Clean Meat – sauberes Fleisch aus Stammzellen

Aus dem Labor frisch auf Tisch: Schnitzel und Hühnchen

Fleisch zu produzieren, ohne dass dafür Tiere in Käfigen gehalten und sterben müssen: An dieser Vision arbeitet das kalifornische Start-up Memphis Meats. Es will für den Verbrauchermarkt „clean meat“, also „sauberes Fleisch“, anbieten und arbeitet daher an der Entwicklung von Fleisch aus Stammzellen.

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Schnitzel mit Pommes sind ein beliebtes Gericht. Doch leider besteht ein Kalb oder Hähnchen nicht nur aus Schnitzelfleisch. Bei der Fleischproduktion fallen auch jede Menge unattraktive Teile an. Das kostet Ressourcen. Anders ist das bei der Produktion von künstlichem Fleisch aus Stammzellen im Labor. Hier entstehen nur jene vom Verbraucher nachgefragten Fleischteile – ganz ohne Massentierhaltung. Es gibt quasi keinen Abfall. Clean Meat, das saubere Fleisch, könnte die Fleischproduktion revolutionieren und einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

 

In Zukunft könnte das Fleisch also nicht mehr vom Bauernhof, sondern aus dem Labor kommen. Dort würden aus Stammzellen die vom Verbraucher gern gekauften Fleischstücke wie Schnitzel, Steak oder Filet entstehen. Je nachdem, ob Stammzellen vom Rind, Schwein, Ente oder Huhn verwendet werden, wird helles oder dunkles Fleisch produziert.

 

Ressourcen schonen: Nur attraktive Fleischteile könnten produziert werden

Nachdem bereits der Stammzellen-Burger großes Aufsehen und mediales Interesse erregte, stellte Memphis Meats im März erstmals Chicken Nuggets auf Stammzellen-Basis vor. Das Unternehmen will nichts geringeres, als die Fleischproduktion zu revolutionieren und die Massentierhaltung überflüssig machen. Neben der Vermeidung von Tierleid kann sauberes Fleisch noch einen weiteren Vorteil in die Waagschale werfen: Bislang fallen bei der konventionellen Fleischproduktion auch jede Menge weniger attraktive Tierteile an. Sie werden der Verwertung zugeführt. Im besten Fall entsteht daraus noch Hundefutter. Wenn man nun ganz genau auf den Verbrauchermarkt zugeschnittene Fleischstücke produzieren könnte, würden auch deutlich weniger Ressourcen an Wasser und Energie beansprucht. Clean Meat konnte so einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels leisten.

 

Namhafte Investoren bei neuer Finanzierungsrunde

Nun gab es für Memphis Meats eine neue Finanzierungsrunde, um weiter an der Perfektionierung der Methoden arbeiten zu können. Sowohl Microsoft-Gründer Bill Gates als auch der Virgin-Chef Richard Branson glauben an die Idee und unterstützen die Clean-Meat-Entwicklung. Bis es das Laborfleisch aus Stammzellen jedoch im Supermarkt zu kaufen gibt, wird es noch eine ganze Weile dauern. Aktuell soll ein Chicken Nugget aus dem Labor noch 9.000 Dollar kosten. Produkte für den Endverbraucher möchte Memphis Meats nach eigenen Angaben frühestens ab 2021 anbieten. Danach muss sich das „Stammzellen-Fleisch“ beim Verbraucher bewähren, denn noch ist nicht klar, ob der Kunde am Ende das Laborfleisch als echte Alternative zum einst auf der Weide gestandenem Rindersteak sieht.

 

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