Der erste Geburtstag

Tipps für einen entspannten 1. Geburtstag

Der erste Geburtstag ist besonders für die Eltern ein großer Meilenstein im Leben des Nachwuchses. Für Mama und Papa ist es Anlass genug, auf die hinter ihnen liegende, aufregende und ereignisreiche Zeit zu schauen: auf die Schwangerschaft, auf die Geburt, auf die ersten Entwicklungsschritte, auf viele durchwachte Nächte, vielleicht auch schon auf die ersten tappsigen Gehversuche und das erste Wort. In die Wehmut, dass das Geburtstagskind so langsam dem Babyalter entwächst, mischt sich natürlich auch Stolz und Freude. Und natürlich möchten sie an diesem besonderen Tag auch den Grundstein für ganz viele Familientraditionen legen: beispielsweise das Familienfoto, den geschmückten Geburtstagstisch, den Geburtstagskuchen, Wiener Würsten und Kartoffelsalat als Geburtstagsessen und und und.

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Viele Eltern grübeln, ob sie den ersten Geburtstag aufwändig feiern sollten oder ob es doch besser ist, den Tag nur im allerkleinsten Kreis zu begehen?

 

Es ist mehr als verständlich, dass die Eltern ihrem kleinen Schatz den Ehrentag so schön wie möglich machen und eine große Babyparty feiern möchten. Es droht jedoch die Gefahr, über das Ziel hinauszuschießen. Es ist mittlerweile in manchen Kreisen nicht unüblich, dass Eventplaner engagiert werden, um die große Mottoparty für den ersten Geburtstag zu planen und das Heim aufwändig zu dekorieren. Der Handel, der natürlich Geburtstagsdekorationen, Essen und Getränke für viele Gäste verkaufen möchte, befeuert die Wünsche entsprechend. Um dieser Gefahr aus dem Weg zu gehen, sollten Sie sich als Eltern jedoch ganz genau überlegen, was das Geburtstagskind mag und was das Beste für das Kind ist. Das Planen des ersten Geburtstages entlang dieser Bedürfnisse sorgt nämlich dafür, dass es ein wirklich schöner und entspannter Tag wird.

 

Für den ersten Geburtstag gilt: Klein aber fein

Der erste Entwurf für die Gästeliste zum ersten Geburtstag ist meist viel zu lang. Im zweiten Schritt sollten Sie besser die Gästezahl beschränken. Neben den wichtigsten Bezugspersonen, nämlich Mama und Papa, sollten die Großeltern und die Paten eingeladen werden. Zu viele Gäste wie z. B. andere Mütter aus dem Rückbildungskurs bzw. auch andere Kleinkinder aus der Krabbelgruppe könnten schnell zu viel werden, denn Lautstärke, Unruhe und Ungewohntes führen zur Reizüberflutung und damit zu einem quengeligen Kind. Das muss nicht sein. Halten Sie es lieber klein, aber fein! Schenken Sie stattdessen dem kleinen Mann bzw. der kleinen Prinzessin ganz viel Zeit und Aufmerksamkeit. Es ist schließlich noch ganz viel Zeit für die großen Kindergeburtstage! Dann kann der Nachwuchs auch schon seine Wünsche und Ideen äußern.

 

 

Für den ersten Geburtstag bietet die Faustregel „So viele Geburtstagsgäste wie Lebensjahre“ einen guten Anhaltspunkt. Zu viele Gäste überfordern die Kleinen, denn mehrere Gäste bedeutet auch viele Gesichter und Stimmen und dann will ja auch jeder mal das Geburtstagskind knuddeln und ein Foto machen. Dazu kommen die Geschenke, die auch gleich ausgepackt und bespielt werden müssen. Das ist anstrengend und macht schneller müde.

Selbst auf die Gefahr, dass sich die Urgroßtante und der Cousin fünften Grades mütterlicherseits auf den „Schlips getreten“ fühlen, versuchen Sie, die Feier so klein wie möglich zu halten und greifen Sie auf den Trick zurück, den Besuch zu staffeln. Am Geburtstag selbst dürfen beispielsweise nur Mama, Papa und die Patentante bzw. der Patenonkel feiern. Am nächsten Tag kommen die Großeltern an die Reihe und am darauffolgenden Wochenende sind Tante und Onkel samt ihren Familien eingeladen. Das mag zwar auf den ersten Blick nach anstrengenden Tagen klingen. Es sorgt aber beim Geburtstagskind für weniger Stress und die Feierlichkeiten im Rahmen des ersten Geburtstages dürften wesentlich entspannter und harmonischer ablaufen.

 

Der familien-gesundheit.de-Tipp

Ehrgeiz ist fehl am Platze

Versuchen Sie sich gar nicht erst am Selberkochen des großen Geburtstagsmenüs oder am perfekten Ausdekorieren der dreistöckigen Glitzer-Einhorn-Regenbogen-Geburtstagstorte. Sie stehen sonst nämlich nur den ganzen Tag in der Küche und sind extrem angespannt.

Seien Sie vielmehr schlau! Gönnen Sie sich und Ihren Liebsten besser einen Profi: Der Kuchen stammt vom Bäcker oder aus der Supermarkt-Tiefkühltruhe. Und am Abend liefert der Pizzabote die Pizza vom Lieblingsitaliener frei Haus! Sie haben den Kopf frei und mehr Zeit, sich um das Geburtstagskind und die Gäste zu kümmern.

 

Liebe und viel Zeit sind die besten Geschenke am 1. Geburtstag

Ein Kleinkind hat noch keine Vorstellung von Kindergeburtstag. Es kommt auch nicht wirklich auf die Geschenke an, denn Spielzeug wie ein Fühlbuch oder ein Stofftier hat heutzutage jedes Kind genug. Das Geburtstagskind merkt jedoch, dass die Stimmung besonders ist. In diesem Zusammenhang bedeutet besonders jedoch nicht automatisch auch anders. Der Familienausflug in den Zoo, ins Schwimmbad oder in den Indoorspielplatz darf ruhig verschoben werden. Die Geburtstagsfeier für den ersten Geburtstag sollte besser in den eigenen vier Wänden stattfinden, wo sich das Kind sicher und geborgen fühlt, denn selbst kleine Weltentdecker brauchen die Möglichkeit, sich ab und an zurückzuziehen und sich vom Geburtstagsstress zu erholen. Die Beibehaltung der normalen Tagesstruktur bietet weitere, wichtige Fixpunkte und hilft bei der Verarbeitung der vielen Eindrücke.

Der erste Geburtstag bietet sicherlich Anlass genug, um ein paar Traditionen wie die Geburtstagstorte, die Geburtstagskerze oder das Geburtstagsständchen einzuführen. Ein aufwändiges „Party-Programm“ mit minutengenauem Timing ist dagegen kontraproduktiv. Schlafen, Essen und Spielen – mehr braucht es wirklich nicht. Und das schönste Geschenk gibt es eh nicht zu kaufen bzw. es lässt sich ganz einfach organisieren: viel Liebe und viel Zeit.