Gärtnern mit Kindern auf der Fensterbank

Frische Kräuter und selbstgezogenes Gemüse mit dem Indoor-Garten

Im Herbst ist die Gartensaison zu Ende, der Garten wird winterfest gemacht. Nur noch das Wintergemüse wie Rosenkohl oder Grünkohl bleiben zum Ernten auf den Beeten stehen. Auch im Kinderbeet kehrt jetzt die Winterruhe ein. Doch nun ist genau der richtige Zeitpunkt mit einem Minigarten auf der Fensterbank zu starten. Das Indoor-Gärtnern wird Kindern ebenso viel Spaß machen und im Winter den Grünen Daumen im Training halten!

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Frische Kräuter lassen sich mit wenig Aufwand auf der Fensterbank auch im Winter ziehen. Das Indoor-Gärtnern wird Kindern viel Spaß bereiten und Gesundes für die Küche liefern.

 

Wie bitte, auf der Fensterbank kann doch im Winter nichts wachsen?! Irrtum! Das Gärtnern mit Kindern auf der Fensterbank klappt auch im Winter hervorragend. Man muss nur wissen, wie es funktioniert und welche Kräuter bzw. Obst und Gemüse sich dafür eignen.

 

Kinder werden von der Gartenkresse begeistert sein

Das einfachste Gartenprojekt für die Fensterbank heißt „Kresse fürs Frühstücksbrot“. Gartenkresse auf dem Fensterbrett zu ziehen, ist wirklich ein Kinderspiel und gelingt selbst blutigen Anfängern. Die leckere Kresse lässt sich prima aufs Butterbrot oder in den Salat streuen.

Das geht alles ruckizucki: Die Kinder benötigen lediglich eine Schale, die sie mit Küchenpapier oder einem Wattevlies auslegen, vorsichtig wässern und die Samen breit säen. Wer es kreativer mag, sät ein kleines Kresselabyrinth. Dazu werden die Samen entlang von verschlungenen Linien ausgesät, die vorher aufgezeichnet wurden. Nun muss nur noch die große Ungeduld besiegt werden. Hier hilft es, dass Vlies und Küchenpapier immer schön feucht zu halten sind. Die Kinder müssen daher zwei bis dreimal am Tag mit einer Sprühflasche vorsichtig die Gartenkresse anfeuchten. In der Regel keimt Gartenkresse sehr flott. Bereits nach ein bis zwei Tagen sind die ersten Keimlinge zu sehen. Nach einer Woche sind die Konturen des Kresselabyrinths bereits gut erkennbar. Allerspätestens nach zwei Wochen kann geerntet werden und der erste Schnitt erfolgen.

 

 

Kräutergarten auf der Fensterbank

Auch andere Kräuter wie Basilikum, Rosmarin, Petersilie oder Schnittlauch wachsen ausgezeichnet im Topf und sind daher bestens für einen Minigarten auf dem Fensterbrett geeignet. Beim Gärtnern mit Kindern auf der Fensterbank müssen Sie hier darauf achten, dass die Kräuterpflanzen zwar feucht gehalten werden. Die Kinder dürfen sie jedoch nicht „ertränken“. Kräuter mögen leider Staunässe gar nicht.

Auch Ingwer, Knoblauch und Zwiebeln lassen sich übrigens mit Kindern im Indoor-Garten gut kultivieren. Manchmal keimen sie von sich aus bereits direkt in der Küche aufgrund des Angebots an Licht und die Wärme. Dann einfach die Knollen und Zwiebelgewächse in einen Topf mit Erde stecken und abwarten. Bei den Zwiebeln wird das Zwiebelgrün sehr schnell wachsen. Der frische Zwiebellauch kann regelmäßig geerntet werden und schmeckt herrlich in einem leckeren Kräuterquark.

 

Der Tipp von familien-gesundheit.de

Auch eine Sprossenfarm ist ein prima Mini-Indoor-Garten

Recht einfach lässt sich eine Sprossenfarm auf der Fensterbank installieren: Sprossen von Mungobohnen, Rucola, Rettich oder Kichererbsen sind nicht nur gesund und lecker, sondern sorgen auch immer wieder für geschmackliche Überraschungen und somit für Abwechslung.

Bei der Sprossenfarm müssen Sie jedoch auf einen regelmäßigen Wasseraustausch achten, um die Bildung von gefährlichen Keimen zu verhindern. Ideal für die Anzucht sind die platzsparenden Keimboxen, die sich turmartig übereinander stapeln lassen.

 

Gemüseabfälle weiter verwerten

Beim Verarbeiten von Möhren, Staudensellerie und Fenchel fallen Abfälle an. Doch der Gemüseabfall muss nicht automatisch komplett in den Mülleimer wandern. Mit etwas Glück und einem grünen Daumen lässt sich daraus neues Gemüse ziehen. Setzen Sie den Strunk von Staudensellerie in eine Schüssel, in die etwas Wasser gefüllt ist. Stellen Sie den Gemüserest einfach ein paar Tage auf die Fensterbank. Bereits nach kurzer Zeit werden sich kleine, neue Blätter zeigen. Jetzt kann der Rest vom Staudensellerie in einen Topf mit Blumenerde eingepflanzt werden. In Kürze wird er einwurzeln und neue Blätter treiben. Bis ein komplett neuer Staudensellerie entsteht, vergehen Wochen. Doch auch das frische Selleriegrün kann geerntet werden. Es verleiht Suppen eine herrliche Würze.

Mit Möhren oder Gemüsefenchel funktioniert es ähnlich. Das frische Fenchelgrün schmeckt übrigens köstlich in Salaten oder Dips. Mit heißem Wasser aufgebrüht ergibt es einen wunderbaren Fencheltee.

Für das Gärtnern mit Kindern auf der Fensterbank wird etwas Fantasie jede Menge tolle Ideen zu Tage fördern. Mitten im Winter können Sie beispielsweise auch Radieschen und Pflücksalat in einen Kasten aussäen. Hier bitte nicht zu dick aussehen. Die kleinen Gemüsepflanzen brauchen Platz zum Wachsen. Stehen Sie zu dicht, nehmen sie sich Wasser, Licht und Nährstoffe gegenseitig weg und würden eingehen. Hier hilft dann nur, die überzähligen Pflänzchen vorsichtig herauszuziehen, sodass nur die stärksten Pflanzen stehen bleiben dürfen.

 

Avocado selber Ziehen – der Klassiker, um Kinder das Wunder der Natur nahezubringen.

Avocados sind lecker. Den Kern bitte nicht wegwerfen, denn aus ihm lässt sich auf der Fensterbank eine neue Avocado ziehen. Dazu zunächst den Kern aus einer Frucht im Ganzen entfernen. Nun erstmal ein bis zwei Tage antrocknen lassen. Dann müssen in den Kern vorsichtig drei kleine Löcher gebohrt werden. In sie werden Zahnstocher gesetzt, die den Avocado-Kern auf einem Glas halten. Das Glas wird nun soweit mit Wasser gefüllt, dass der Kern der Avocado etwa zu Hälfte bedeckt ist. Nun heißt es warten – für Kinder immer der schwerste Teil des Experiments. Innerhalb weniger Wochen werden sich mit etwas Glück kleine Wurzeln bilden. Der Kern der Avocado bricht auf. Nach und nach schiebt sich ein junger Trieb mit kleinen Blättern heraus. Ist die Pflanze so groß, dass ungefähr drei Blätter herausschauen, kann die neue Avocado-Pflanze in einen Topf mit Erde gesetzt werden.