Diabetes: Stillen schützt die Mutter

Studie belegt vorbeugende Wirkung des Stillens

Es gibt bereits viele Studien, die die Wichtigkeit des Stillens für das Baby herausstellen. Die Muttermilch versorgt den Säugling in den ersten Wochen und Monaten mit allem, was der kleine Körper so braucht. Die Zusammensetzung von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten sowie Spurenelementen und Vitaminen ist perfekt auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt.

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Hebammen und Ärzte empfehlen das Stillen explizit, denn es tut dem Baby gut. Doch auch die Mutter profitiert gesundheitlich vom Stillen. Die sogenannte Laktation, also die Produktion von Muttermilch, setzt Schutzmechanismen im Körper frei. Stillen schützt nachweislich nicht nur vor Brustkrebs und Eierstockkrebs, sondern auch vor Diabetes.

 

Über die Muttermilch erhält das Baby zusätzlich auch Abwehrstoffe, die es vor Krankheiten schützen. Jedoch profitiert auch die Gesundheit der Mutter vom Stillen. Nun wurden die Ergebnisse einer US-amerikanischen Langzeitstudie in der Fachzeitschrift „Jama Internal Medicine“ veröffentlicht. Sie beobachtete Frauen über drei Jahrzehnte und erfasst unter anderem auch die Dauer des Stillens. Mit den Daten lässt sich nun eine alte Vermutung bestätigen: Das Stillen senkt bei der Mutter nachweislich das Risiko, später an Diabetes zu erkranken.

 

Stillen senkt das Diabetes-Risiko deutlich

Dabei verglichen die Wissenschaftler Mütter, die ihr Kind sechs bis zwölf Monate stillten, mit Müttern, die auf Fertignahrung zurückgriffen. Das deutliche Ergebnis überraschte selbst die Forscher: Bei stillenden Müttern verringerte sich die Wahrscheinlichkeit, Diabetes mellitus zu entwickeln, um 47 Prozent. Das Erkrankungsrisiko für die „Zuckerkrankheit“ hat sich somit fast halbiert.

Doch auch von einer kürzeren Stilldauer können die Mütter noch profitieren. In der Gruppe jener Frauen, die bis zu sechs Monate lang stillten, reduzierte sich die Gefahr, an Diabetes zu erkranken, um ein Viertel.

Im Rahmen der Studie wurden 1238 Frauen beobachtet. Die Studie startete Mitter der 1980er Jahren. Damals waren die Frauen 18 bis 30 Jahre alt. Im Laufe der Zeit brachten sie mindestens ein Kind zu Welt. Die Studie erfasste auch die Dauer des Stillens und den Lebensstil der Probandinnen. In den folgenden 30 Jahren untersuchten die Wissenschaftler in etwa alle fünf Jahre die Teilnehmerinnen.

 

 

Die Dauer des Stillens macht bei Diabetes den entscheidenden Unterschied

Bei der Auswertung der Daten untersuchten die Forscher auch andere Faktoren, die Einfluss auf die Entwicklung eines Diabetes nehmen können wie z. B. Ernährung, körperliche Aktivität oder die Größe. Dennoch macht das Stillen den großen Unterschied. Nachdem nämlich alle anderen Einflussfaktoren herausgerechnet wurden, blieb dennoch die deutliche Korrelation zwischen der Stilldauer und dem verringerten Diabetes-Risiko bestehen.

Und die Studie fördert noch eine positive Erkenntnis zu Tage: Unabhängig davon, ob die Mutter während der Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes entwickelte oder nicht, das Stillen verringert die Wahrscheinlichkeit, nach der Schwangerschaft an Diabetes zu erkranken.

Forscherkollegen bestätigen den amerikanischen Wissenschaftlern, eine saubere Arbeit abgeliefert zu haben. Die Daten sind belastbar, denn es wurde eine größere Anzahl von Frauen über einen längeren Zeitraum beobachtet. Für die Diabetes-Prävention ergeben sich mit der Bestätigung der alten Vermutung ganz neue Ansätze.

Noch kann der gefundene Schutzeffekt nicht zu 100 Prozent erklärt werden. Die Forscher jedoch vermuten, dass die durch das Stillen ausgeschütteten Hormone, positiv auf die Zellen der Bauspeicheldrüse einwirken. In „Verdacht“ steht vor allem das Stillhormon Prolaktin, das während der Schwangerschaft und Stillzeit vom Körper in hohen Dosen produziert wird. Versuche an Mäusen konnten zeigen, dass die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse, die das blutzuckersenkende Hormon Insulin produzieren, davon profitieren, denn es regt ihre Proliferation an. Bei Diabetes mellitus Typ 1 greift das Immunsystem die Betazellen an und zerstört sie. Diabetes mellitus Typ 1 ist daher eine Autoimmunerkrankung. Bei Diabetes mellitus Typ 2 – oft auch „Altersdiabetes“ genannt – kommt es zu einer Insulinresistenz, d. h. die Bauchspeicheldrüse muss immer größere Mengen an Insulin produzieren, um den Blutzucker zu regeln. Irgendwann schafft es das Organ nicht mehr und die Krankheit manifestiert sich.

In der Vergangenheit konnten andere Studien zeigen, dass Stillen bei Müttern das Risiko für Brustkrebs und Eierstockkrebs senkt. Gestillte Babys entwickeln später seltener Allergien.

 

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