Der Knigge fürs Oktoberfest

10 Tipps damit es auf der Wiesn mit der Bedienung klappt

Ein paar einfache Grundregeln des Zusammenlebens gelten auch auf dem Oktoberfest, obwohl während der Wiesn-Zeit ganz München Kopf steht. Damit es in den Festzelten keinen Ärger mit der Bedienung gibt, hat die Redaktion von familien-gesundheit.de für Sie zehn einfache Tipps zusammengefasst.

© RitaE / pixabay.com

Machen Sie mit dem Einhalten von ein paar Benimmregeln das Servicepersonal auf dem Oktoberfest glücklich. Dazu bedarf es nicht viel: Ein fröhliches „Hallo“ für Kellner bzw Kellnerin sowie „Bitte“ und „Danke“ sind bereits ein ausgezeichneter Anfang.

 

Die Wiesn-Zeit ist für die Servicekräfte in den Festzelten sehr stressig. Die Männer und Frauen schleppen die Bierkrüge und Berge von Essen vom Tresen zu den Gästen. Das ist körperlich anstrengend und gleicht beinahe einem Marathon.

Leider denken einige Besucher, dass ab 1,5 Promille die Grundregeln des Anstands nicht mehr gelten. Dass dann selbst die größte Frohnatur schlechte Laune bekommt und nur noch ruppig bedient, ist menschlich und damit verständlich. Doch es ist ganz einfach, sich mit seiner Bedienung im Festzelt gut zu stellen.

 

Oktoberfest-Knigge: Der gute Gast kennt die Bedeutung der Worte Bitte und Danke

Mit Betreten der Theresienwiese gibt man nicht automatisch auch sein gutes Elternhaus und die Erziehung ab. Die Bedienung freut sich über ein fröhliches Hallo vor der Bestellung. Auch „Bitte“ und „Danke“ können Wunder bewirken. Selbstverständlich darf gerne in ganzen Sätzen mit Subjekt – Verb – Objekt gesprochen und auch bestellt werden. Wer bloß knurrig „Eine Maß!“ in die Runde schreit, hat den ersten Eindruck komplett vermasselt.

 

Oktoberfest-Knigge: Als Gruppe zusammen bestellen

Wenn in größeren Gruppen jeder einzeln bestellen würde, brächte dies Servicekräfte an den Rand des Zusammenbruchs, weil sie wegen jeder Maß und jedem Gericht extra laufen müssten. Wer die nächste Runde ordern möchte, sollte bei den Tischnachbarn nachfragen, ob noch jemand etwas möchte. Die Bestellung wird dann gemeinsam abgegeben. Das hat einen weiteren Vorteil: Speisen und Getränke sind sehr wahrscheinlich schneller da. Was viele nämlich nicht wissen: Für die Bedienungen sind die Wege in den Festzelten lang. Sowohl an den Zapfhähnen als auch an den Essensausgaben müssen sich die Männer und Frauen in Stoßzeiten anstellen. Wenn keine Sammelbestellung erfolgt, kann die Bedienung den Wünschen der Besucher einfach ab einem gewissen Punkt nicht mehr nachkommen.

 

Oktoberfest-Knigge: Geben Sie ein angemessenes Trinkgeld

Die Oktoberfest-Bedienungen sind auf das Trinkgeld ihrer Gäste angewiesen, denn sie bekommen keinen festen Stundenlohn oder ein fixes Gehalt. Sie kaufen auf eigene Rechnung den Wiesn-Wirten das Bier und Essen ab und geben diese Kosten mit einem kleinen Aufschlag an die Gäste weiter. Geht dann ein Bierkrug aufgrund eines Remplers zu Boden, so ist das ihr Schaden. Ungefähr die Hälfte des Verdienstes ergibt sich aus dieser kleinen Gewinnspanne. Die andere Hälfte muss das Trinkgeld auffüllen. Ein ordentliches Trinkgeld ist daher ein Zeichen des Respektes. Wer sich für über 10 Euro eine Maß Bier schmecken lässt, kann auch der Bedienung einen Euro als Trinkgeld geben.

 

Oktoberfest-Knigge: Die eigenen Grenzen kennen

Auf dem Oktoberfest kann jeder natürlich so viel trinken, wie er möchte. Wenn sich jemand jedoch einen ganzen Nachmittag an einer Maß festhält, wird er garantiert nicht zum Lieblingsgast bei den Kellnern und Kellnerinnen aufsteigen, denn mit ihm lässt sich einfach kein Geld verdienen.

Doch auch exzessive Trinkgelage werden bei den Servicekräften nicht gern gesehen – vor allem dann, wenn die Gäste ihre Grenzen nicht mehr kennen und das Selbstbewusstsein in astronomische Sphären gestiegen ist. Ganz oben im Oktoberfest-Knigge bei den „Geht gar nicht“-Punkten steht:

  • Pippi machen unter den Tisch ist verboten!
  • Das eben Gegessene und Getrunkene wieder hervorzuholen, ist zu unterlassen!
  • Heimliches Rauchen fällt trotz der Menschenmassen auf und ist untersagt!
  • Auch wenn die Stimmung kocht und es sehr warm und stickig im Festzelt ist, die Hosen bleiben an!
  • Am Tisch wird nicht geschlafen, denn Schläfer nehmen anderen Gästen den Platz weg!

