Intervallfasten: Abnehmkonzept mit Blick auf Uhr & Kalender

Intermittierendes Fasten: Was es alles kann & was es nicht kann

Immer wieder fällt zwischen den verschiedensten Diät-Trends das Wort Fasten, sei es nun Null-, Heil- oder Basenfasten. Besondere Aufmerksamkeit erhält mittlerweile das sogenannte Intervallfasten. Es wird auch als intermittierende Fasten bezeichnet und als neue, bahnbrechende Abnehmmethode gefeiert. Um eine Diät per se handelt es sich hierbei allerdings nicht. Es kann jedoch dabei helfen, überschüssige Pfunde loszuwerden. Wie das Intervallfasten funktioniert, welche verschiedenen Varianten es gibt und welche Vor- und Nachteile diese spezielle Art des Fastens bietet, erfahren Sie hier auf familien-gesundheit.de.

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Beim Intervallfasten, das auch als intermittierendes Fasten bezeichnet wird, gehört der Blick auf die Uhr bzw. in den Kalender einfach dazu, denn nur zu bestimmten Zeiten ist die Nahrungsaufnahme gestattet. Das soll zum einen die Kalorienzufuhr bremsen und zum anderen den Körper dazu zwingen, an seine Energiereserven sprich Fettdepots zu gehen.

 

Was genau ist Intervallfasten & welche Methoden gibt es?

Beim Intervallfasten geht es, wie der Name bereits suggeriert, um einen ständigen, regelmäßigen Wechsel zwischen Fastenzeiten und der normalen Nahrungsaufnahme. In einem bestimmten Zeitraum – einige Stunden am Tag oder ein paar Tage in der Woche – darf somit nichts oder nur sehr wenig gegessen werden. Einschränkungen im Speiseplan gibt es im Gegensatz zu anderen Ernährungsweisen und Fastenarten nicht. Im Grunde genommen dürfen Sie alles in beliebigen Mengen essen, wonach Ihnen der Sinn steht, solange es nicht in die Phasen des Nahrungsverzichts fällt.

Dazu, wie die Nahrungsaufnahme beschnitten wird, gibt es verschiedene Ansätze. Die wohl beliebteste Strategie des intermittierenden Fastens ist vermutlich die 16:8-Methode. Hierbei wird am Tag 16 Stunden lang komplett auf feste Nahrung verzichtet, in den darauffolgenden acht Stunden darf dann etwas gegessen werden. Ein großer Vorteil dieser Methode ist, dass der Großteil der Fastenzeit ohnehin verschlafen wird. Sind Sie bereits kein großer Fan des Frühstücks, ist diese Methode vielleicht die richtige für Sie, denn Sie können Ihr Zeitfenster der Enthaltsamkeit zum Beispiel auf 20 bis zwölf Uhr legen.

Eine andere Art des Intervallfastens ist die 5:2-Methode. Hier wird die Nahrungsaufnahme an zwei Tagen in der Woche überwiegend (selten auch ganz) gemieden. An den restlichen fünf Tagen dürfen Sie sich dann völlig normal ernähren. Andere Fastenmuster, wie etwa der Wechsel zwischen einem kompletten Fastentag und einem normalen „Esstag“ oder das 36-Stunden-Fasten existieren ebenfalls.

 

Wieso Intervallfasten? Das spricht für das Abnehkonzept

Obwohl die Studienlage zum Intervallfasten beim Menschen noch relativ dünn ist, zeigen die wenigen vorliegenden Untersuchungen doch bereits  vielversprechende Ergebnisse. So ist die Änderung des Lebenswandel für gewöhnlich mit einer Kalorienreduktion verbunden. Das wirkt Übergewicht entgegen  und begünstigt das Abnehmen. Auch ist die Form der Ernährungsumstellung beim Intervallfasten leichter durchzuhalten als bei herkömmlichen Diäten. Schließlich wird Speiseplan kaum beschnitten und es muss auch nicht auf bestimmte Lebensmittel oder ganze Lebensmittelgruppen verzichten werden. Des Weiteren fällt vielen Menschen eine zeitweise Kalorienreduktion durchaus leichter als die gewohnte Nahrungsmenge langfristig einzuschränken. Einige Studien belegen ebenfalls, dass der Lebenswandel den Stoffwechsel positiv beeinflusst. Somit kann Intervallfasten verschiedenen Erkrankungen vorbeugen – beispielsweise Diabetes, Alzheimer, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einigen Krebsarten.

