzehren. Damit sich die Schutzwirkung voll entfalten kann, muss es allerdings wirklich Zartbitterschokolade sein – mit einem Kakao-Gehalt von mindestens 85 Prozent. Wer Milchschokolade liebt, darf leider nicht auf ähnliche Effekte hoffen, denn Milchschokolade enthält relativ wenig Kakao. Außerdem behindert der Milchanteil die Aufnahme der wertvollen Flavonoide, die im Darm erfolgt.

Bei den Flavonoiden handelt es sich um Farb- und Schutzstoffe, die die Kakaopflanze in den Kakaobohnen einlagert. Wie hoch der Anteil an diesen Inhaltsstoffen am Ende in der Schokolade ist, entscheidet maßgeblich der Herstellungsprozess. In der Regel schmecken Flavonoide bitter. Ihr Gehalt wird daher in kommerziellen Produkten gezielt vermindert, um den Gaumen der breiten Masse zu erfreuen. Der Extremfall ist die weiße Schokolade. Außer Kakaobutter als Fett ist hier praktisch kaum noch Kakao enthalten. Flavonoide? Fehlanzeige!

 

Flavonoide – die gefäßschützenden Inhaltstoffe

Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und erweitern nachweislich Arterien. Sie sind damit ein natürlicher Blutdrucksenker. Ein zu hoher Blutdruck (Hypertonie) gilt als Auslöser für eine Reihe von Herz-Kreislauf-Erkrankung, denn er schädigt auf Dauer die Blutgefäße. Flavonoide vermindern auch das Aneinanderkleben von Blutplättchen. Lagern sich die Thrombozyten in den feinen Herzkranzgefäßen aneinander, so fördert dies die Bildung von Blutgerinnseln. Der Weg bis zum Herzinfarkt ist dann nicht mehr weit. Flavonoide können diesen unerwünschten Prozess ebenso effizient verhindern, wie Aspirin. Als Thrombozytenaggregationshemmer wird der Wirkstoff Aspirin Patienten in der Regel nach einem Herzinfarkt verschrieben.

Flavonoide mindern im Körper ebenso Entzündungsreaktionen und könnten so durchaus chronischen Entzündungsprozessen vorbeugen. Selbst auf die Funktion der Stammzellen nehmen die Gerbstoffe noch Einfluss. So gelang der Nachweis, dass Flavonoide die Bildung von endothelialen Progenitorzellen anregen. Die EPCs zählen zu den Stammzellen. Sie entwickeln sich zu Endothelzellen. Diese kleiden die Blutgefäße von innen aus.

Andere Studien belegen darüberhinaus, dass Kakaoprodukte die Blutfette und den Blutzucker positiv beeinflussen trotz des relativ hohen Fett- und Zuckergehaltes. Und selbst die Darmbakterien, die Experten mittlerweile für viele Immun- und Stoffwechselreaktionen verantwortlich machen, profitieren vom Konsum der Zartbitterschokolade.

 

Typischer Kakaogeschmack erschwert die Durchführung von Doppelblindstudien

Bislang jedoch gibt es leider noch keine aussagekräftige Studie, ob Schokolade tatsächlich effektiv vor Herzinfarkten schützen kann. Bei Medikamenten ist in der Regel ein Placebo-Vergleich üblich. Fachleute sind sich jedoch einig, dass wegen des typischen Kakaogeschmacks Doppelblind-Studien mit Schokolade jedoch sehr schwierig sind. Um psychologische Effekte ausschließen zu können, dürfen hierbei weder Studienteilnehmer noch Mediziner wissen, welcher Proband den Wirkstoff oder das Placebo erhielt. In einfachen Beobachtungsstudien jedoch gibt es belastbare Hinweise darauf, dass der Verzehr von Zartbitterschokolade dosisabhängig eine leicht blutdrucksenkende Wirkung hat und dass es deutlich positive Effekte auf Herz und Kreislauf gibt.

Menschen, die viel Kakao konsumieren, sterben laut Statistiken nur halb so häufig am Herzinfarkt oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein häufiger Kakaoverzehr wird als unproblematisch angesehen, denn die Belastungen der Kakaobohnen – beispielsweise mit Kadmium – sind gering.

 

 

Gibt es also bald für Herzpatienten Zartbitterschokolade auf Rezept? So manche Naschkatze wird darauf nicht warten wollen und heute bereits für die eigene Herzgesundheit ein oder zwei Stückchen Zartbitterschokolade schlemmen – ohne schlechtes Gewissen selbstverständlich! Dennoch ist der ärztlich empfohlene Schokoladenkonsum kein Freibrief dafür, andere Präventionsmaßnahmen wie gesunde Ernährung oder körperliche Fitness zu vernachlässigen. Ihrem Herzen zu liebe: Achten Sie auf Ihre Herzgesundheit! Sagen Sie dem Herzinfarkt den Kampf an!

 

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