Den richtigen Zeitpunkt fürs Duschen finden: morgens oder abends?

Auf den Duschtyp kommt es an!

Für viele Menschen gibt es keinen besseren Start in den Tag als unter der Dusche. Andere schwören auf das abendliche Abduschen, um buchstäblich den Stress des Tages abzuwaschen. Hat der Zeitpunkt des Duschens Auswirkungen oder ist es eigentlich egal, wann wir duschen? Diese Frage mag nebensächlich erscheinen, jedoch können wir mit dem Duschen gezielt unsere Muskeln, den Kreislauf aber auch das Wohlbefinden beeinflussen. Am Ende muss jeder Mensch für sich selbst herausfinden, wann für ihn der beste Zeitpunkt zum Duschen ist. Fertige Patentrezepte gibt es leider nicht.

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Welcher Duschtyp sind Sie? Duschen Sie lieber morgens oder abends? Oder vielleicht sogar zweimal am Tag? Welcher Zeitpunkt welche Vorteile bietet, hat die Redaktion von familien-gesundheit.de hier zusammengetragen.

 

Das Wort „Warmduscher“ verwenden viele meist ironisch und würden nie freiwillig zugeben, dass sie lieber dieser Fraktion angehören, als kalt zu duschen. Doch Freunde des heißen und langen Duschens gibt es landein, landauf zuhauf. Sie schätzen am warmen Wasserstrahl, dass er die Muskeln entspannt. Außerdem weiten sich durch die Wärme die Blutgefäße, sodass der Blutdruck etwas absinkt. Wer vor der Dusche stressbedingt auf „180“ war, kommt unter der Dusche auf ein deutlich gesünderes Stresslevel. Nach einem anstrengenden Tag wird Duschen daher vielfach als eine Wohltat empfunden. Die nachweisliche Entspannung hilft auch dabei, dass wir schneller müde werden und besser einschlafen können

 

Duschen ist besser als Schlaftablette

Wer Einschlaf- Probleme hat, sollte definitiv abends duschen und beim Duschen nach Möglichkeit bereits das Licht dimmen. Dann kann der Körper schon während des Duschens damit beginnen, das Schlafhormon Melatonin auszuschütten. Es sorgt dafür, dass die Augenlider schwer werden und wir uns wie magisch vom Bett angezogen fühlen.

Morgenmuffel, die wirklich jede Minute für ihren Schönheitsschlaf benötigen, sollten ebenfalls abends unter die Dusche hüpfen und das morgendliche Wellness- & Beauty-Programm aufs Allernotwendigste zusammenstauchen.

 

Für Allergiker gilt: Bitte keine Allergene mit ins Schlafzimmer nehmen

Vor allem Allergiker – egal ob sie jetzt allergisch auf Pollen oder auf Tierhaare reagieren – sollten abends duschen. Der Wasserstrahl sorgt dafür, dass an der Haut oder den Haaren haftende Allergene abgespült werden und somit nicht im Schlafzimmer auf dem Kopfkissen oder der Bettdecke landen können. Das reduziert mögliche nächtliche Niesattacken deutlich und sorgt so für einen erholsameren Schlaf.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) rät darüberhinaus, ebenfalls eine Nasendusche vor dem Schlafengehen in der Abendroutine zu etablieren. Auch hierbei werden gezielt Allergene aus der Nasenschleimhaut gespült. Sie können dann nicht mehr zu lästigen Symptomen wie Fließschnupfen führen. Allergiker sollten außerdem die Kleidung, die sie auf der Straße oder im Büro trugen, nicht im Schlafzimmer aufbewahren. An Jacken, Hosen und Blusen können ebenfalls Allergene haften. Sie würden sich dann in der Raumluft verteilen und könnten Beschwerden verursachen.

