Heilpflanze Spitzwegerich: Empfohlen bei Husten & Wunden

Plantago lanceolata - mehr als ein Wald- und Wiesenkraut: Ein Allrounder für Ihre Gesundheit

Am unscheinbaren Spitzwegerich ist bestimmt schon jeder vorbeigelaufen. Die Pflanze findet sich auf Wiesen, an Feldrändern und manchmal auch da, wo man sie eigentlich nicht haben möchte: im Gartenbeet. Da Spitzwegerich eine Heilpflanze ist, ist er zum Auszupfen fast zu schade. Kultivieren Sie ihn lieber im Garten und nutzen Sie in Zukunft seine Heilkraft!

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Spitzwegerich ist bei Heilkundigen schon lange bekannt. So empfahl beispielsweise Hildegard von Bingen das Kraut bei Gicht. Doch auch im Volk war er beliebt und wanderte durchaus in den Kochtopf. So war die traditionelle Frühjahrsspeise „Ach Du grüne Neune“ – eine klassische Kräutersoße wie die heute bekannte Frankfurter Soße – ohne Spitzwegerich-Blätter nicht denkbar.

 

Spitzwegerich – Ein Allrounder, der fast überall zurecht kommt

Mit lateinischem Namen heißt der Spitzwegerich Plantago lanceolata, im Volksmund ist er aber auch unter den Bezeichnungen Spießkraut, Lungenblattl oder Schlangenzunge bekannt. Die Heilpflanze ist recht anspruchslos, widerstandsfähig und frostlfest. Diese Eigenschaften verhalfen ihr, sich weltweit auszubreiten. Spitzwegerich zählt oftmals mit zu den Pionierpflanzen.

Die Pflanze mit den markanten, lanzenförmigen Blättern, die an ihrer Unterseite die typischen fünf bis sieben Rippen aufweisen, kann bis zu 50 Zentimeter hoch werden. Die Wurzeln reichen bis zu 60 Zentimeter in den Boden. Diese „Verankerung“ ermöglicht es dem Spitzwegerich, auch in großen Höhen zu wachsen und felsigen Untergrund zu besiedeln. Die Blüten selbst sind recht unscheinbar. Es wächst zunächst ein 30 Zentimeter langer Docht, der von weißen Blüten umringt ist. Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Kräuterkundige schwören auf die grünen Knospen des Dochtes. Neben frischen Blättern bereichern auch die Knospen jeden Salat, denn sie schmecken leicht nach Champignons.

 

Vielseitig nutzbar: Blätter, Knospen und Samen

Vor allem in den Blättern stecken die wertvollen Wirkstoffe, die den Spitzwegerich zu einer wichtigen Heilpflanze machen. Wer die Blätter sammeln möchte, sollte jene Pflanzen auswählen, die noch nicht geblüht haben. Daher ist der Zeitraum von April bis Juni die ideale Sammelzeit. Später im Jahr können die Samen des Spitzwegerichs geerntet werden. Sie werden zwischen August und Oktober reif. Es ist ein etwas mühsames Geschäft, jedoch lässt sich aus ihnen das Wegerichöl pressen. Es hat einen nussigen Geschmack und eignet sich zum verfeinern von Salaten und anderen Speisen. Naturheilkundler schwören auf das Wegerichöl bei Bronchitis. Mit dem Öl soll die Brust eingerieben werden, um die Entzündung der Atemwege zu lindern.

 

 

Die Arzneipflanze Spitzwegerich punktet mit wertvollen Inhaltsstoffen

Der Spitzwegerich wurde im Jahr 2014 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt, um die breite Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, welches Kraftpaket direkt vor unserer Nase wächst, denn leider geht das alte Wissen, welches Kraut gegen welche Beschwerden gewachsen ist, mehr und mehr verloren. Der Spitzwegerich ist deshalb so gesund, weil er sowohl Gerb- und Bitterstoffe als auch Schleimstoffe enthält. Außerdem ist er reich an Kieselsäure, Vitamin C und Flavonoiden. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die die Pflanzen vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Auch Glykoside wie Aucubin wurden im Spitzwegerich nachgewiesen. Aucubin hat antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften.

 

Spitzwegerich im Einsatz: Wundversorgung, Insektenstiche &Atemwegserkrankungen

Durch ihre Kombination im Spitzwegerich potenzieren sich die Wirkstoffe mit ihren nützlichen Eigenschaften. Spitzwegerich gilt daher als ideales Kraut zur Wundversorgung, denn er hilft, die Abwehrkräfte zu steigern, er ist blutstillend und tötet Bakterien ab. Darüberhinaus wird er seit vielen Jahrhunderten erfolgreich bei Atemwegserkrankungen eingesetzt. Die Wirkstoffe lösen nicht nur die Sekrete, sie mindern auch den Hustenreiz und wirken gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Bereits die Urgroßmutter schwor auf eine Anti-Husten-Kur mit Spitzwegerich-Tee.

Werden Sie bei der Gartenarbeit oder beim Spaziergang von einer Wespe gestochen oder von einem anderen Insekt gebissen, suchen Sie schnell eine Spitzwegerich-Pflanze. Ein Blatt wird zwischen den Fingern so kräftig gerollt bis die Pflanzensäfte austreten, und dann auf den Stich gelegt. Es kühlt nicht nur, sondern wirkt auch abschwellend und sorgt dafür, dass sich erst gar nichts entzünden kann.

Doch damit nicht genug. Spitzwegerich ist ebenfalls ein Schönheitselixier, denn er verhilft zu reiner Haut und bringt Haare zum Glänzen. Unreine und fettige Haut wird mit einer Spitzwegerich-Tinktur behandelt. Sie kann auch für die Haare verwendet werden. Hier beugt Spitzwegerich Entzündungen der Kopfhaut vor und verleiht den Haaren einen seidigen Schimmer.

 

Womöglich sind Sie bislang achtlos am Spitzwegerich vorbeigelaufen!  Das wird sich in Zukunft hoffentlich ändern, denn Sie haben nun das Potential des „Königs der Wege“ kennengelernt. Diesen Namen hat sich nicht die trimeda-Redaktion ausgedacht, es ist die wortwörtliche Übersetzung des Namens „Spitzwegerichs“ aus dem Altgermanischen! Nutzen Sie die Heilkraft der Arzneipflanze! Die aus Spitzwegerich schnell hergestellten Hausmittel sind wirkungsvoll und kosten nicht viel! Möchten Sie selbst Spitzwegerich sammeln, so achten Sie bitte darauf, dass Sie das alte Heilkraut nicht am Straßenrand oder auf intensiv genutzten Weiden sammeln. Wer auf Nummer sicher gehen will, holt sich bei einer Erkältung losen Spitzwegerich-Tee aus der Apotheke.

 

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