 

Oktoberfest-Knigge: Die Finger bleiben auf dem Tisch

Für manchen leicht Angetrunkenen mag es Liebe auf den ersten Blick sein: Die Kellnerin im feschen Dirndl, die frisches Bier herbeibringt und sich mit einem wunderschönen Lächeln fürs Trinkgeld bedankt. Es kommt gar nicht so selten vor, dass dies als Einladung für mehr verstanden wird. Dann versuchen Halbstarke der Bedienung unters Dirndl zu fassen, in die Bluse zu schauen oder sie bei der Bestellung fest an sich zu drücken.

Körperkontakt mit weiblichen Bedienungen kann Ärger nach sich ziehen. Wer zu aufdringlich wird, wird entweder nicht mehr bedient oder die Security spricht sogar einen Zeltverweis aus.

 

Oktoberfest-Knigge: Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Selbst im größten Oktoberfesttrubel sind die Wartezeiten in den Festzelten in der Regel gering. Bislang ist in der Geschichte des Oktoberfestes wirklich noch niemand beim Warten auf die Maß verhungert oder verdurstet. Eine Viertelstunde Zeit sollten Sie der Bedienung allerdings schon geben, bevor Sie sie dezent daran erinnern, dass Sie bereits eine Bestellung aufgegeben hatten. Doch bleiben Sie hier wirklich bei der Wahrheit und versuchen Sie nicht mit falschen Zeitangaben wie z. B. „Wir warten hier schon seit einer dreiviertel Stunde aufs Bier“ Druck aufzubauen. Die Bedienungen wissen genau, wer, wann, wo bestellt hat.

 

Oktoberfest-Knigge: Hier ist mein Platz. Hier bleibe ich vorerst.

Nervig für die Servicekräfte sind all jene Gäste, die sich schnell ein Bier bestellen und dann einfach verschwinden. Beispielsweise weil sie vor dem Zelt noch eine Zigarette rauchen müssen. Oft ist es so, dass die Bedienung mit dem Bier an den Tisch kommt und dann den Besteller nicht mehr vorfindet. Die Männer und Frauen vom Servicepersonal haben weder die Zeit noch die Muße den Gästen hinterherzulaufen und sie zu suchen. Im Trubel der Festzelte ist es auch schwer möglich, einzelne Personen ausfindig zu machen.

 

Oktoberfest-Knigge: Maßkrüge sind keine Souvenirs

Nicht wenige Besucher kommen auf die Idee, dass so ein Maßkrug doch ein wunderbares Erinnerungsstück an die Wiesn sei. Und schwupps ist das gute Stück im Rucksack gelandet und soll aus dem Zelt geschmuggelt werden. Das ist keine gute Idee. Rucksäcke sind bei der Zelt-Security eh immer verdächtig. Es werden daher sehr häufig Taschenkontrollen gemacht. Ein erwischter Maßkrug-Dieb bekommt Ärger, denn das Entwenden ist schließlich kein Kavaliersdelikt.

 

Oktoberfest-Knigge: Wo Fremde zu Freunden auf Zeit werden

Seit jeher ist das Oktoberfest ein sehr kommunikatives Volksfest. Die Menschen aus nah und fern treffen sich auf der Theresienwiese und wollen einfach eine gute Zeit miteinander verbringen.

Die Festzelt-Tische sind immer für zehn Personen ausgelegt. Doch manche Leute wollen allein feiern und schicken dann alle, die fragen „Ist hier noch ein Platz frei?“ weiter. Für die Bedingungen ist das doppelt ärgerlich, denn einerseits verderben die Spaßbremsen die Laune der anderen Gäste. Andererseits können die Bedienungen an den ihnen zugewiesenen Tischen nicht den Umsatz machen, der möglich wäre. Doch nur indem sie möglichst viel Bier und Speisen verkaufen, ist das Oktoberfest für sie kein Nullsummenspiel.

 

Oktoberfest-Knigge: Nicht am falschen Ende sparen

Die Speisen in den Zelten sind zwar einerseits super lecker, andererseits machen sich die bayerischen Schmankerln auch schnell im Geldbeutel bemerkbar. Billig gibt’s halt woanders. So mancher Sparfuchs wittert das große Schnäppchen und bestellt sich einfach einen Knödel mit Soße für 3,50 Euro. Für die Bedienung ist das fast ein Minusgeschäft. Einerseits lassen sich die tiefen Teller nicht gut tragen. Bei den langen Wegen kommt es häufig vor, dass heiße Soße über die Hände rinnt. Dass sich die Kellner und Kellnerinnen da kein Bein ausreißen, ist verständlich, denn sie wissen, der Verdienst ist minimal und der Knauser wird garantiert kein vernünftiges Trinkgeld geben.

 

Machen Sie es sich und vor allem den Männern und Frauen beim Bedienen nicht schwer! Oktoberfest-Besuchern sei daher ein Rat ans Herz gelegt: Wer ordentlich feiern will, muss auch nett zur Bedienung sein!

 

Disclaimer
familien-gesundheit.de stellt ausschließlich Beiträge für Informationszwecke bereit. Die Hinweise und Informationen sind nicht zur Selbstbehandlung geeignet. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch, keine professionelle Beratung, keine individuelle Untersuchung oder fachkundige Behandlung durch ausgebildete und anerkannte, im Gesundheitswesen tätigte Experten wie z. B. Ärzte, Apotheker, Hebammen oder Physiotherapeuten.