Igel im Garten

So schaffen Sie für die stacheligen Gesellen ein Igel-Paradies

Mit den kleinen Stacheltieren liegen Sie ganz auf einer Wellenlänge, wenn Sie sich selbst in einem naturbelassenen Garten wohler fühlen als in einer „Rasen-Wüstenei“ mit englischem Rasen, grünem Metallzaun und akkurat gestutzten Hecken ohne ein Halm Unkraut. In Naturgärten schaut der Igel nämlich gern vorbei. Wenn sie möchten, dass der niedliche Geselle bald in einer Ecke in Ihrem Garten wohnt, müssen Sie lediglich ein paar Tipps beherzigen.

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Um einen Igel im Garten anzusiedeln, ist es gar nicht notwendig, ihn zu finden. In naturnah gestalteten Gärten finden die kleinen Stacheltiere ausreichend Nahrung und Unterschlupf.

 

Der Igel-Garten ist ideal für Naturburschen und Langschläfer

Wer Igel im Garten ein Zuhause geben möchte, sollte sich etwas genauer mit den Gewohnheiten und Aktivitäten der Gartenmitbewohner beschäftigen. Schnell stellt man fest, dass die kleinen Stachler freundliche und genügsame Gartengesellen sind. Igel mögen ein ruhiges Plätzchen, wo sie schlafen und ihre Jungen aufziehen können. Außerdem sind sie fast immer hungrig und lieben daher einen reich gedeckten Tisch.

Rückzugsräume und damit geeignete Plätze für den Nestbau sind schnell geschaffen. Nehmen Sie es mit dem Zurückschneiden von Bodendeckern, Sträuchern und Hecken nicht allzu genau. Lassen Sie die Natur Natur sein. Legen Sie stattdessen die Füße im Gartenstuhl hoch. Laub sollten sie nicht einfach entsorgen. Lassen Sie es ruhig unter den Gehölzen liegen oder schlichten Sie es einfach als Haufen aus. Igel werden von diesen angebotenen Plätzen begeistert sein. Unter bodenlangen Trieben, aufgehäuftem Schnittgut oder den Stapelplätzen von Brennholz findet er genügend Verstecke für den Tag- und Winterschlaf. Laubreste und Gartenabfälle werden zusätzlich gern genutzt, um es sich noch ein wenig gemütlicher zu machen. Da Laubhäufen auch von der Lieblingsspeise der Igel – von Würmern, Käferlarven und Schnecken – bewohnt werden, ist ganz nebenbei immer für einen reichlich gedeckten Tisch gesorgt.

Igel-Liebhaber machen sich sogar noch etwas mehr Mühe. Sie bauen dem Igel in ihrem Garten ein kleines Häuschen. Als perfekter Unterschlupf eignet sich ein umgekehrter Weidenkorb, der mit einem Laubhaufen abgedeckt wird. Eine Folie zum Auskleiden dichtet ab und sorgt dafür, dass die Igel-Schlafstätte bei Regen und Schnee nicht nass werden kann. Die kleinen Stachelfreunde kommen so sicher und trocken durch die kalte, ungemütliche Jahreszeit.

 

 

Naturnahe Gärten bieten Insekten und Igeln einen perfekten Lebensraum.

Neben Schlafen haben Igel noch ein zweites, großes Hobby: Fressen. Die nächtlichen Streifzüge durch den Garten dienen der Nahrungsbeschaffung. In der Dunkelheit machen die Tiere dann Jagd auf fette Würmer, eiweißreiche Falter, Käferlarven oder Schnecken. Dabei futtern sich Igel im Sommer und Herbst die benötigten Fettreserven für den Winterschlaf an.

Igel-Fans sorgen in eigenen Garten für einen reichlich gedeckten Tisch durch das Anlegen von Wildblumenflächen bzw. artenreichen Wiesen. Hier dürfen Blumen und Gräser noch normal wachsen. Erst sehr spät im Sommer wird gemäht. Dank dieser „Bewirtschaftung“ können sich schnell zahlreiche Insekten ansiedeln. Sie finden hier Nahrung und Unterschlupf. Gut für den Igel im Garten, denn er muss hier garantiert nicht hungern. Er freut sich über fette Regenwürmer im lockeren Boden.

Wer Igel nur oberflächlich kennt, meint, dass sie eher zu den gemütlichen Gesellen gehören. Ein Trugschluss! Während der nächtlichen Streifzüge können Igel große Strecken zurücklegen. Um den erforderlichen „Aktionsradius“ zu gewährleisten, sollten die Gartenränder deswegen durchlässig gemacht werden. Zäune sollten nicht bodentief sein. Engmaschige Drahtzäune kosteten bereits vielen Igeln das Leben. Auch bei Netzen müssen Gartenbesitzer darauf achten, dass sich Igel nicht darin verheddern können. Nur so wird der Garten für Igel sicher.

 

Igel-Verstecke im Garten erleichtern nächtliche Ausflüge

Gibt es in Ihrem Garten große, offene Flächen, so Raten Experten zu sogenannten „Igel-Trittsteinen“. Dabei handelt es sich um Sträucher oder Haufen aus Laub bzw. Ästen, die die offenen Areale unterbrechen. Für den Igel schaffen sie kurze Wege im Garten. Notfalls kann er so Feinden schneller entkommen. Im Idealfall jedoch wird der Igel dank der Igel-Verstecke gar nicht erst entdeckt.

Mit ganz einfachen Mitteln und etwas Achtsamkeit lässt sich der Garten schnell in ein Igel-Paradies verwandeln. Beherzigen Sie diese Tipps, wird es nicht allzu lange dauern, bis ein stacheliger Geselle bei ihnen gern einzieht. Die genügsamen und interessanten Tiere lassen sich in einem Igel-Garten am besten in den Abendstunden beobachten. Am „Igel-TV“ haben garantiert auch die Kinder ihre helle Freude.