Gärtnern mit Kindern im Frühling

Was es im März, April und Mai im Garten zu tun gibt

Im Frühling erwacht die Natur. Die Sonne gewinnt mehr und mehr an Kraft, die Tage werden länger, überall summt und zwitschert es. Sobald die ersten, warmen Frühlingstage anbrechen, gibt es für die Kleingärtner kein Halten mehr. Jung und Alt „kribbelte“ es schon längst in den Fingern, jetzt muss sich die über den Winter angestaute Energie in der Gartenarbeit entladen. Da muss abgeschnitten, hier umgegraben, dort geharkt und auch noch gesät werden. Die Redaktion von familien-gesundheit.de hat ein paar Tipps für Dich zusammengestellt, an was Du im Frühjahr im Garten so alles denken musst. So vergisst Du garantiert nichts und behältst im Garten stets den Überblick.

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Die Grundlagen für ein tolles Tulpenbeet legt der Gärtner bereits im Herbst. Doch nur im Frühjahr kannst Du Dich an der Pracht und der Vielfalt der Tulpen „satt sehen“. Und wenn dann noch die Obstbäume im Hintergrund blühen, hast Du gleich noch ein tolles Fotomotiv für den eigenen, selbstgestalteten Gartenkalender. Doch pass auf: Im Frühling gibt es im Garten jede Menge zu tun. Da solltest Du Dir wirklich hin und wieder Zeit nehmen, um inne zu halten und die Natur zu beobachten. Gärtnern mit Kindern im Frühling ist immer spannend, lustig und vor allem lehrreich.

 

In diesem Artikel zu „Gärtnern mit Kindern im Frühling“ findest Du folgende Themen:

Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren & Gärtnern mit Kindern im März, April und Mai – kurzum im Frühling!

 

 

Gesunder Löwenzahn – Gärtnern mit Kindern im Frühling

Die ganz frischen Blätter des Löwenzahns kannst Du essen. Sie eignen sich hervorragend für einen leckeren Salat. Im Frühling liefern Sie nach dem Winter wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Die Löwenzahnkur macht uns fit und vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit.

Im späten Frühling lässt sich aus den leuchtend gelben Löwenzahnblüten ein toller Löwenzahnsirup herstellen. Er ist eine leckere Alternative zum Honig auf dem Frühstücksbrötchen und wird deswegen auch Löwenzahnhonig genannt.

 

Zur Vorbereitung Kompost umsetzen & Beete umgraben/harken – Gärtnern mit Kindern im Frühling

Im Frühjahr legst Du die Grundpfeiler für ein erfolgreiches Gartenjahr. Vielleicht hast Du den Winter für die genaue Planung der neuen Gartensaison genutzt. Da kann ja jetzt nichts mehr schiefgehen!

Zunächst gilt es, die Überreste von Herbst und Winter zu beseitigen. Liegt auf den Beeten noch altes Laub, so muss dies entfernt oder als Mulch eingegraben werden. Bitte altes Laub niemals auf der Deponie entsorgen. Es lässt sich prima kompostieren und bietet so Nahrung für Regenwurm und Co.

Übrigens … Wie ist es eigentlich um Euren Kompost-Haufen bestellt? Dieser lässt sich im Frühjahr umsetzen. Das hat den Vorteil: So hab Ihr auch gleich neue, perfekte Gartenerde und könnt auf reiche Ernte hoffen. Bei schweren Böden müssen nun die Beete umgegraben werden, weil sich das Erdreich über den Winter zu stark verfestigt hat. Bei sandigen Böden reicht es, alles einmal gut durchzuharken und das erste Unkraut zu entfernen. Frag am besten Mama und Papa, wie Du es für Dein Kinderbeet richtig machst. Sie helfen Dir auch ganz bestimmt bei schweren Arbeiten.

