Cholesterin als Risikofaktor für Alzheimer

Was Forscher über den Zusammenhang von Cholesterin & Alzheimer wissen

Wissenschaftler haben Hinweise darauf entdeckt, dass erhöhte Cholesterinwerte mit Alzheimer in Verbindung stehen könnten. Familien-gesundheit.de bringt Ihnen dieses spannende Thema nah.

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Alzheimer wird im Volksmund auch die „Krankheit des langsamen Vergessens“ genannt. Sie ist die häufigste Demenzerkrankung weltweit und betrifft in der Regel ältere Menschen.

 

Alzheimer – Die Erkrankung des „Vergessens“

Alzheimer, auch als Morbus Alzheimer bezeichnet, gehört zu der Gruppe der Demenzerkrankungen. Unter Demenzerkrankungen werden neurodegnerative Krankheiten zusammengefasst, die sich auf Gedächtnisstörungen beziehen. Aktuell sind in Deutschland etwa 1,7 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Die meisten Betroffenen sind am Demenz-Typ Alzheimer erkrankt. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. gibt an, dass alle 100 Sekunden ein Mensch in Deutschland an Demenz erkrankt. Weltweit liegt die Zahl der Demenzerkrankten bei rund 47 Millionen.

Neben der allgemeinen Vergesslichkeit gehören folgende Leitsymptome zum Morbus Alzheimer:

  • Gedächtnis- und Orientierungsstörungen
  • Sprachstörungen
  • Störungen des Denk- und Urteilsvermögens
  • Veränderungen der Persönlichkeit.

Grundsätzlich charakterisieren Mediziner die Alzheimererkrankung wie folgt:

  • Alzheimer gehört zu den neurodegenerativen Gehirnerkrankungen.
  • Charakteristisch ist ein schleichender, nahezu unmerklicher Beginn der Alzheimererkrankung.
  • Kennzeichnend für Alzheimer ist der langsam fortschreitende Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten.
  • Der Untergang der Nervenzellen und Nervenzellkontakten ist unumkehrbar und gegenwärtig unheilbar.
  • Im Gehirn von Alzheimer-Patienten sind typische Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) festzustellen, die für die Zerstörung der Nervenzellen verantwortlich sind.
  • Die Zerstörung der Nervenzellen ziehen Gehirnschädigungen bei Alzheimer nach sich. Diese Gehirnschädigungen sind für die typischen Symptome verantwortlich.
  • Der Hauptrisikofaktor für Morbus Alzheimer ist das Alter („Späte“ Alzheimererkrankung Late-Onset-Alzheimer)
  • Zwei Prozent aller Alzheimerpatienten in Deutschland sind jedoch jünger als 65 Jahre. Dieser Alzheimertyp wird als „frühes“ Alzheimer (Early-Onset Alzheimer) bezeichnet.
  • Wissenschaftliche Studien haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die Cholesterinwerte im Gehirn einen Einfluss auf die Entstehung von Alzheimer haben könnten.

 

Das „Böse“ Cholesterin und die Alzheimer-Gefahr

Cholesterin an sich ist eine lebenswichtige Substanz, die maßgeblich für den Zellaufbau und Stoffwechselvorgänge im Gehirn verantwortlich ist. Etwa drei Viertel des Cholesterins stellt unser Organismus selbst her. Nur ein Viertel davon nehmen wir durch unsere Nahrung auf. Es können zwei verschiedene Cholesterin-Arten unterschieden werden: HDL-Cholesterin („gutes“ Cholesterin) und LDL-Cholesterin ( „böses“ Cholesterin). Das LDL-Cholesterin gilt insbesondere als ein Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Arteriosklerose, Bluthochdruck) und Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen). Ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut wird in der Fachsprache als „Hypercholesterinämie“ (hyper = zu viel; -ämie = im Blut) bezeichnet. Insbesondere ein ungesunder Lebensstil, wie z. B. Rauchen, fettige und unausgewogene Ernährung sowie Bewegungsmangel können eine Hypercholesterinämie begünstigen.

Bereits vor etwa 15 Jahren wurde auf einen Zusammenhang zwischen dem Cholesterinspiegel und Alzheimer hingewiesen.[6] Weitere Forschungen bestätigten diesen Verdacht, dass LDL-Cholesterin den Prozess der Alzheimerentstehung negativ begünstigt.

Folgende wissenschaftliche Aussagen lassen sich hinsichtlich des Cholesterin-Alzheimer-Zusammenhangs treffen:

  • Unser Gehirn ist das Organ mit der meisten Cholesterin
  • Der Cholesterinstoffwechsel im Gehirn steht im Verdacht, mit der Bildung von Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) in Verbindung zu stehen. Die Amyloid-Plaques sind sehr wahrscheinlich für die Entstehung von Alzheimer.
  • Eine Behandlung mit cholesterinsenkenden Arzneien könnte das Risiko für Alzheimer.
  • Eine Therapie mit Statinen hat Einfluss auf die Bildung von Cholesterin im Gehirn. Statine werden bei der Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt.
  • Statine senken die Blutfettwerte und somit das LDL-Cholesterin. Dies mindert Krankheitsfolgen, wie z. B. Herzinfarkt.
  • Weniger Cholesterin im Blut und im Gehirn führt zu verminderten Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) im Gehirn. Somit sinkt die Gefahr für Alzheimer.

Obwohl einige wissenschaftliche Ergebnisse zeigen, dass Statine als Arzneimittel gegen Alzheimer eine Wirkung haben könnten, haben die Wissenschaftler auf diesem Fachgebiet noch immer viele Fragen zu beantworten.

Da es gegenwärtig keine Medikamente gegen die Alzheimererkrankung gibt, wäre ein medizinischer Durchbruch auf diesem Gebiet nicht nur wissenschaftlich ein großer Erfolg, sondern auch eine enorme Erleichterung für die an Demenz- und Alzheimer erkrankten Personen.

Doch auch heute kann jeder Mensch etwas tun, um sein persönliches Alzheimer-Risiko zu senken. Ärzte empfehlen als Prophylaxe eine gesunde Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft und viele soziale Kontakte. Außerdem ist es nie zu spät, ein neues Hobby oder eine neue Sprache zu erlernen. All das sorgt zusammen dafür, dass unser Gehirn möglichst lange fit bleibt.

 

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