Experiment für Kinder: Bunte Rosen oder wie Pflanzen trinken

Bunt eingefärbtes Wasser macht das Wasser-Transport-System von Blumen sichtbar

Kinder sind die geborenen Entdecker und Wissenschaftler. Sie wollen die Welt verstehen und im wahrsten Sinne des Wortes begreifen: Wieso können Hummeln fliegen? Wie funktioniert der Kreislauf des Lebens? Und wie trinken Pflanzen?

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Bunte Rosen gibt es zwar manchmal auch im Handel zu kaufen, viel cooler ist es jedoch für Kinder, mehrfarbige Rosen selber zu machen. Das verblüffende Experiment für Kids ist einfach und kommt mit wenig Materialien aus. Obwohl es aussieht wie Zauberei, basiert es doch lediglich auf der Biologie – gepaart mit ein wenig Physik und Chemie.

 

Kurze Materialliste für das Experiment „Bunte Rosen“

Der Frage „Wie trinken Pflanzen?“ lässt sich mit einem einfachen Experiment nachgehen. Sie brauchen dafür lediglich

  • eine weiße Rose oder eine andere weiße Blüte (wie z. B. Tulpen, Nelken, Dahlien, …)
  • etwas bunte Tinte oder Lebensmittelfarbe
  • eine kleine Flasche oder Reagenzgläser. Im Notfall gehen jedoch auch ausgespülte Joghurtbecher. (Pro-Tipp: Die Becher sollten wegen der Umkippgefahr mit ein paar Steinen beschwert werden.)
  • ein scharfes Messer oder eine gute Gartenschere

Für Kinder wird es den verblüffenden Wow-Effekt geben, versprochen!

 

Wie von Zauberhand: Aus „Weiß“ wird über Nacht „Bunt“

Weiße Blüten sind toll, aber bunte Blüten sind noch viel besser! Wie Ihr Kind aus weißen Blüten über Nacht bunte macht, ist keine Zauberei, sondern einfach Biologie – gepaart mit etwas Chemie und Physik. Um diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen, bedarf es wenig.

Im ersten Schritt nehmen die Kinder eine kleine Flasche halbvoll mit Wasser. Das Wasser muss eingefärbt werden. Dies geht mit ein paar Tropfen Tinte oder Lebensmittelfarbe. Ob rot, grün, pink oder blau ist ganz egal. Es darf ruhig die Lieblingsfarbe sein. Am besten ist es sowieso, wenn man mit mehreren Farben und unterschiedlichen Blüten arbeitet.

 

Der Tipp von familien-gesundheit.de

Richtig viel Farbe sorgt für leuchtend bunte Blüten

Wichtig zu wissen: Je intensiver das Wasser gefärbt ist, desto farbiger wird später auch die Blüte sein. Also trotz Spritzgefahr ruhig ordentlich Tinte und Lebensmittelfarbe verwenden. Am besten alte Kleidung anziehen und den Tisch mit einer alten, abwischbaren Tischdecke schützen.

Bei der Lebensmittelfarbe haben sich flüssige oder pastöse Farben bewährt. Pulverfarben bringen leider nicht die besten Ergebnisse hervor.

 

 

Im zweiten Schritt muss die Blüte gekürzt und frisch angeschnitten werden. Hierfür wird ein scharfes Messer oder eine gute Gartenschere benötigt. Um Verletzungen zu vermeiden sollten an dieser Stelle Erwachsene mithelfen. Zunächst wird die Blüte auf eine Länge von ca. 10 bis 15 Zentimetern eingekürzt und im Anschluss neu angeschnitten. Ist der Stängel frisch und sauber angeschnitten, können die Kinder die Blüten ins farbige Wasser stellen. Prinzipiell eignen sich alle hellen Blüten für das Experiment „Bunte Blüten“. Rosen sind jedoch besonders gut geeignet, da ihr Stiel sehr stabil ist und sich gut anschneiden bzw. auch teilen lässt.

Innerhalb weniger Stunden wird sich die Blüte verfärben – erst einzelne Blütenblätter und über Nacht die ganze Blüte.

 

Pimp my flower: Tintenblumen

Wer richtig bunte Blüten haben will, wählt weiße Rosen und muss den Stängel mehrfach einschneiden. Dazu den Stängel mit einem scharfen Messer zunächst einmal ca. 4 bis 6 cm hoch halbieren. Nun müssen die so entstandenen Stängel-Hälften wiederum halbiert werden, sodass der Stiel am unteren Ende geviertelt ist.

