DIY & Upcycling: Martinslaternen basteln

Bringen Licht in den dunklen Herbst: Martinslaternen für den Martinsumzug

Der Herbst strahlt noch in den leuchtendsten Farben. Doch bald ist Schluss damit. Die Tage werden grauer, kürzer und dunkler. In diese nicht ganz so schöne Zeit fällt der Martinstag am 11. November. Er soll an die großmütigen Taten des Martins von Thurs erinnern.

© S. Hofschlaeger / pixelio.de

Der Martinsumzug mit seinen bunten selbstgebastelten Lampions ist für viele Kinder neben Halloween ein Höhepunkt im Herbst. Im Vorfeld wird an Bastelnachmittagen im Kindergarten oder der Grundschule fleißig gebastelt. Da sind gute Ideen gefragt, denn oftmals darf es ja auch nicht so viel kosten. Doch auch aus PET-Flaschen, Tetra Paks oder Camembert-Schachteln können tolle Martinslaternen und -Lampions entstehen. Wie’s geht? Bitte einfach weiterlesen!

 

Für den Martinsumzug bricht alljährlich das Laternen-Bastel-Fieber aus

Kinder lieben den Martinstag – nicht wegen der Martinsgans, sondern wegen der Martinsgeschichte und dem Martinsumzugs. Dann ziehen sie gemeinsam mit anderen Kindern, ihren Freunden und der Familie am Abend mit ihren bunten, selbstgebastelten Laternen singend durch die Straßen: Laterne, Laterne … Sonne, Mond und Sterne … Brenne auf mein Licht!

Diese schöne Tradition wird von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen und von Görlitz bis Aachen lebendig gehalten und sorgt für leuchtende Kinderaugen.

Die Bastel-Vorbereitungen für den Martinsumzug beginnen lange vorher in den Kindergärten und Grundschulen, denn schließlich braucht eine Martinslaterne Zeit. Die Lampions entstehen in liebevoller Handarbeit und sind daher nicht von jetzt auf gleich fertig. Die Vorfreude auf den Martinstag ist riesig und so wird an den Bastelnachmittagen mit Hilfe von Mama und Papa oder auch Oma und Opa emsig gebastelt, fleißig geklebt und hochkonzentriert gemalt.

 

Zum Nachdenken: Wer bastelt eigentlich die Martinslaterne? Die Kinder oder doch die Eltern?

Websites, die im Internet entsprechende Bastelvorschläge für Martinslaternen, Lampions und Windlichter anbieten, erleben einen wahren Besucheransturm, denn sie sind bei der Ideenfindung sehr gefragt. Es läuft fast ein kleiner Wettbewerb unter dem Motto: Wer hat die schönste und aufwändigste Martinslaterne?

Auch der Fachhandel bietet jede Menge Bastelbücher und Bastelsets mit tollen Lampion-Motiven an: Eine Martinslaterne schöner als die andere. Doch für Kinder sind viele dieser Vorlagen nur bedingt geeignet – zu viele, kleine Details erschweren das Nachbasteln. Der Lampion wird dann eher ein Bastelprojekt für die Erwachsenen, die auch einen gewissen Ehrgeiz entwickeln. Doch ist das wirklich der Sinn der Sache?

 

 

Damit selbst kleine Bastelfreunde ihre Martinslaterne fast komplett alleine basteln können und nur wenig Unterstützung brauchen, hat die Redaktion von familien-gesundheit.de folgende Basteltipps zusammengetragen:

 

6 tolle Ideen für selbstgebastelte Martinslaternen

Und das Beste an diesen Ideen: Solche Martinslaternen gibt es bestimmt kein zweites Mal, weil Materialien verwendet werden, die sonst leider viel zu oft im Müll landen. Do it yourself und Upcycling heißen die Zauberwörter.

 

Martinslaterne aus Camembert-Schachteln basteln

Der Bastelfachhandel bietet fertige Lampenrohlinge aus Pappe an. Es gibt sie als viereckige oder runde Laternen. Die Seitenteile können entweder mit buntem Transparentpapier beklebt werden oder man nutzt einfaches Transparentpapier, das bemalt wird. Auch immer wieder schön sehen aufgeklebte Scherenschnitte aus. Doch zum Bau ganz ähnlicher Laternen eignen sich auch runde Schachteln, in denen in der Kühltheke kleine Camembert-Ecken angeboten werden. Diese Schachteln wandern normalerweise ins Altpapier. Doch dafür sind sie viel zu schade. Für den Martinsumzug lassen sich die Camembert-Schachteln durch Upcycling prima recyceln.

 

Lampions für den Martinsumzug aus Luftballons basteln

Lampions lassen sich prima aus aufgeblasenen Luftballons basteln, indem auf den Luftballon bunte Papierschnipsel mit Tapetenkleister geklebt werden. Seidenpapier oder Transparentpapier eignen sich hervorragend, aber auch Servietten sind ein gutes Ausgangsmaterial. Die Kinder können die Schnipsel entweder selber schneiden oder einfach reißen. Es sollten mittelgroße Stücke entstehen, die sich gut an den Luftballon anlegen lassen. Für den selbstgebastelten Luftballon-Lampion müssen mehrere Schichten geklebt werden, die zwischendurch auch immer wieder gut durchtrocknen sollten. Nach 3 bis 5 Runden ist jedoch Schluss und die Martinslaterne fertig. Der Luftballon kann nun vorsichtig angeschnitten werden, damit die Luft rausgeht. Wenn Sie die selbstgebastelte Martinslaterne etwas wetterfester bekommen möchten, können Sie sie innen und außen vorsichtig mit einem transparenten Sprühlack einsprühen. Das sollte jedoch wegen der entstehenden Dämpfe nur an der frischen Luft geschehen und ist definitiv eine „Erwachsenenaufgabe“.