Möchtest Du ein Hochbeet anlegen, so ist das Frühjahr die perfekte Jahreszeit dafür. Ein Hochbeet sorgt nicht nur für deutlich weniger „Rücken-Auweh“, sondern auch für eine schnellere Ernte. Geschickt aufgebaut, findet nämlich ein Zersetzungsprozess bei den Füllmaterialien statt. Dabei entsteht Wärme. Diese „Abwärme“ tut dem auf dem Hochbeet gepflanzten Obst und Gemüse so gut, dass Früchte schneller reifen. Auf einem Hochbeet kannst Du turboschnell Salat ernten und auch Erdbeeren viel früher naschen.

 

Aussaat: Wer im Sommer & Herbst ernten will, muss jetzt säen – Gärtnern mit Kindern im Frühling

Im Frühjahr muss allerlei ausgesät werden. Entweder Du nimmst selbst gezogenen Samen, den Du während der letzten Gartensaison geerntet hast oder Du kaufst den Samen Deiner Lieblingspflanzen.

Empfindliches wie Tomaten, Kürbis oder Paprika solltest Du zu Hause in Töpfe aussähen und auf der Fensterbank kultivieren. Diese Jungpflanzen dürfen erst nach den letzten Nachtfrösten ins Freiland. Als wichtiges Datum solltest Du Dir den 15. Mai im Kalender anstreichen. Dann sind die Eisheiligen endgültig Geschichte und alle Pflanzen, die keinen Frost vertragen, dürfen nach draußen.

Salat und Sonnenblumen sind eigentlich nicht ganz so empfindlich. Sie könnten auch direkt ins Erdreich gesät werden. Jedoch mögen Schnecken diese Jungpflanzen ganz besonders. Deswegen ist es besser, Du ziehst auch Sonnenblumen, Zinien und Co in Töpfen und Schalen vor, die Du auf ein Regal oder ins Gewächshaus stellst. Das bietet einen gewissen Schutz vor Schneckenfraß und erleichtert den Pflanzen den Start.

Auf den gekauften Samenpaketen steht genau, wann der Samen gesät werden muss. Hier solltest Du darauf achten, ob es sich um Lichtkeimer oder Dunkelkeimer handelt. Während der Samen von Lichtkeimern nur mit ganz, ganz wenig Erde abgedeckt werden darf, müssen die Samen von Dunkelkeimern zwei bis fünf Zentimeter tief in die Erde. Aber auch das steht meist auf den Samenpaketen. Ganz wichtig beim Säen ist der richtige Abstand zwischen den Samenkörnern. Gehen die Pflanzen zu dicht auf, nehmen sie sich gegenseitig Licht und Nährstoffe weg. Sie müssen dann unbedingt vereinzelt werden. Daher sind Saatbänder oder Saatscheiben eine praktische Sache. Hier sind die Samen schon im perfekten Abstand aufgebracht.

 

Das Osterfest wirft seine Schatten voraus – Gärtnern mit Kindern im Frühling

Ostern liegt im Frühling. Es ist das wichtigste Fest im Christentum. Das Datum für das Osterfest variiert von Jahr zu Jahr, denn es ist an den ersten Frühlingsvollmond nach der Tag- und Nachtgleiche gekoppelt. Aber keine Angst, den Osterhasen kann wirklich niemand verschlafen. Doch wenn Du dem Osterhasen einen großen Gefallen tun möchtest, dann säest Du drei Wochen vor dem Osterfest, den Samen für das Ostergras im Osternest aus. Es hat dann am Ostersonntag genau die richtige Länge, um darin etwas zu verstecken. Rund um das Osterfest gibt es eine Reihe von Bräuchen: beispielsweise die Osterbrunnen, das Osterwasser, der Osterstrauß oder der Osterspaziergang. Die bekannteste Tradition sind jedoch die buntgefärbten Ostereier. Ostereier zu bemalen oder zu färben, wird ganz bestimmt kein Kind vergessen. Es ist immer wieder ein spannendes Abenteuer, wenn Du dafür natürliche Pflanzenfarben nutzt. Übrigens auch mit Pflanzenmotiven lassen sich ganz einfach tolle Ostereier zaubern. Da macht das Ostereier-Aufwerfen gleich nochmal so viel Freude!