 

Diese Nachteile bestehen beim Intervallfasten

Trotz Intervallfasten scheitern manche Menschen. Es kommt letztlich zu keiner Gewichtsabnahme und auch zu keiner Änderung des Lebenswandels. Bei dieser Ernährungsstrategie wird –  anders als bei den meisten Diäten – suggeriert, dass alle Lebensmittel in unbestimmten Mengen erlaubt sind. Demnach besteht die Gefahr, dass die Kalorienaufnahme in den erlaubten „Esszeiten“ tatsächlich höher ausfällt, als jene, die zum Abnehmen angestrebt werden sollte. Durch die fehlende Einschränkung laufen Sie ebenfalls Gefahr, überwiegend ungesunde Kalorien in Form von Fett und Zucker zu sich zu nehmen, um die Fastenphasen mental besser zu überstehen. Ernährungsempfehlungen beim intermittierenden Fasten existieren nicht oder sind viel zu vage. Über eine bewusste und gesundheitsfördernde Nahrungszufuhr lernen Sie also beim Intervallfasten nichts. Durch den bewussten Verzicht allein muss es also nicht zwangsläufig zur Gewichtsreduktion und der Verbesserung des Stoffwechsel sowie des allgemeinem Wohlbefindens kommen.

 

Für wen der neue Abnehmtrend Intervallfasten dennoch geeignet ist

Intermittierendes Fasten bietet als Diätstrategie viele Vor- und Nachteile. Ob der Ernährungstrend für Sie geeignet ist oder nicht, müssen Sie letztlich selbst entscheiden und dabei ehrlich gegenüber sich selbst sein. Allerdings kann sich das Intervallfasten in bestimmten Situationen entweder besonders gut oder weniger gut an Ihre Lebensumstände anpassen. Vollgepackte Zeitpläne, die ohnehin nicht genügend Freiraum für drei frisch und ausgewogen zubereitete Mahlzeiten am Tag lassen, eignen sich beispielsweise dazu, den Alltag mit der 16:8-Methode zu kombinieren. Auch für Menschen mit einer typischen Alles-oder-Nichts-Mentalität, die bei herkömmlichen Diäten scheitern, ist diese Form der Ernährung zu empfehlen.

Ungeeignet ist das Intervallfasten jedoch für alle Patienten, die unter Vorerkrankungen wie Mangel- oder Unterernährung, niedrigem Blutdruck, Diabetes oder Essstörungen leiden. Auch, wenn Sie krankheitsbedingt verschreibungspflichtige Medikamente zu sich nehmen müssen, sollten Sie den Ernährungstrend meiden. Da es gerade in den ersten Wochen der Nahrungsumstellung zu Schwindel oder Benommenheit kommen kann, bis sich Ihr Körper daran gewöhnt hat, ist intermittierendes Fasten ebenfalls ungeeignet für all jene, die berufsbedingt schwere Maschinen oder ähnlich komplexe Anlagen bedienen müssen.

 

Das Fazit zum Intervallfasten

Mit dem Intervallfasten können Menschen in bestimmten Lebenslagen durchaus abnehmen und Ihren Stoffwechsel stabilisieren bzw. optimieren. Andere fahren jedoch eher schlecht damit. Wenn Sie sich für diese Abnehmstrategie und damit die „Trenddiät“ entscheiden, sollten Sie sich allerdings parallel dazu über gesunde und ausgewogene Ernährung informieren, damit Ihre Diät am Ende nicht nach hinten losgeht. Somit verhindern Sie auch das Risiko von Mangelerscheinungen.

Des Weiteren liegen noch keine Langzeitstudien zum intermittierenden Fasten beim Menschen vor. Ebenso ist nicht bekannt, wie es sich auf Stimmung, körperliche und mentale Leistungsfähigkeit oder die Gefahr für das Entwickeln von Essstörungen auswirkt. Die Wissenschaft steckt hier noch in ihren Anfängen und bis verwertbare Daten vorliegen, wird es noch eine Weile dauern.