 

Martinslaterne aus PET-Flasche basteln

Ausgangsmaterial für diese Martinslaterne ist eine helle 1,5-Liter-PET-Flasche. Natürlich können Sie auch eine grüne oder hellblaue Plasteflasche verwenden. Grün eignet sich prima für einen Drachen. Hellblau eignet sich dagegen bestens für ein Monster. Im ersten Schritt bekommt die Flasche den Flaschenhals abgeschnitten, sodass ein oben offener Zylinder entsteht. In den Zylinder bohren sie zwei bis drei Zentimeter vom oberen Rand zwei Löcher, die sich gegenüberliegen sollten. Da hierfür eine spitze Nadel verwendet werden muss und auch ein bisschen Kraft erforderlich ist, sollte das vielleicht besser der Papa erledigen. Die Löcher sind für die spätere Lampenaufhängung gedacht. Sie können hier eine Schnur oder einen Draht durchziehen.

Ab jetzt kann der Zylinder ganz fantasievoll verziert werden. Am einfachsten sind sicherlich bunte, aufgeklebte Streifen aus Transparentpapier. Auch Washi-Tape mit seinen bunten Mustern und Farben eignet sich hervorragend. Doch mit zwei Flügeln, einem Schnabel, Augen und einen bunten Schwanz aus Krepppapier oder Ringelband entsteht auch ganz leicht ein Vogel. Lassen der Fantasie der Kinder einfach freien Lauf!

 

Martinslaterne aus Butterbrottüten basteln

Butterbrottüten sind ein tolles Bastelmaterial. Sie lassen sich zusammenkleben und dann wird mit wenigen Scherenschnitten ein Stern oder eine Blume daraus. Wird das Butterbrotpapier der Tüte vor dem Zusammenkleben mit Stiften angemalt, dann entstehen kunterbunte und ganz individuelle Martinslaternen. Auch lassen sich in die Butterbrottüten mit Motivlochern Formen einstanzen, die bei Beleuchtung ebenfalls tolle Muster ergeben. Doch auch ohne großen Schnickschnack sind Martinslaternen aus Butterbrottüten einfach ein Hingucker.

 

Martinslaterne aus Papptellern basteln.

Ähnlich wie Butterbrottüten sind auch Pappteller ein vielseitiges Bastelmaterial. Normalerweise kommen sie im Sommer beim Grillen im Garten oder beim Picknick im Park als Teller zum Einsatz. Doch sie ergeben auch tolle Martinslaternen wie zum Beispiel eine Sonne. Sie ist ganz einfach nachgebastelt: Die Kinder malen zwei Pappteller auf je einer Seite gelb an. Dann wird innen mit 1 bis 2 cm Abstand zum gestanzten Rand ein Kreis ausgeschnitten. Dieser Kreis kann mit gelben Transparentpapier beklebt werden. Die Klebeseite sollte sich auf der nicht angemalten Seite der Pappteller befinden. Anstelle des Transparentpapiers können Sie aber auch Butterbrotpapier verwenden, das entsprechend bemalt wird. Nun auf das Transparentpapier das Sonnengesicht zeichnen: Auge, Nase und ein lachender Mund. Jetzt muss die Martinslaterne nur noch zusammengefügt werden. Doch bevor Sie die beiden Pappteller mit den bemalten Seiten nach außen aufeinander kleben, lassen Sie die Kinder noch Dreiecke aus Fotokarton und Transparentpapier ausschneiden Das werden die Sonnenstrahlen, die abwechselnd auf eine Innenseite geklebt werden. Aus Papptellern muss nicht zwangsweise eine Sonne entstehen. Auch ein Fisch, ein Bär oder ein Frosch sind möglich. Das Prinzip ist ganz ähnlich.

 

Martinslaterne aus Tetra Pak basteln

Ein alter Milchkarton ist die Basis für die Tetra Pak-Martinslaternen. Zunächst muss der Tetra Pak gut ausgespült und das oberste Ende vorsichtig aufgeschnitten werden, sodass man gut hineingreifen kann. Nun gilt es zu überlegen, was aus dem Tetra Pak werden soll: Eine bunte Häuserschlucht? Ein Fuchs? Oder etwas ganz anderes?

Für den Fuchs muss aus den beiden vorderen (breiten) Mittelteilen ein Viereck herausgeschnitten werden. Zum Rand sollten 1 bis 1,5 Zentimeter stehen bleiben. Das so entstandene Fenster wird mit Transparentpapier hinterklebt. Alles, was jetzt vom Tetra Pak noch übrig ist, kann entweder mit Acrylfarbe bemalt oder mit farbigen Papier beklebt werden. Jetzt geht es an die weitere Ausgestaltung. Der Kopf wird auf Tonpapier aufgezeichnet, ausgeschnitten und auf den Tetra Pak geklebt – die Füße ebenso. Die Pfoten werden an Hexentreppen geklebt und diese dann an die geschlossenen Seiten des Tetra Paks geklebt, notfalls auch getackert. In die Seiten noch vorsichtig die zwei Löcher für den Laternenbügel bohren und fertig ist die Martinslaterne.

 

Viel Spaß beim Nachbasteln und einen unvergesslichen Martinsumzug mit den selbst gebastelten Martinslaternen!