Erinnerungskiste fürs Baby – Brauch zur Geburt

Eine Schatzkiste für spätere Zeitreisen

Kinder sind neugierig. Sie möchten alles wissen. Eine häufige Frage ist dann: „Mama, kannst Du mir bitte von früher erzählen, als ich klein war?“ Dann ist genau der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Erinnerungskiste hervorzuholen, die Sachen gemeinsam anzuschauen und von früher zu erzählen. Mit der Geburt des Babys ist es demnach höchste Zeit mit dem Brauch loszulegen, eine Erinnerungskiste bzw. Erinnerungsbox zu gestalten. An dieser schönen Tradition wird der Nachwuchs selbst viel Freude haben und auch ins Staunen geraten. Habe ich wirklich mal in diesen winzigen Strampler hineingepasst?!

© Alexas_Fotos / pixabay.com

Eine Erinnerungskiste ist eine wunderbare Möglichkeit, später in Erinnerungen zu schwelgen, denn sie bewahrt kleine Kostbarkeiten auf: das erste Ultraschallfoto, die erste Locke oder den ersten Strampler. Mit Hilfe dieser Gegenstände lässt es sich herrlich über früher erzählen. Kinder lieben solche Geschichten.

 

Für die Gestaltung einer Erinnerungskiste gibt es keine festen Regeln. Das fängt schon bei der Auswahl des Materials an. Es kann eine stabile Holzkiste mit Deckel ebenso gewählt werden wie ein bunt beklebter Schuhkarton. Sie können die Kiste ganz schlicht halten oder als echte Schatzkiste dekorieren. Sie können als Eltern ausschließlich selbst Erinnerungen sammeln oder auch einen gemeinschaftlichen „Sammelauftrag“ an Großeltern, Tanten, Onkel und Freunde herausgeben, denn alle können die Augen offen halten und all das sammeln, was ihrer Meinung nach wichtige Momente im Leben des Babys festhält. Allein diese unterschiedlichen Perspektiven sind später hochinteressant.

 

Was gehört in die Erinnerungsbox?

Klassischerweise gehören die Ultraschallfotos und der Mutterpass in die Erinnerungskiste, denn sie dokumentieren den Anfang dieses großen Abenteuers. Auch darf das kleine Geburtsbändchen mit dem Namen oder die Nabelschnurklemme nicht fehlen. Viele Eltern heben den ersten Strampler und das erste Mützchen oder gleich die komplette Babygarnitur auf, mit der der Nachwuchs das Krankenhaus verlassen hat. Auch Schnuller, Babyschuhe und die Lieblingsrassel können in die Erinnerungskiste wandern. Viele Eltern sammeln dazu ebenso die Glückwunschkarten zur Geburt bzw. Taufe, denn auch das sind ganz besondere, persönliche Erinnerungsstücke.

Es macht jedoch durchaus Sinn, in der Erinnerungskiste auch über den eigenen Tellerrand zu schauen und eine Ausgabe der Tageszeitung vom Tag der Geburt bzw. eine Spiegel-Ausgabe von der Geburtswoche oder die GEO-Zeitschrift vom Geburtsmonat aufzubewahren. Dann weiß das Kind später immer, welche großen Ereignisse in diesen Tagen die Welt bewegten. Es kann auch eine CD oder eine Speicherkarte mit den aktuellen Charthits in die Erinnerungskiste wandern. Ob Sie die Lieder am Geburtstag, in der Geburtswoche oder im Geburtsmonat festhalten möchten, bleibt Ihnen überlassen. In späteren Zeiten sorgt das Abspielen der Musik jedoch garantiert für den einen oder anderen Ohrwurm. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Auch spezielle Erinnerungskarten oder tolle Fotos bzw. ganze Fotobücher sollten ihren Weg in die Erinnerungskiste finden.

 

Wie lange wird die Erinnerungskiste gefüllt und wann wird sie überreicht?

Das erste Lebensjahr ist jedenfalls überaus ereignisreich: Das erste Lächeln, das erste Mal krabbeln, der erste Zahn, das erste Wort, der erste Versuch zu laufen … Die Erinnerungen daran wachzuhalten und sie jederzeit Revue passieren zu lassen, ist ein ganz besonderes Geschenk und nicht mit Geld zu bezahlen. Die Erinnerungsbox muss übrigens auch gar nicht mit dem ersten Lebensjahr enden. Sie kann fortgeführt werden, indem später beispielsweise immer wieder die Lieblingssachen hineingetan werden, nachdem das Kind herausgewachsen ist. Auch das Lieblingskuscheltier, die erste Haarlocke, ein Stein aus dem ersten Urlaub, das erste selbstgemalte Bild, die erste Bastelei aus dem Kindergarten, der erste Milchzahn oder die ersten Schreibversuche, … sollten aufgehoben werden. Es gibt tausend Ideen und so viele Möglichkeiten. Dabei wird jede Erinnerungskiste ganz individuell und erzählt ihre eigenen Geschichten aus der Kindheit.

In der Regel wird die Erinnerungskiste entweder zur Volljährigkeit am 18. Geburtstag, zur Hochzeit oder zur Geburt des ersten, eigenen Kindes dann endgültig dem Kind geschenkt.