Gärtnern mit Kindern im Winter

Was es im Dezember, Januar und Februar für den Garten zu tun gibt

Im Winter liegt Schnee und es ist kalt. Da wächst doch eh nichts! Was soll man denn da „gärtnern“?!

Auf diese Frage kann wirklich nur jemand kommen, der von Gartenarbeit keine Ahnung hat. Du jedenfalls als echtes Garten-Kind nicht, denn Du weißt: Ja, im Winter ist es kalt … ja es liegt Schnee … ja viele Pflanzen befinden sich in der Winterruhe … und ja viele Tiere halten Winterschlaf. Aber längst nicht alle! Unter dem Schnee sucht beispielsweise die Maus nach Nahrung und die Winterblüher wie Duftschneeball oder Zaubernuss bringen faszinierende Farbe in die grau-weiße Winterwelt.

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Im Winter scheint der Garten zu schlafen. Wie eine Bettdecke legt sich der Schnee über die Beete, die Wiese und die Bäume. Doch nicht alle schlafen: Vögel suchen Futter, die Winterblüher treiben Knospen und das Wintergemüse will geerntet werden. Für kleine und große Gärtner gibt es auch im Winter viel zu tun. Gärtnern mit Kindern im Winter ist spannend, lustig und vor allem lehrreich.

 

Obwohl die Natur in den Monaten von Dezember bis Februar innehält, gibt es im Garten und in der Natur viel zu entdecken. Die Redaktion von familien-gesundheit.de hat ein paar Tipps für Dich zusammengestellt. So wird Dir garantiert auch in den Wintermonaten nicht langweilig und Du siehst, dass es rund um den Garten selbst im Winter viel Arbeit gibt.

 

In diesem Artikel zu „Gärtnern mit Kindern im Winter“ findest Du folgende Themen:

Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren & Gärtnern mit Kindern im Dezember, Januar und Februar – kurzum im Winter!

 

 

Gartenplanung für die nächste Gartensaison – Gärtnern mit Kindern im Winter

Gute Gärtner nutzen die Winterzeit für die Planung der nächsten Gartensaison, denn bekanntlich ist Vorfreude doch die schönste Freude! Lege jetzt fest, auf welchem Beet ab dem Frühjahr bis in den Herbst hinein welche Pflanzen wachsen sollen. Hier musst Du auf alle Fälle die Fruchtfolge beachten, da Du nicht immer wieder an die gleiche Stelle Möhren pflanzen kannst. Das würde auf Dauer den Boden auslaugen und Du könntest dann nicht mehr so viel ernten.

Bei der Planung solltest Du nicht nur gemeinsam mit Deinen Eltern die Gartenkataloge wälzen, sondern Dich auch mit dem Thema Mischkultur beschäftigen, denn es gibt Pflanzen, die anderen Pflanzen einfach gut tun. Das ist so ähnlich wie bei Dir und Deinem besten Freund. Ihr tut Euch beide gegenseitig gut. Da allerdings Obst und Gemüse „auch nur Menschen sind“, können sie ebenfalls nicht jeden leiden. So mag beispielsweise die Möhre Porree, Mangold, Radieschen, Spinat oder Zwiebeln als direkten Nachbarn sehr gern. Dagegen kommt sie mit der Pfefferminze oder der Roten Beete in unmittelbarer Nachbarschaft gar nicht so gut klar. Solche Dinge musst Du bei der Gartenplanung beachten.

 

Hilfe für die Nützlinge im Garten – Gärtnern mit Kindern im Winter

Da es in den Wintermonaten viel Zeit und Ruhe gibt, ist jetzt auch genau der richtige Zeitpunkt gekommen, um etwas für die nützlichen Gartenmitbewohner zu tun. Sie brauchen einen geeigneten Unterschlupf. Du kannst zusammen mit Deinen Eltern oder Großeltern beispielsweise Nistkästen oder Insektenhotels bauen. Informiere Dich, welche Anforderungen die kleine Meise oder der seltene Steinkauz an das „perfekte Nest“ stellen. Im Internet sind die Bastelanleitungen samt Materialliste leicht zu finden. Die Nisthilfen sollten bereits im Winter an den Bäumen – geschützt vor Waschbär, Katze und Co – angebracht werden. Wenn die Vögel dann die Frühlingsgefühle packen, können sie umgehend mit dem Nestbau und dem Eierlegen starten.

Übrigens … Nicht nur die gefiederten Freunde brauchen Hilfe. Auch ein Igelhaus oder eine Fledermaushöhle lassen sich mit wenigen Handgriffen selber bauen.

