Elfengarten

Geheimnisvoll, wild und das blühende Leben

Ein Elfengarten ist wohl das Ideal eines jeden Gartens: Er ist grün. Er ist bunt. Er ist wild. Er ist verwunschen. Als „naturnaher Garten“ sprüht er nur so voller Leben. Damit ist ein Elfengarten fast das komplette Gegenteil des strengen, kultivierten und reduzierten Zen-Gartens. Ein Elfengarten begeistert Groß wie Klein, denn man spürt hier den Kreislauf des Lebens sowie den Verlauf der Jahreszeiten, erlebt jeden Tag aufs Neue spannende Abenteuer und macht immer wieder erstaunliche Entdeckungen.

© Lekies / pixabay.com

In diesem Elfengarten hat sich ganz offenbar ein Riese versteckt. Auch diese Naturwesen sind hier herzlich willkommen. Naturnah und verwunschen ist der Ort. Er spielt mit Licht und Schatten. Überall grünt, blüht, summt und duftet es. Dazu passt das Zitat von Astrid Lindgren einfach bestens: „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“ Im Elfengarten kann wirklich jeder entschleunigen – Elfen, Feen, Trolle, Gnome, Zwerge, Kobolde, Riesen, … und selbstverständlich auch Kinder und Erwachsene.

 

Wie so oft im Leben, kommt es hier nicht auf die Größe an: Sie können ihren kompletten Garten zum Elfengarten umgestalten oder nur einen Teilbereich für die Naturwesen reservieren. Ob ein Elfengarten 1.000 oder 100 Quadratmeter hat, spielt keine Rolle. Selbst in einer alten Suppenschüssel kann ein Elfengarten en minatur für die Fensterbank entstehen. Dann heißt der Miniaturgarten allerdings eher Feengarten, denn Feen sind die kleinsten und zartesten Wesen.

 

Woher stammt der Elfengarten?

Die Idee des Elfengartens stammt aus Skandinavien. Von Norwegen über Irland bis Island ist man spirituell sehr naturverbunden und sieht Trolle, Elfen und Gnome als nichtsichtbare Mitbewohner an. Beim Elfengarten glaubt man einfach, dass die Natur mit vielen Wesen bevölkert ist: Manche können wir Menschen sehen wie beispielsweise Schmetterlinge, Bienen oder Hummeln. Andere Wesen wie Elfen oder Kobolde sind sehr, sehr scheu und zeigen sich daher nur ausgewählten Personen zu ganz bestimmten Zeiten.

Normalerweise müssten irische Gärten das Paradebeispiel für einen typischen Elfengarten sein. Leider orientieren sich irische Gärten oftmals sehr stark am englischen Landschaftsgarten. Deswegen sind wir einfach gezwungen, unsere Phantasie etwas walten zu lassen. Kinder werden daher auf die allerbesten Ideen beim Anlegen eines Elfengartens kommen.

 

Elfengarten gestalten

Das Grundprinzip des Elfengartens ist denkbar einfach: Hier sollen sich einfach alle Wesen wohlfühlen – sichtbare wie unsichtbare. Die magischen Wesen können groß oder klein, dick oder dünn, schön oder hässlich sein. Und sie treiben gerne den einen oder anderen Schabernack. Genauso vielfältig darf daher auch die Bepflanzung sein: wild und bunt. Es muss nur blühen und duften. Hier wird der Rasen nicht akkurat gestutzt und auch nicht jedes Gänseblümchen und jede Pusteblume ausgerissen. Elfen kennen nämlich kein Unkraut. Für sie hat jede Pflanze und jedes Tier auf Erden seine Daseinsberechtigung. Elfen sind übrigens sehr hilfsbereit und tierlieb. Daher erfreuen sie sich besonders an all jenen Pflanzen, die auch die Bienen und Schmetterlinge lieben. In den Elfengarten gehören auf jeden Fall Kräuter und Blumen – von den Frühblühern über die Sommerblumen bis hin zu den Herbstblumen. Nicht fehlen dürfen daher Winterlinge, Krokusse, Sonnenblumen, Rosen, Kugeldisteln, Schmetterlingsflieder, Wicken, Eisenkraut, Lavendel, blühender Oregano, Nachtkerzen, Astern, … und sogar Brennnesseln, denn sonst hätten ja die Raupen von Tagpfauenauge und Marienkäfer nichts zu fressen.

