Halloween in Deutschland & die Haltung der Kirchen

Das Fest ist mit dem Reformationstag auf Kollisionskurs

Halloween wird am Abend des 31. Oktobers gefeiert. Das ursprünglich irische Fest ist ein „Exportschlager“ aus den Vereinigten Staaten und hat auch mittlerweile in Deutschland eine große Fangemeinde. Doch die Tradition ist hierzulande noch sehr jung und das Datum kollidiert mit einem Tag, der besonders der protestantischen Kirche am Herzen liegt: dem Reformationstag. Wie wird Halloween daher in Deutschland gefeiert und welche Haltung haben die Kirchen in Bezug auf das Fest? Diesen Fragen geht die trimeda-Redaktion in diesem Beitrag nach.

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Zu Halloween erwacht Burg Frankenstein aus dem Dornröschenschlaf. Das uralte Gemäuer bei Darmstadt zieht als perfekte Halloween-Party-Location Tausende Gäste an, die sich als Hexe, Zauberer, Zombies und Vampire verkleiden. Die Kirchen sehen das schaurige Treiben kritisch. Ihnen ist Halloween mit zu viel Klamauk und Schabernack verbunden. Es fehlt die Ernsthaftigkeit, die durch das geschichtsträchtige Datum und dem Reformationstag angebracht wäre.

 

Deutschland beste Halloween-Party steigt auf Burg Frankenstein in der Nähe von Darmstadt

Auch in Deutschland bekommt Halloween von Jahr zu Jahr mehr Fans. Hierzulande sieht man immer häufiger die geschnitzten Kürbisgesichter. Die Halloween-Partys werden immer größer. Menschen, verkleidet als Feen, Zauberer, Magier, Hexen, Fledermäuse, Geister, Zombies, Skelette, Mumien, Monster, Teufel, Orks, Vampire und Kobolde treffen sich an schaurig schönen Orten. Sie alle eint der Wunsch, an diesem besonderen Tag einfach einmal aus dem Alltag auszubrechen und Spaß zu haben. Ein besonderer Halloween-Hot-Spot ist die Burg Frankenstein in der Nähe von Darmstadt. Der uralte Name wird hier zum Programm, denn die dunklen Mächte locken. Auf Burg Frankenstein wird die wahrscheinlich schaurigste Halloween-Party der Republik gefeiert. Mittlerweile ist die Veranstaltungsreihe so beliebt, dass es mehrere Wochenenden hintereinander entsprechende Halloween-Partys geben muss und insgesamt mehr als 20.000 Gäste erwartet werden.

 

 

Die christlichen Kirchen tun sich schwer mit Halloween

Während Otto Normal und Lieschen Müller mit dem Halloween-Feiern kaum Probleme haben, tun sich die Kirchen mit dem importierten Fest schwer. Vor allem die evangelische Kirche hadert mit dem Halloween-Datum am 31. Oktober. Der Grund: Dieses Datum ist im Kirchenkalender als Reformationstag dem Gedenken an die Verdienste des großen Reformators Marin Luther vorbehalten. Da passt der Halloween-Schabernack nicht ins Programm. Viele Gläubige sehen daher Halloween durchaus kritisch. Für sie ist das Fest mit zu viel Klamauk und zu wenigen Inhalten verbunden.

Doch es gibt auch andere Tendenzen. Gerade junge, christliche Gemeinden öffnen sich mehr und mehr dem Halloween-Trend, indem sie das Fest auf ihre ganz eigene Weise feiern. Der Grusel wird gekürzt, dafür setzen die jungen Kirchenmitglieder auf phantasievolle Spiele, bei denen Fröhlichkeit und Geselligkeit im Mittelpunkt stehen. Und gegen diese Halloween-Interpretation hat dann auch die Kirche nichts einzuwenden.

 

Selbst in den USA steht Halloween in der Kritik

Selbst in den USA, dem Mekka für alle Halloween-Fans, ist das Fest nicht unumstritten. Das beinahe volksfestmäßige Zelebrieren eines sehr heidnischen Festes ist der starken evangelikalen Kirche durchaus ein Dorn im Auge.

So distanzieren sich viele evangelikale Christen von den Halloween-Bräuchen und -Traditionen. Für sie handelt es sich um ein okkultes Fest, bei dem Satanisten dem Teufel huldigen. Das können und wollen die evangelikalen Christen nicht dulden und blasen deshalb in den USA zum Gegenangriff. Sie bauen kurz vor Halloween sogenannte Hell Houses auf. Diese als Spukhäuser getarnte Gebäude dienen der Abschreckung. Sie sollen die Abtrünnigen wieder auf den richtigen Pfad der Tugenden zurückführen. In den Hell Houses werden typische christliche Bilder sehr eindrucksvoll gezeigt: beispielsweise das Fegefeuer und die ewige Verdammnis als Strafe für all jene, die sich unmoralisch verhalten. Auch Themen wie Abtreibung, Homosexualität oder Drogenkonsum werden aufgegriffen und drastisch visualisiert. Bereits mehrmals kam es vor, dass ahnungslose Halloween-Fans die Hell Houses besuchten und verstört wurden, weil sie die Spukhäuser mit einer Party-Location verwechselten.