 

Aussaat der Kaltkeimer in den Wintermonaten – Gärtnern mit Kindern im Winter

Jetzt müssen die sogenannten Kaltkeimer ausgesät werden. Der Samen dieser Pflanzen braucht einen „Kälteschock“, um im Frühjahr zu keimen. Zu den Kaltkeimern zählt zum Beispiel die Christrose, das Alpenveilchen, die Pfingstrose, die Kuhschelle und der Bärlauch. Viele Kaltkeimer sind mehrjährige Stauden, die ursprünglich aus Gebirgsregionen stammen. Aber auch viele hiesige Baum- und Straucharten wie Eiche oder Haselnuss brauchen die kalten Temperaturen für die Vermehrung. Wenn Deine Eltern Dir keinen Platz im Kühlschrank zur Verfügung stellen wollen, suchst Du für Deine Aussaatschalen einfach ein schattiges Plätzchen im Garten. Der Schattenplatz ist für Kaltkeimer wichtig, damit die Wintersonne die Gefäße nicht erwärmen kann. Sonst passiert es, dass sich die Keimung womöglich um ein ganzes Jahr verzögert.

 

Wintergemüse: Ernten im Garten – Gärtnern mit Kindern im Winter

Ernten macht Kindern immer besonders Spaß im Garten. Darauf musst Du selbst im Winter nicht verzichten, denn es gibt Wintergemüse. Grünkohl und Rosenkohl benötigen sogar Frost, um richtig gut zu schmecken. Hättest Du gewusst, dass Grünkohl doppelt so viel Vitamin C enthält wie Zitronen? Das ist echtes heimisches Superfood!

 

Gärtnern auf dem Fensterbrett – Gärtnern mit Kindern im Winter

Auf der Fensterbank kannst Du jetzt auch einige Experimente starten: Wie wäre es mit einer Schale Kresse? Du kannst sie ganz breit und dick aussähen, sodass Du einen wahren „Kresseteppich“ erhältst oder Du versuchst Dich mal an einem Muster. Wie wäre es mit einer Kresse-Schneeflocke? Zeichne Dir dazu die Form einer einfachen Schneeflocke auf Küchenpapier auf und ziehe danach die Linien mit Kressesamen nach. Jetzt das Anfeuchten nicht vergessen und ein paar Tage warten. Wir wissen, dass ist immer die schwerste Übung am Gärtnern! Um die Zeit zu überbrücken, kannst Du mit Mama und Papa einen Feengarten, einen Garten in Miniatur, gestalten.

Du kannst jetzt auch kleine Avocadobäumchen oder Zitrusbäumchen ziehen. Alles was Du dazu brauchst, sind die Kerne der Früchte. Pflanze beispielsweise die Kerne von Mandarine, Orange und Zitrone in Töpfe mit Erde. Bei der Avocado gibt es zwei Möglichkeiten. Du kannst einen frischen Avocadokern 24 Stunden eintrocknen lassen und anschließend ebenfalls in einen Topf pflanzen, bei dem Du die Erde immer feucht hältst. Die zweite Möglichkeit ist, dass Du den Kern vorsichtig anbohrst und Zahnstocher hineinpiekst. Diese Konstruktion musst Du dann auf ein Wasserglas setzen, so dass sich der Kern nur zur Hälfte im Wasser befindet. Hier solltest Du immer auf den Wasserstand achten, damit der Kern nicht eintrocknet. Nach wenigen Wochen werden sich erste Wurzeln und Keimblätter bilden.

Unter zu trockener Heizungsluft leiden jetzt die Zimmerpflanzen ganz besonders. Stelle daher ein Schälchen mit Wasser auf die Fensterbank. Das Wasser verdunstet und somit erhöht sich die Luftfeuchtigkeit. Das hilft den Zimmerpflanzen, um gut über den Winter zu kommen. Apropos Wasser! An frostfreien Tagen solltest Du auch an jene Pflanzen denken, die draußen im Kübel überwintern. Sie haben ebenfalls Durst. Auch der Rhododendron und die Hortensie sind immer durstig. Sie sollten daher ebenfalls an Tagen über Null Grad Celsius eine Gießkanne voll Wasser erhalten. So können sich die Wurzeln vollsaugen und die Pflanzen bleiben stark und gesund.

 

Ideen für das Gärtnern mit Kindern im Winter

Gärtnern mit Kindern im Dezember

Zunächst beginnt der Winter mit der Adventszeit. Gleich direkt Anfang Dezember ist der Barbaratag. Am 4. Dezember werden Zweige von Forsythie, Apfelbaum oder Kirsche geschnitten und im Haus in eine Vase gestellt. Die Barbarazweige blühen dann direkt an Weihnachten.

In der Adventzeit wird auch gern und viel gebastelt: Der „Zapfenvogel“ für den Weihnachtsbaum, der „Apfel-Kerzenleuchter“ und das Adventsgesteck für Oma und Opa sind Klassiker der Weihnachtsbastelei, bei denen gern auf Naturmaterialien zurückgegriffen wird. Unternehme an einem schönen Wintertag einen Spaziergang und schaue, was Du für Gestecke verwenden kannst: Hagebutten, Nüsse, Zapfen, Flechten, Moos und vieles mehr wirst Du problemlos finden.

