Fruchtbarkeitstest für die Frau

Ist der Test der Fruchtbarkeit Humbug oder Hilfe bei der Familienplanung?

Die biologische Uhr tickt. Mit statistisch durchschnittlichen 29,6 Jahren werden Frauen in Deutschland das erste Mal Mutter. Der Trend geht zu immer späteren Schwangerschaften. Viele Frauen stellen sich daher die Frage, wie viel Zeit ihnen noch bleibt, sich den Kinderwunsch zu erfüllen. Bei der Beantwortung soll der Fruchtbarkeitstest helfen.

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In früheren Zeiten war der Klapperstorch für die Familienplanung verantwortlich. Heute entscheiden sich viele Frauen bewusst später für ein Kind. Es gibt daher immer ältere Mütter. Darüber, wie schnell die biologische Uhr tickt, soll der Fruchtbarkeitstest für die Frau Auskunft geben.

 

Das Alter bestimmt die Fruchtbarkeit

Damit der weibliche Organismus schwanger werden kann, braucht es eine reife Eizelle, die durch ein Spermium befruchtet wird. Dabei sind die Spermien von Männern bis hohe Alter befruchtungsfähig. Bei Frauen hingegen kommt es bereits ab dem 31. Lebensjahr zu Zyklen ohne Eisprung. Mit 40 Jahren sind es dann sogar schon sieben Zyklen pro Jahr ohne Eisprung. Die Fruchtbarkeit vermindert sich, bis etwa mit 50 Jahren die Menopause der Frau einsetzt.

Fragen Sie sich jetzt, ob Sie auch jenseits des 31. Lebensjahres problemlos schwanger werden können? Haben Sie sogar bereits probiert schwanger zu werden und es ist erfolglos geblieben? Dann haben Sie vielleicht auch schon einmal über einen Fruchtbarkeitstest für die Frau nachgedacht.

 

Fruchtbarkeitstest für die Frau: Wie funktioniert er, wie viel kostet er und wo wird er angeboten?

Der von dem Hormon- und Reproduktionsmediziner Prof. Dr. Franz Geisthövel entwickelte Fruchtbarkeitstest bestimmt mittels Ultraschall- und Hormonuntersuchung die Fruchtbarkeit der Frau und den noch vorhandenen Vorrat an weiblichen Eizellen. Das Ziel ist die Beurteilung der ovariellen Funktionsreserve, d. h. die Beantwortung der Frage: Wie viele Eizellen haben die Eierstöcke noch in Reserve und damit wie ist es um die Fruchtbarkeit bestellt?

Die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke wird am fünften bis sechsten Zyklustag durchgeführt und beurteilt die Größe der Ovarien. Die Hormonuntersuchung und üblicherweise auch die Auswertung erfolgt am selben Tag. Bei dieser wird nach dem sogenannten Anti-Müller-Hormon (AMH) gesucht. Hohe Werte sprechen für eine große Anzahl von Eibläschen und guter Fruchtbarkeit der Frau.

Die Kombination beider Untersuchungen kann zu einer Aussage über die Fruchtbarkeitsdauer der Frau führen. In der Regel ist diese jedoch nicht länger als drei bis fünf Jahre gültig. Eine absolute Aussage ist allerdings nie vollständig möglich, daher wird der mittlerweile in vielen Frauenarztpraxen angebotene Test und die damit verbundenen Kosten in Höhe von circa 150 Euro auch von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen.

 

An wen sich der Test richtet

Der Fruchtbarkeitstest für die Frau gibt also Antworten darauf, wie viele Eizellen in etwa noch vorhanden sind. Für Frauen, die ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben, ist dieser Test zumindest ein Hinweis, wie viel Zeit ihnen noch für die Erfüllung des Kinderwunsches bleibt. Ein Testergebnis mit einer hohen Fruchtbarkeit birgt durchaus die Gefahr einer Scheinsicherheit. Aber auch ein Testergebnis mit niedriger Fruchtbarkeit bedeutet nicht, dass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich wäre.

Sinnvoll ist der Fruchtbarkeitstest hingegen für Paare, deren unerfüllter Kinderwunsch schon länger anhält und die sich für die Familienplanung bereits für eine In-vitro-Fertilisation entschieden haben. Hierbei helfen dann die Ergebnisse des Fruchtbarkeitstests, um den genauen Behandlungsplan festlegen zu können.

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