Jedes Stiel-Ende wird nun in ein andersfarbiges Reagenzglas bzw. Becher gestellt.

Nun heißt es wiederum warten und sich in Geduld üben. Über Nacht wird die Blüte in den gewählten vier Farben strahlen. Ob es am Ende farbgemischte Blütenblätter geben wird? Wahrscheinlich eher nicht! Aus gelb und rot kann im Übergang demnach kein Orange entstehen, denn jedes Blütenblatt wird von seinen eigenen Leitbündeln versorgt.

 

 

Wie trinken Pflanzen? Was passiert da?

Pflanzen brauchen Wasser. Sie benötigen es, um ihre Zellen am Leben zu erhalten, um sich vor Überhitzung zu schützen und sie brauchen es für ihre Ernährung und damit die Photosynthese. Die Pflanzen transportieren das Wasser von der Wurzel bis in die Blüte durch winzige Röhrchen. Experten nennen dieses System Leitbündel oder Xylem. Das Transportsystem wird nicht unterbrochen, wenn eine Blüte für einen Blumenstrauß von der Pflanze geschnitten wird. An der Schnittkante des Stängels kann die Pflanze noch immer Wasser ziehen.

Durch winzige Spaltöffnungen an den Blüten und Blättern verdunstet die Pflanze Wasser. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der unten wieder neues Wasser ansaugt. Ist das Wasser gefärbt, bleibt an den sogenannten Stomata, den Spaltöffnungen, die Farbe zurück, da die Farbpigmente nicht mit verdunsten können. Die Farbe reichert sich an und die ehemals weiße Blüte wird immer farbiger. Am deutlichsten färben sich die Blütenblätter an den Rändern, weil dort auch die meisten Spaltöffnungen sitzen.

 

Faszinierende Pflanzenwelt

Bis heute wurden rund 400.000 Pflanzenarten auf unserem Planeten entdeckt. Es gibt stachelige Kakteen, die es schaffen, selbst in den trockenen Wüsten zu überleben. Es gibt wunderschöne Orchideen mit ganz auffälligen, filigranen Blüten. Es gibt stattliche Urwaldriesen, die beinahe bis zum Himmel reichen und es gibt winzige Wasserlinsen, die ganze Seen mit einem grünen Teppich überziehen. Auch in puncto Vermehrung setzen Pflanzen auf unterschiedliche Strategien. Die einen bilden Samen aus, die anderen vermehren sich über Sporen. Doch alle Pflanzen besitzen gemeinsame Merkmale. Sie betreiben Photosynthese. Mit Hilfe eines chemischen Prozesses entsteht aus Wasser, Sonnenenergie und Kohlendioxid die Glukose als Energieträger. Glukose ist nichts anderes als Zucker. Als Abfallprodukt der Photosynthese entsteht außerdem Sauerstoff, den Tiere und Menschen dringend zum Atmen benötigen. Um Photosynthese betreiben zu können, müssen die Pflanzen den grünen Farbstoff Chlorophyll produzieren, denn nur er kann die Energie der Sonne aufnehmen.

Dort wo das Nahrungsangebot besonders knapp oder Sonnenlicht rar ist, leben Pflanzen auch als Parasiten. Dann sitzen sie, wie beispielsweise die Mistel, auf anderen Pflanzen und zapfen von ihren Wirten Wasser und Nährstoffe ab. Es gibt auch fleischfressende Pflanzen, die mit starken Gerüchen und Farben Insekten anlocken, fangen und verdauen. Die kleinen Tiere sind ihre Stickstoffquelle, wenn der Boden wie oftmals in Mooren nährstoffarm ist.

Pflanzen müssen schwitzen, um sich einerseits vor Überhitzung zu schützen und andererseits den bei der Photosynthese entstandenen Sauerstoff loszuwerden. Durch die Verdunstung über die Spaltöffnungen entsteht ein Sog, der wichtige Mineralien und Wasser nach oben zieht. Der Wasserdruck ist außerdem notwendig, um die Stängel stabil zu halten. Nur so kann die Pflanze ihr eigenes Gewicht tragen und immer weiter in Richtung Sonne wachsen.

 

Das Experiment „Bunte Rosen“ fasziniert Jung und Alt

Das Experiment „Bunte Rosen“ gibt einen verblüffenden Einblick in die faszinierende Welt der Pflanzen und ihren in Jahrmillionen entwickelten Überlebensstrategien. Es mag für Kinder wie Zauberei aussehen, jedoch basiert das Phänomen einzig und allein auf das Zusammenspiel von Physik (Kappilardruck) und Chemie (Photosynthese).