Aus den Gemüseresten, die beim Kochen des Weihnachtsessens anfallen, kannst Du frisches Gemüse ziehen. Pflanze die Abschnitte von Lauch, Möhren oder Fenchel vorsichtig in Erde ein und stelle Sie auf die Fensterbank. Halte die Erde feucht und warte, was passiert. War das Gemüse frisch, wird es ausschlagen. Beim Staudensellerie solltest Du das untere Stück wählen, bei Möhren oder Petersilienwurzeln das obere. Bei unansehnlich gewordenen Zwiebeln und Schalotten kannst Du so neues Zwiebellauch ziehen. Das schmeckt aufs Butterbrot oder in den Quark wirklich lecker. Auch abgebrochene Ingwerstücke eignen sich für Nachzuchtexperimente. Probiere einfach mal aus: Was früher weggeworfen worden wäre, pflanzt Du ein und schaust, ob sich eine neue Pflanze daraus ziehen lässt. So bekommt das Wort „Küchengarten“ eine ganz neue Bedeutung!

Nach den Weihnachtsfeiertagen bist Du bestimmt satt, denn Du hast ausgiebig von Plätzchen, Stollen, Süßigkeiten und Schokolade genascht – unsere heimischen Vögel aber ganz und gar nicht. Sie sind hungrig, denn für Rotkehlchen, Meise, Amsel und Spatz ist es jetzt sehr schwer, Futter zu finden. Du kannst ihnen helfen, indem Du geeignetes Vogelfutter bereitstellst. Bastele Erdnussschnüre, Futterzapfen oder Meisenkringel und hänge Sie an Bäumen und Sträuchern auf. Du kannst ebenfalls direkt ein ganzes Futterhaus basteln. Ein klassisches Futterhaus wird aus Holz gebaut, doch eine ausrangierte Plastikflasche eignet sich ebenso hervorragend als Futterspender und wird von den Vögeln gern angenommen. Auch kannst Du einen schon etwas schrumpeligen Apfel nach draußen hängen. Er versorgt die gefiederten Freunde unter anderem mit Feuchtigkeit. Aber pass bitte auf den Standort auf: Nachbars Katze sollte nicht an die Futterstelle gelangen können.

Während der Weihnachtsferien darfst Du bestimmt länger aufbleiben. Nutze eine klare Nacht zum Sternegucken. Der Winterhimmel bietet Dir die hellsten Sterne und auffällige Sternenbilder. Findest Du Orion und den großen Wagen – auch bekannt als Großer Bär?

 

Gärtnern mit Kindern im Januar

Anfang Januar ruft der NABU, der Naturschutzbund, bundesweit zum Vögelzählen auf. Auch Du kannst mitmachen! Es dauert nicht lang. Du sollst nur eine Stunde lang alle Vögel zählen, die Du im Garten, auf dem Balkon oder im Park siehst. Deine Sichtungen meldest Du an den NABU. Anhand der Zahlen aus ganz Deutschland ermitteln Wissenschaftler, wie sich einzelne Vogelpopulationen in bestimmten Regionen entwickeln. Diese Daten wiederum helfen den Ornithologen, die Vögel besser zu schützen.

Wenn Schnee liegt, solltest Du aufmerksam nach Spuren im Garten suchen. Wer hat Euch heimlich besucht: Reh, Hase oder Maus? Mit einem Bestimmungsbuch findest Du es heraus. Und was darf Du bei Schnee auf keinen Fall verpassen? Richtig! Einen Schneemann und ein Iglu bauen! Außerdem unbedingt einen Schneeengel sowie eine Schneeballschlacht und eine Schlittenfahrt machen!

 

Gärtnern mit Kindern im Februar

Der Frühling ist nicht mehr weit. Die Fröste sind längst nicht mehr so stark, denn die Sonne gewinnt mit jedem Tag mehr an Kraft. An geschützten Stellen im Garten ist die Erde jetzt schon nicht mehr gefroren. Hier kannst Du bereits Büsche und Bäume pflanzen. Um gut anwachsen zu können, benötigen sie an frostfreien Tagen Wasser und müssen daher gegossen werden. Auch Knoblauch kann einiges an Kälte ab und darf bereits jetzt ins die Erde.

Ende Februar sät mancher ungeduldiger Kleingärtner schon die Möhren im Beet aus, da Möhrensamen oftmals lange liegt, bevor er keimt. So sprießen die ersten Möhren dann Anfang April und haben viel Zeit zum Wachsen. Besitzt Deine Familie ein Frühbeet oder Gewächshaus könnt Ihr dort die ersten Salatpflanzen hineinsetzen und Radieschen säen.

Möchtest Du im Sommer Paprika und Chili ernten, so solltest Du diesen Samen ebenfalls jetzt schon in Töpfe auf der Fensterbank säen. Das Gemüse benötigt ebenfalls einige Zeit, um zu keimen und braucht daher den Vorsprung beim Start. Mit den Tomaten kannst Du Dir allerdings noch ein wenig Zeit lassen.

 

Wie Du siehst, haben Gärtner – egal ob groß oder klein – auch in der kalten Jahreszeit jede Menge zu tun, denn schließlich ist der Winter die perfekte Gartenzeit. Es gibt kein unpassendes Gartenwetter, höchstens die falsche Kleidung!