Folsäure bei Kinderwunsch

Warum das Vitamin während der Schwangerschaft so wichtig ist

Folsäure gehört zu den Vitaminen. In deren Ordnung trägt es die Bezeichnung B9. Es ist im Körper unter anderem für die Zellbildungs- und Zellteilungsprozesse wichtig, dennoch ist der Organismus nicht in der Lage, B9 selbst herzustellen. Gerade Paare mit Kinderwunsch sollten auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure achten, denn das Vitamin senkt nachweislich das Risiko für Missbildungen beim Ungeborenen im ersten Schwangerschaftsdrittel.

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Gerade, wenn der Babywunsch sehr groß ist und Paare aktiv die Familienplanung angehen, sollte die Mama in spe frühzeitig mit der Einnahme von Folsäure beginnen und nicht erst, wenn der Schwangerschaftstest positiv ausfällt.

 

Experten raten zur zusätzlichen Einnahme von Folsäure bei Kinderwunsch

Frauen mit Kinderwunsch wird daher geraten, bereits vor der geplanten Schwangerschaft täglich 600 Mikrogramm Folsäure zu sich zu nehmen, denn während einer Schwangerschaft kommt es zu einer erhöhten Zellteilungsrate. Da Folsäure genau für diese Prozesse sehr wichtig ist, erhöht sich der Bedarf einer Schwangeren um rund 50 Prozent – und das direkt von Beginn an.

Folsäure als Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen, wird vor allem Frauen angeraten. Das Vitamin steckt zwar in einer Reihe von Lebensmitteln wie z. B. Hefe, Weizenkeimen, grünem Blattgemüse, Fleisch und Fisch, doch selbst bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung kann der zusätzliche Bedarf kaum gedeckt werden. Ein Speichersystem für Folsäure besitzt der Körper nicht, sodass hier keine Reserven aufgebaut werden können. Darüber hinaus ist das wasserlösliche Vitamin empfindlich: Sauerstoff, Hitze und Licht setzen ihm zu, sodass selbst folsäurereiche Lebensmittel schnell das Vitamin abbauen und der Gehalt durch Lagerung, Transport und Zubereitung schrumpft.

 

Folsäure schützt vor Missbildungen im ersten Schwangerschaftsdrittel

Bei Frauen zeigen Studien, dass die Einnahme von 600 Mikrogramm Folsäure zusätzlich mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft starten sollte. So wird vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel das Risiko für schwere Missbildungen um 50 bis 70 Prozent gesenkt. In dieser Zeit erhöht ein Folsäuremangel beispielsweise das Risiko für einen Neuralrohrdefekt, wie der offene Rücken auch genannt wird. Folsäuremangel wird allerdings auch mit Herzfehlern sowie Fehlentwicklungen des Gehirns und des Schädels in Verbindung gebracht.

Nicht selten ist eine schwere Missbildung in dieser sensiblen Schwangerschaftsphase der Grund für ein Absterben des Embryos und damit für die Beendigung der Schwangerschaft durch eine Fehlgeburt, denn die Natur verfährt zu diesem Zeitpunkt nach dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“.

In den USA und Kanada ist mittlerweile sogar ein Folsäurezusatz zu Weizenmehl gesetzlich vorgeschrieben. Die statistischen Daten belegen hier einen Rückgang der Fehlbildungen um durchschnittlich 20 Prozent.

 

Folsäure hilft auch Männern mit Kinderwunsch, denn sie verbessert die Spermienqualität

Allerdings können auch Männer von der Einnahme zusätzlicher Folsäure profitieren, denn im Tiermodell belegen Studien, dass sich die Qualität der Spermien bei Folsäuremangel verschlechtert. Die unter Folsäuremangel leidenden Tiere zeugten Nachkommen mit beeinträchtigter Gesundheit. Vor diesem Hintergrund sollten sich auch Männer bei Kinderwunsch gezielt gesund ernähren und notfalls Folsäure zusätzlich einnehmen.

 

Wussten Sie schon …

Bei Kinderwunsch: Folsäure-Kombipräparate mit zusätzlichem Vitamin B12 sind sinnvoll

Bei der Einnahme von zusätzlicher Folsäure aufgrund von „Kinderwunsch“ sollten Sie darauf achten, dass es sich um ein Kombipräparat handelt. Das Nahrungsergänzungsmittel ist dann zusätzlich mit Vitamin B12 angereichert, weil dieses die Folsäure im Körper aktiviert. B12 können Menschen übrigens nur über tierische Lebensmittel aufnehmen, weswegen vor allem Veganer sich aktiv vor einem B12-Mangel schützen müssen.

Achten Sie außerdem darauf, dass Sie ein sogenanntes Depotpräparat wählen. Dabei werden die Vitamine zeitversetzt in den Verdauungstrakt abgegeben. Eine Überdosierung ist somit kaum möglich. In der Regel scheidet der Körper zu viel Folsäure umgehend aus – Übelkeit und/oder Durchfall können die Folge sein. Bei einer Überdosierung über einen langen Zeitraum wurden als Nebenwirkungen Schlafstörungen, Erregung und Depressionen beobachtet.

 

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