 

Bei trockener Haut besser abends duschen

Manche Menschen besitzen eine sehr trockene Haut, die schnell rissig wird und anfängt zu jucken. Für sie ist die abendliche Reinigung schonender. So kann sich über Nacht der wichtige Schutzmantel der Haut leichter erholen. Wer bei trockener Haut morgens duscht, läuft außerdem Gefahr, dass enge Kleidung an der durch das Wasser aufgeweichten Haut reiben könnte, was zu Rötungen und im schlimmsten Fall zu offenen Stellen führen könnte. Beim morgendlichen Duschen muss es meist auch schnell gehen, dann ist für pflegende Bodylotions oder Pflegeöle keine Zeit. Abends haben die auf die gereinigte Haut aufgetragenen Pflegeprodukte jedoch genügend Zeit zum Einziehen und zur Entfaltung ihrer schützenden Wirkung.

Auch eine Körperrasur, egal ob Beine und/oder Axeln, sollte abends gemacht werden. Die Haut hat so über Nacht die Gelegenheit, sich zu beruhigen. Die häufig nach einer Rasur auftretenden Rötungen klingen ebenso schneller ab, denn durch die Nachtwäsche kommt mehr Luft und Sauerstoff an die Haut als bei normaler Kleidung tagsüber.

 

Duschgel, Seife oder gar nichts? Wie Sie richtig duschen!

Unsere Haut braucht im Normalfall keine besonderen Reinigungszusätze. Sie besitzt quasi von Natur aus ein Selbstreinigungsprogramm. Jedoch kann dieses manchmal etwas Unterstützung gebrauchen – beispielsweise wenn es darum geht, klebrige Reste von Sonnenmilch, von Salzwasser oder von Chlor wieder loszuwerden.

Ist die Haut sehr empfindlich und spröde, ist lauwarmes Wasser die beste Wahl. Es sorgt dafür, dass Schmutzpartikel abgespült werden, ohne die Haut zusätzlich zu reizen. Auf Duschgel sollten Betroffene nach Möglichkeit ganz verzichten. Viele möchten jedoch auf den cremigen Schaum beim Einseifen und den frischen Düften bei den Duschgelen nicht gänzlich verzichten. Hier sollte nach Möglichkeit auf ganz milde Produkte mit pflegenden Inhaltsstoffen zurückgegriffen werden. Diese sind oftmals ph-neutral und enthalten deutlich weniger reizende Stoffe.

 

Mit Frischekick in den Tag starten: Morgens duschen

Sie haben morgens das Problem, nach dem Aufstehen überhaupt „in den Tritt“ zu kommen. Steigen Sie am besten unter die Dusche, denn das bringt den Kreislauf ganz schnell in Schwung und sorgt so für die benötigte Energie. Als besonders effektiv haben sich hierbei Wechselduschen bewährt. Sie regen die Blutzirkulation an und sorgen für eine Belebung von Körper und Geist. Nicht umsonst kommen einem unter der Dusche schließlich immer die besten Ideen! Bei den Wechselduschen sollten Sie darauf achten, dass sie sich von den warmen hin zu den kalten Temperaturen vorarbeiten.

 

Wie oft sollte man duschen?

Dermatologen raten, nicht täglich zu duschen, sondern eher auch mal ein, zwei Tage zu pausieren, damit der natürliche Säureschutzmantel der Haut Zeit bekommt, sich zu regenerieren. Er macht schließlich den Keimen auf der Haut das Leben schwer. Zu häufiges Duschen schadet der Hautbarriere, denn sie wird aufgeweicht und durchlässig. Dann haben Pilze und Bakterien leichteres Spiel.

An heißen Tagen, an denen wir stark schwitzen, ist Nicht-Duschen natürlich keine Option. Da gehört die Abkühlung per Wasserstrahl zum Wohlfühlprogramm. Doch auch an solchen Tagen sollten wir es nicht übertreiben und höchstens morgens und abends duschen. Zweimal am Tag zu duschen, bedeutet für unsere Haut auf Dauer leider puren Stress.