 

Alte Gummistiefel bepflanzen – Gärtnern mit Kindern im Frühling

Oh weh! Du merkst, dass Dir über den Winter Deine Gummistiefel zu klein geworden sind? Das ist phänomenal, denn Deine alten Gummistiefel sind bepflanzt ein echter Hingucker. Bohre in die Sohle ein Loch, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Nun füllst Du unten eine Schicht Kies ein. Darauf kommt Blumenerde. Jetzt kannst Du pflanzen. Wie wäre es mit Primeln? Oder Hornveilchen? Tulpen und Narzissen sind aber auch ganz zauberhaft! Zum Glück hast Du ja ein Paar Gummistiefel, also zwei Stück. Übrigens auch andere „alte Treter“ eignen sich prima zum Bepflanzen. In so richtig ausgetretenen Schuhen, kommen die anspruchslosen Hauswurze (Sempervivum) so hervorragend zur Geltung.

 

Gartenkalender für das Gärtnern mit Kindern im Frühling

Gärtnern mit Kindern im März

Anfang März kann es noch richtig kalt sein. Das ist aber keine Ausrede zum Nichtstun. Jetzt müssen die Zimmerpflanzen und Balkonblumen, die im Warmen überwintern durften, umgepflanzt werden. Da kannst Du den Großen helfen. Ein Rückschnitt tut den Pflanzen gut. Das ist für Dich die Gelegenheit, um Ableger zu machen. So lassen sich beispielsweise bei Fuchsien aus den frischen Trieben ganz einfach neue Stöcke ziehen. Du musst nicht mehr tun, als die Triebe in ein Wasserglas auf dem Fensterstock zu stellen und zu warten. Nach zwei bis drei Wochen werden sich die ersten Wurzeln zeigen.

In der zweiten Märzhälfte können die Rosen zurückgeschnitten werden. Dann ist gut erkennbar, welche Triebe im Winter erfroren sind und welche im Sommer blühen werden. Um Verletzungen an den Dornen zu vermeiden, frag die Erwachsenen, ob sie Dir hierbei helfen.

Im März können auch die Spielgeräte wieder aufgebaut werden. Tauscht am besten den Sand im Sandkasten aus und achtet darauf, dass Schaukel und Rutsche gut im Boden verankert sind. Du hast schon immer von einem Weideniglu oder einem kleinen Weidenlabyrinth geträumt? Der März ist der beste Monat, um Dich an die Erfüllung Deines Traums zu machen. Du brauchst nicht mehr als ein paar lange, gerade Weidenruten. Diese steckst Du ca. 20 Zentimeter tief in den Boden. Wenn Du diesen schön feucht hältst, wachsen die Ruten von allein. Im Laufe des Jahres musst Du die frischen Triebe hin und wieder entsprechend legen. Ob Du es jetzt angesichts des kahlen Grundgerüsts glaubst oder nicht, schon in wenigen Wochen wirst Du ein schattiges Versteck und einen tollen Rückzugsort haben – versprochen!

 

Gärtnern mit Kindern im April

Der April steht ganz im Zeichen der Aussaat. Nicht nur die Bauern bestellen ihre Felder, auch der Gärtner sieht zu, dass er die Pflanzen für die Beete heranzieht. Direkt in die Erde säen kannst du jetzt schon Möhren, Radieschen und viele Arten von Salat. Auch das Aussäen einer Gründung wie Klee oder Phacelia solltest Du in Betracht ziehen. Zum einen sorgen diese Pflanzen für mehr Nährstoffe im Boden. Zum anderen bieten sie Bienen und Hummeln wertvolle Nahrung.