Und damit nicht nur die Elfen, sondern auch Igel, Maus und Co etwas zu naschen haben, dürfen natürlich Beerensträucher und Obstbäume im Elfengarten nicht fehlen. Himbeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren, Äpfel und Birnen – verwandeln Sie Ihren Garten in einen Naschgarten für kleine und große Schleckermäuler. Und da sich selbst Experten bis heute nicht einigen können, ob Tomaten nun Obst oder Gemüse sind, gehen Sie einfach auf Nummer sicher und reservieren Sie mindestens ein Beet auch für Möhren, Kohlrabi, Salat und Co.

Wer Elfen und Gnome anziehen möchte, braucht einfach Bäume in seinem Garten. Ob Sie Gingko, Birke oder Ulme pflanzen, ist egal. Es sollten jedoch Bäume mit Sträuchern kombiniert werden, sodass unterschiedliche Höhen entstehen. Bodendecker dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen. Denken Sie bei der Auswahl jedoch immer auch an die Vögel. Alte Asthöhlen bieten Brutmöglichkeiten. Gibt es diese nicht, hängen Sie bitte ein, zwei, drei, vier, … – kurzum: möglichst viele – Nistkästen und Vogelhäuser auf. Und wenn Sie die Leiter einmal hervorgeholt haben, dann können Sie doch auch gleich noch einen Fledermauskasten bzw. eine Fledermaushöhle anbringen. Als Begrenzung um ihren Elfengarten bietet sich eine Vogelhecke geradezu an. Sie bietet den gefiederten Freunden Deckung und Nahrung zugleich – nicht nur im Winter.

 

Zubehör für den Elfengarten

Außerdem brauchen Elfen und Kobolde Plätze zum Verstecken, daher ist ein Elfengarten meist verwinkelt und bietet immer wieder kleine Nischen und Unterschlupfmöglichkeiten. Wer möchte, baut den Zauberwesen direkt ein kleines Häuschen. Es muss nicht viel Kosten, Selber-Machen ist angesagt. Schauen Sie sich ruhig um: Was haben Sie bereits und was können Sie mit wenigen Handgriffen verwandeln? „Upcycling“ heißt das Zauberwort: Eine alte Kaffeekanne oder ein alter Gummistiefel lassen sich dazu bestens zweckentfremden. Doch auch aus Zapfen von Tanne, Fichte oder Kiefer und Ästen können Sie ein verwunschenes Haus für Zwerge und Gnome zimmern.

Eine kleine DIY-Bastelidee zum Nachmachen: Wie aus einem Marmeladenglas ein ultimatives Feenbaumhaus entsteht, zeigt das Video.

 

Die Naturwesen lieben das Element Wasser. Ein kleiner Gartenteich oder auch nur eine Vogeltränke soll sie magisch anziehen. Ebenfalls sehr beliebt bei den Naturwesen ist eine kleine Schaukel zum Abhängen. Auch eine Hängematte wird gern angenommen. Bei der Gestaltung des Elfengartens dürfen Sie den „Klimbim“ übrigens auch nicht vergessen. Alles, was glänzt, glitzert oder klirrt, darf gern die Gartenatmosphäre bereichern – von der Glaskugel über die bunte Wimpelkette bis zum Windspiel ist demnach alles erlaubt.

Richten Sie im schönsten Teil des Gartens eine lauschige Sitzecke ein. Wenn sie dort an lauen Sommerabenden sitzen, der Duft von Flieder und Rosen sie umströmt, dann werden Sie den Zauber ihres Elfengartens spüren. Und vielleicht stammte der leichte Windhauch gerade eben von einem vorbeihuschenden Feenflügel! Wer weiß? Schließlich ist im magischen Elfengarten alles möglich!