Diäten im Check: Low-Carb oder Low-Fat

Weniger Fett oder lieber kaum Kohlenhydrate: Welche Diät bringt bessere Resultate?

Diäten sind bestimmte Ernährungsweisen, die entweder der Gewichtsab- oder zunahme sowie der Behandlung von Krankheiten dienen sollen. Im deutschsprachigen Raum verstehen wir unter dem Begriff hauptsächlich eine Methode zum Abnehmen. Doch Diätmodelle gibt es viele, von Misch- über Trennkost bis hin zum Fasten. Heutzutage tauchen jedoch immer häufiger die Schlagworte Low-Carb und Low-Fat auf. Was hat es mit diesen Diäten auf sich und wie effektiv sind sie wirklich? Und vor allem: Bergen Sie neben der versprochenen Gewichtsabnahme vielleicht sogar gesundheitliche Risiken?

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An der Frage „Was bei der besten Diät auf den Tisch kommt?“ scheiden sich die Geister. Es sollen schon langjährige Freundschaften zu Bruch gegangen sein, beim Streit darüber, ob Low Carb oder Low Fat die größeren Abnehmerfolge erzielt. Bei dem einen Diätkonzept werden wenig Kohlenhydrate auf den aufgetischt, beim anderen Fette aus dem Speiseplan gestrichen.

 

Low-Carb-Diät: Verzichten Sie auf Kohlenhydrate

„Low-Carb“ bedeutet bereits wörtlich übersetzt „wenig Kohlenhydrate“. Und genau darin besteht das Diätprinzip. Durch die Reduktion oder den gänzlichen Verzicht von kohlenhydratreichen Lebensmitteln, etwa Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln, wird der Körper dazu veranlasst, Fettreserven zur nötigen Energieproduktion zu verbrennen. Anstelle eben genannter Produkte finden vermehrt Fleisch, Fisch und andere Speisen, die reich an Eiweiß sind, den Weg auf den Teller. Diese werden vom Körper nur recht langsam verdaut, folglich fühlen Sie sich länger satt. Im Gegensatz dazu führt eine kohlenhydratreiche Ernährung – gerade in Form von einfachen Zuckern – zur stärkeren Ausschüttung von Insulin: Der Blutzuckerspiegel sinkt und man wird schneller wieder hungrig.

Es konnte bisher mehrfach nachgewiesen werden, dass sich eine Low-Carb-Diät positiv auf die Gewichtsabnahme und den Stoffwechsel auswirken kann. Auch Entzündungswerte bei Übergewicht bessern sich durch die Ernährungsweise. Des Weiteren kann eine Low-Carb-Ernährung bei Personen mit Fettstoffwechselstörungen und Diabetes zur Verbesserung der Gesundheitsparameter beitragen.

Allerdings bestehen bei einer Low-Carb-Diät auch einige Nachteile. Sie ist aufgrund der einseitigen Kost nicht nur schwer durchzuhalten, sondern wirkt sich währenddessen auch auf unsere Leistungsfähigkeit aus. Schließlich sind Kohlenhydrate ein wichtiger Energielieferant. Auch die Bildung von Serotonin (ein Glückshormon) erfolgt über Kohlenhydrate: Somit wirkt sich eine Low-Carb-Diät negativ auf unsere Stimmung aus. Des Weiteren kann laut der DGE der starke Fleischkonsum das Risiko von Dickdarmkrebs erhöhen und die hohe Fettzufuhr koronale Herzkrankheiten und Gicht begünstigen.

 

Low-Fat-Diät: Fette reduzieren

Bei einer Low-Fat-Diät verzichten Sie größtenteils auf Fette, wie sie in Butter, Öl und anderen Lebensmitteln vorkommen. Immerhin ist der sogenannte Geschmacksträger der Bestandteil unserer Nahrung, der die höchste Kalorienzahl aufweist und am schnellsten eingelagert wird. Die Low-Fat-Ernährung ersetzt diesen durch Obst, Gemüse, mageres Fleisch und fettreduzierte Milchprodukte. Ganz oben auf dem Speiseplan, und vollkommen anders als bei der Low-Carb-Diät, stehen fettfreie Sattmacher wie Nudeln, Reis, Kartoffeln und Brot. Über die Menge wird das Hungergefühl ebenfalls reduziert und die Gewichtsabnahme stellt sich über die geringere Kalorienzufuhr ein, da Kohlenhydrate schnell verbrannt werden.

Vorteile der Low-Fat-Ernährung sind, dass sie sowohl einfach als auch alltagstauglich ist. Außerdem reduziert sie LDL-Cholesterin und Triglyceride sowie Insulinspiegel und Bluthochdruck. Auch chronische Entzündungen und sogar Diabetes können gebessert beziehungsweise kontrolliert werden, ähnlich wie bei der Low-Carb-Diät.

Doch auch die Low-Fat-Ernährung weißt einige Nachteile auf. Wie bei jeder Diät bewirkt die verringerte Kalorienzufuhr körperliche Schwäche und Konzentrationsschwierigkeiten. Des Weiteren kann sie sich negativ auf die Blutfettwerte auswirken, denn auch gesunde, mehrfach ungesättigte, lebensnotwendige Fettsäuren aus Pflanzen- oder Fischölen werden oftmals weggelassen oder nur ungenügend aufgenommen. Fett ist außerdem wichtig für den Hormon- und Zellstoffwechsel sowie für die Verdauung. Weitere, extremere Gesundheitsrisiken bestehen bei einer Low-Fat-Diät allerdings nicht.

 

Low-Carb oder Low-Fat: Womit nimmt man effektiver ab?

Fakt ist: Beide Diäten, genauso wie jede andere, funktionieren, solange ein ausreichendes Kaloriendefizit vorhanden ist. Ob nun aber Low-Carb oder Low-Fat die bessere Ernährungsweise ist, konnte bisher nicht herausgefunden werden, obwohl verschiedenste Studien dazu durchgeführt wurden. Diese führten allerdings hin und wieder zu recht widersprüchlichen Ergebnissen. Auch die Auswirkung der genetischen Veranlagung auf die Wirkung der zwei Diäten ist bisher noch nicht geklärt.

Mit Low-Carb verlieren Sie in der Regel schneller Gewicht: Das sorgt bereits recht früh für einen Motivationsschub und macht sie daher zur leichteren Diät. Allerdings ist Low-Fat langfristig gesehen ebenso wirksam, wenn nicht sogar wirksamer. Die fettreduzierte Ernährung ist oftmals deutlich ausgewogener als eine kohlenhydratarme, was selbstverständlich auch gesünder ist. Des Weiteren hat der Kohlenhydratmangel bei der Low-Carb-Diät oft Heißhungerattacken zur Folge: Wenn Sie also nicht willensstark genug sind, werden Sie schnell Opfer des Jojo-Effekts. Doch auch bei der Low-Fat-Diät gilt zu beachten: Nicht alles, was fettfrei ist, ist auch gesund. So haben viele Süßigkeiten zum Beispiel kein Gramm Fett, beinhalten dafür aber jede Menge Zucker, der nicht nur dick macht, sondern Ihrem Körper auch sonst wenig Gutes tut.

Welche Ernährungsweise für Sie am besten funktioniert, müssen Sie selbst herausfinden, denn alle haben ihre Vor- und Nachteile. Letzten Endes ist die beste Diät diejenige, die man auch halten kann.