Falls Du es bisher noch nicht getan hast. Spätestens Anfang April musst Du den Tomatensamen in Töpfe säen. Hier gibt es eine große Auswahl. Unser Tipp: Setze auf Strauchtomaten. Diese sind sehr schmackhaft und machen wenig Arbeit, da Du sie nicht ausgeizen musst. Aber dazu im Sommer mehr.

Kartoffeln, Himbeeren und Erdbeeren kannst Du ebenfalls im April ins Freiland pflanzen. Bei den Kartoffeln kommt immer eine Kartoffel ca. 15 bis 20 Zentimeter tief mit dem Keim nach oben in die Erde. Der Abstand zwischen zwei Kartoffeln sollte ungefähr 30 Zentimeter betragen. Die Reihe wird später sogar noch angehäufelt, um den Kartoffelertrag zu erhöhen.

 

Gärtnern mit Kindern im Mai

Im Wonnemonat Mai gibt es für den Gärtner viel zu tun. Zunächst darfst Du den Muttertag nicht vergessen. Er wird immer am zweiten Sonntag im Mai begangen. Für den Muttertag kannst Du prima ein Windlicht als Gartenstecker aus einer alten Konservendose basteln. Frag am besten Papa oder Opa, ob Sie Dir beim Basteln behilflich sind.

Im Mai wird sehr viel gepflanzt, denn nach den Eisheiligen müssen die im Haus vorgezogenen Jungpflanzen ins Erdreich – egal ob Obst, Gemüse, Kräuter oder Blumen. Jetzt werden ebenfalls die Pflanzen in die Kästen für Balkon und Terrasse gesetzt. Ins Freiland kannst Du nun auch Feuerbohnen, Kapuzinerkresse, Kürbisse und Erbsen direkt säen.

Ein Muss im Mai ist nicht nur das Beobachten der selten gewordenen Maikäfer. Zum Mai gehört auch das Ansetzen einer leckeren Mailimonade für die „Lütten“ und einer Maibowle für die Großen, denn es gibt jetzt den besten Waldmeister. Für die Limonade wird ein kleiner Strauß des Krautes gesammelt. Er muss ein bis zwei Stunden anwelken und sollte dann ungefähr 5 bis 10 Minuten im Apfelsaft ziehen, mit Wasser und einem Spritzer Zitrone auffüllen – fertig ist ein tolles Erfrischungsgetränk!

Apfel ist ein nächstes Stichwort für den Mai. Jetzt kannst Du ein tolles Experiment starten: Wie wäre es, wenn Du Äpfel und Birnen mal in Flaschen ziehst? Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht: Alles was Du benötigst, sind bauchige Flaschen. Obwohl Glasflaschen etwas edler aussehen, gehen notfalls auch PET-Flaschen. Um den Flaschenhals befestigst Du Draht, sodass Du die Flaschen an den Ästen des Baumes fest machen kannst. Nun stülpst Du die Flasche über den kleinen Ansatz einer Apfelfrucht und sorgst für eine gute Verankerung der Flasche im Baum. Damit die Rinde keinen Schaden nehmen kann, solltest Du einen alten Putzlappen an der Stelle um den Ast wickeln, wo der Draht befestigt wird. Fertig. Jetzt heißt es wieder warten. Der Apfel in der Flasche wird in den nächsten Monaten größer und größer. Du kannst die Entwicklung mit der Kamera aufnehmen. Mache einfach jeden Tag ein Bild. Alle Bilder am Computer schnell hintereinander geklickt, ergeben einen Stopp-Motion-Film über das Apfel-Wachstum.

 

Wie Du siehst, haben Gärtner – egal ob groß oder klein – im Frühling jede Menge zu tun. Wer im Frühjahr ordentlich „in die Hände spuckt“, wird im Sommer und Herbst belohnt – mit wundervollen Blumen und einer reichen Ernte. Also ran ans Beet!