Die christliche Taufe

Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen und Christinnen

Die Geburt eines Kindes ist immer wieder ein Wunder und viele Familien empfinden den Nachwuchs als Geschenk. Verständlicherweise möchten Eltern ihr Kind auf der Welt willkommen heißen und die Freude darüber mit der Familie und Freunden teilen. Es soll beschützt aufwachsen. Laut christlicher Überlieferung sorgt die Gemeinde für das Kind und Gott wacht über ihm.

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In der evangelischen und in der römisch-katholischen Kirche wird der Täufling über das Taufbecken gehalten und bekommt das heilige Wasser über den Kopf geträufelt. In den orthodoxen Kirchen geht es manchmal etwas archaischer zu. Da wird das Kind komplett bis zum Hals in das Taufbecken eingetaucht. Kein Wunder, wenn es dann „lautstarke Proteste hagelt“.

 

Zeitpunkt für die Taufe finden

Die Taufe nimmt das Kind in die christliche Gemeinschaft auf. Da die Taufe zu den Sakramenten zählt, war es früher üblich, ein Neugeborenes möglichst schnell nach der Geburt taufen zu lassen – auch weil die Kindersterblichkeit hoch war. Zum Glück sind diese Zeiten längst vorbei. Heute lässt man sich mehr Zeit für die Kindstaufe. Viele Paare verbinden beispielsweise Taufe und kirchliche Eheschließung miteinander. Den idealen Zeitpunkt für die Taufe gibt es nicht mehr. Sehr häufig wird der Säugling zwischen dem dritten und sechsten Monat getauft. Das verschafft den frischgebackenen Müttern eine Verschnaufpause. Sie können sich zunächst in Ruhe an die Veränderungen mit Baby gewöhnen, bevor sie sich der Planung der Taufe und der Organisation der Familienfeier widmen. Wird die Taufe erst später angesetzt – z. B. im Alter von 1 ½ Jahren – kann es kleinere „Komplikationen“ geben. Ein Kleinkind hat wenig Verständnis dafür, während der Taufzeremonie still in der Kirche zu sitzen. Es möchte vielmehr auf Erkundungstour gehen und muss dann eventuell zum Empfangen des Sakramentes erst unter lautstarkem Protest „eingefangen“ werden.

Nach der Taufe steht einem Kind das reichhaltige Gemeindeleben offen. Es kann beispielsweise Kindergottesdienste besuchen oder an Kirchenfreizeiten und Kindergruppen teilnehmen.

 

Tauftraditionen

Die Tradition der Taufe geht zurück auf die biblische Erzählung von Johannes dem Täufer, der Jesus von Nazareth im Jordan taufte. Die Taufe soll von den Sünden reinwaschen und zu Umkehr, Buße und Neubeginn auffordern. Nach christlichem Glauben wird der Mensch erst durch die Taufe zu einem Kind Gottes. Die Taufe verbindet den Menschen mit Jesus Christus und damit mit Gott selbst.

Die Gemeinde feiert die Taufe als Gottesdienst. Der Taufritus ist fest reglementiert. Der Kopf des Täuflings wird über dem Taufbecken dreimal mit geweihtem Wasser benetzt. Die vom Pfarrer bzw. Priester dabei gesprochene Taufformel kennt fast jedes Kind. „Ich taufe dich auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Das Wasser steht symbolisch für das neue Leben und die Erlösung durch Christus, denn alle Sünden werden weggewaschen. Die Taufe ist damit ein Reinigungsritual. Solche Rituale finden sich auch in anderen Religionen aber auch noch bei Naturvölkern.

 

 

Der Täufling trägt außerdem ein besonderes Kleid, das Taufkleid, und erhält auch noch eine Taufkerze. Diese kann er zu wichtigen Anlässen im Leben entzünden und sich damit in Erinnerung rufen, dass Gott sein ständiger Begleiter ist. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ als Spruch zur Taufkerze spiegelt dies wider. Darüberhinaus soll der individuell gewählte Taufspruch den Täufling begleiten und im Leben anleiten. Es wird meist ein Bibelzitat gewählt. In manchen Gemeinden können die Eltern auch selbst eine Fürbitte, einen Text mit eigenen Wünschen für das Kind, vortragen.

Zu einer Kindtaufe gehören auch die Paten dazu. Sie sollen die Eltern unterstützen, das Kind im christlichen Glauben zu erziehen und dem Kind mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das Patenamt zählt zu den wichtigsten Ehrenämtern innerhalb der Kirche. Mindestens ein Pate muss daher der Kirche angehören und selbst getauft und konfirmiert sein.

 

Die Familienfeier

Im Anschluss an die kirchliche Zeremonie feiern viele Familien noch ein großes Familienfest und lassen den Neuankömmling auch innerhalb der Familie noch einmal hochleben. Die Gästeliste ist meist lang, denn neben den Großeltern und Paten sind auch Onkel, Tanten und Freunde geladen. Die Einladung wird förmlich mit der Taufeinladung ausgesprochen, sodass anders als beispielsweise beim Babypinkeln die tatsächliche Gästezahl am Ende feststeht und entsprechend auch die Sitzordnung geplant werden kann. Da meist viele Gäste zusagen, macht es Sinn, eine Gaststätte oder einen Festsaal anzumieten bzw. ein großes Festzelt im Garten aufzustellen.

Es hat sich auch bewährt, für Entlastung zu sorgen und einen Catering-Service mit der Bewirtung zu beauftragen. Um die entsprechende Dekoration kümmern sich sehr häufig die Taufpaten. Auch sollte an die Beschäftigung der Kinder gedacht werden, denn häufig ist der Täufling nicht das einzige Kind. Es gibt ältere Geschwister oder Cousins und Cousinen bzw. die Kinder der besten Freunde. Hier ist eine Bastelecke oder ein Spielareal sehr von Vorteil, denn dann können sich die Kleinen selbst miteinander beschäftigen und die Erwachsenen finden Zeit, sich auszutauschen.