Gewürze in der Schwangerschaft

Bei Kräutern & Gewürzen in der Schwangerschaft ist maßvoller Genuss die Devise

Kein dies, kein das und jenes sowieso nicht – gerade in Ernährungsfragen gibt es zahllose Tipps und Warnungen für Schwangere, von denen manche berechtigt, andere aber übertrieben sind. Dies gilt auch für Gewürze und Kräuter, die in der Küche häufig verwendet werden. Kräuter und Gewürze sind in einer gesunden Ernährung wichtige Lieferanten für Vitamine und Nährstoffe. Sie sorgen für Pepp beim Geschmack und zaubern aus einfachen Zutaten ein köstliches Gericht. Manche können jedoch – in großen Mengen genossen – Wehen fördern. Neigen Sie zu vorzeitigen Wehen, ist manchmal also während der Schwangerschaft durchaus Vorsicht geboten.

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Gewürze sind oftmals wie das Salz in der Suppe: Fehlen Sie, schmeckt das Gericht fad. Den Tiefgang bekommt es erst durch die exotischen Zutaten wie Muskat, Ingwer, Nelke, Zimt oder Anis. Einige Kräuter und Gewürze können Wehen fördern. Empfindliche Schwangere sollten daher hier etwas aufpassen. Doch bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft spricht in der Regel nichts gegen den Einsatz von frischen Kräutern und schmackhaften Gewürzen in der Küche.

 

Welche Gewürze in der Schwangerschaft riskant sein können

Haben Sie eine Risikoschwangerschaft oder besteht die Gefahr frühzeitiger Wehen, ist es ratsam, während der Schwangerschaft auf bestimmte Gewürze und Küchenkräuter besser zu verzichten oder den Verzehr stark einzuschränken. Mögen Sie gerne Kräuter der Provence oder geschmackvolle Suppen, sollten Sie das Thema zumindest bei Ihrem Frauenarzt ansprechen, denn bei übermäßigem Konsum können manche Gewürze Wehen fördern. Viele der klassischen Salat- und Gartenkräuter gehören dazu: Bei Rosmarin, Thymian, Oregano und Basilikum, aber auch bei Petersilie, Liebstöckel, Salbei oder Bockshornklee sollten Sie aufpassen. Ihnen allen wird eine wehenfördernde Eigenschaft nachgesagt.

 

„Verbote“ in der Schwangerschaft: Gehören Gewürze dazu?

Nein, grundsätzlich gehören Gewürze nicht zu den „verbotenen“ Dingen in der Schwangerschaft. Damit sich Küchenkräuter und Gewürze auf die Schwangerschaft medizinisch auswirken, müssen Sie besonders sensibel sein und außerdem sehr große Mengen konsumieren. Was „übermäßiger Verzehr“ oder „große Mengen“ sind, lässt sich nicht in eindeutigen Zahlen sagen, da jede Schwangere unterschiedlich reagiert. Im Normalfall sind unter großen Mengen mehrere 100 Gramm des Krautes bzw. des Gewürzes zu verstehen, die mit einem Mal verzehrt werden müssten.

Sind Sie gesund, spricht in der Regel nichts dagegen, Gewürze und Kräuter beim Kochen zu verwenden: Es darf auch ruhig „gut gewürzt“ oder scharf sein.

 

Was ist mit Zimt?

Hartnäckig hält sich das Gerücht, Zimt sei ungesund oder gar schädlich. Entgegen dieser Mythen brauchen Sie sich jedoch keine Sorgen zu machen, wenn Sie Zimt in normalen Mengen zum Backen oder Kochen benutzen. Um Wehen auszulösen, müssten Sie so ungefähr 200 bis 300 g Zimt auf einmal essen. Das schafft kein Mensch!

Ähnliches gilt für den im Zimt enthaltenen Wirkstoff Cumarin: Laut Empfehlung des Bundeszentrums für Ernährung sollte ein Erwachsener, der etwa 60 Kilo wiegt, nicht mehr als 40 Zimtsterne in der Woche essen. Nur dann würde der empfohlene Grenzwert überschritten.

 

Der Tipp von familien-gesundheit.de

Achten Sie auf die Qualität des Zimtes

Essen Sie gerne und viel Zimt, lohnt es sich außerdem, auf die Sorte zu achten: Ceylon-Zimt enthält deutlich weniger Cumarin als Cassia-Zimt, ist dafür aber etwas teurer.

Und greifen Sie lieber zur Zimtrinde als zum fertig gemahlenen Zimt, denn in der Regel wird der Cassia-Zimt eher gemahlen und der hochwertige Ceylon-Zimt zu Zimtstangen verarbeitet.

 

Ingwer in der Schwangerschaft: Ja oder nein?

Die Frage nach Ingwer als Gewürz in der Schwangerschaft lässt sich mit einem klaren „Jein“ beantworten. So sind Ingwertee und Ingwerplätzchen bewährte Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit. Doch auch der Ingwer gehört in der Schwangerschaft zu den Gewürzen, die Wehen auslösen können. Deswegen gilt für den Ingwer ebenso die Regel: Läuft in der Schwangerschaft alles gut, trinken Sie ruhig Ingwertee und würzen Sie Ihr Curry mit Ingwer. Sind Komplikationen aufgetreten, fragen Sie besser bei der Frauenärztin und/oder der Hebamme nach.

 

Exotische Gewürze in der Schwangerschaft

Kardamom, Nelken, Chili – viele Gerichte erhalten ihren unverwechselbaren Geschmack erst durch die Zugabe von aromatischen Gewürzen aus fernen Ländern. In der Schwangerschaft sollten Sie vorsichtshalber auch diese eher sparsam verwenden, denn viele können ebenfalls wehenfördernd wirken.

Insgesamt gilt jedoch: Solange alles in Ordnung ist und Sie keine besondere Diät einhalten müssen, lassen Sie es sich ruhig schmecken – gerne mit Kräutern und Gewürzen! Würzen Sie damit in Maßen und besser nicht in Massen!

 

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