Checkliste: Nabelschnurblut einlagern

Ihr Weg zum Nabelschnurblut-Depot einfach erklärt

Interessieren sich werdende Eltern für das Einlagern von Nabelschnurblut, so ist eine Reihe von Schritten zu beachten. Für die einmalige Gelegenheit zur Sicherung der neonatalen Stammzellen steht nur ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung.

Mit dieser von der Redaktion von familien-gesundheit.de zusammengestellten Checkliste zum Einlagern des Nabelschnurblutes vergessen Sie garantiert nichts und haben den Überblick über alle Schritte!

 

Checkliste Nabelschnurblut einlagern: Vor der Geburt

  • Informieren Sie sich rechtzeitig – im Idealfall bereits im 2. Schwangerschaftstrimester. Die Vorteile und Nachteile der Nabelschnurblut-Einlagerung sollten Sie als Paar gemeinsam diskutieren und überlegen, welche Aufbewahrungsform für Sie am besten ist: Die private Einlagerung oder die öffentliche Spende? Bei den einzelnen Nabelschnurblutbanken erhalten Sie am Service-Telefon fachkundige Beratung und Antworten auf all Ihre Fragen. In der Regel sind die Hotlines kostenfrei. Fordern Sie ruhig ebenfalls das Informationsmaterial zum Nachlesen an.
  • Haben Sie sich für eine Nabelschnurblutbank wie z. B. Vita 34 (privat) oder die DKMS (öffentlich) entschieden, müssen Sie dem Unternehmen den Auftrag erteilen, das Nabelschnurblut des Nachwuchses einzulagern. Viele Anbieter legen ihren Infobroschüren bereits einen Blanko-Vertrag bei. Dieser muss ausgefüllt und per Post oder Fax an die Nabelschnurblutbank gesendet werden.
  • Im Rahmen des Vertragsschlusses erhalten Sie im nächsten Schritt einen Fragebogen, der Risikofaktoren und die Krankengeschichte erfasst. Außerdem werden Sie vom jeweiligen Unternehmen nochmals separat über die Einlagerung und die Datenerfassung aufgeklärt. Der „gesamte Papierkram“ muss in der Regel mit einer Kopie des Mutterpasses an das Unternehmen zurückgeschickt werden.
  • Ungefähr sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin schickt Ihnen die Nabelschnurblutbank das Entnahmeset zu. Es handelt sich dabei um ein Paket, indem alle für die Nabelschnurblutentnahme und den Transport benötigten Utensilien steril verpackt sind. Das Paket kann so auch bei einem Kaiserschnitt mit in den Operationssaal.
  • Mit dem Entnahmepaket kommt bei privaten Nabelschnurblutbanken auch die Rechnung über die Anzahlung nach Hause. Seriöse Nabelschnurblutbanken verlangen nicht gleich die komplette Summe der Einlagerung. Zunächst muss lediglich eine Anzahlung geleistet werden, um die ersten Kosten für die Entnahme und Untersuchung abzudecken. Erst wenn das Nabelschnurblut erfolgreich entnommen wurde und feststeht, dass genügend Stammzellen für die Aufbewahrung enthalten sind, erfolgt die endgültige Abrechnung. Die Höhe der Kosten ist dann abhängig vom jeweils gewählten Paket und der Laufzeit.
  • Die Nabelschnurblutbank übernimmt die Vorabinformation Ihrer Wunschklinik, dass Stammzellen entnommen werden sollen. Am Tag der Tage müssen Sie das Entnahmepaket mit in die Klinik nehmen und dem diensthabenden Arzt bzw. der diensthabenden Hebamme übergeben.

 

Checkliste Nabelschnurblut einlagern: Geburt

  • Unmittelbar im Anschluss an die Geburt erfolgt die Abnabelung. Ist das Kind abgenabelt, wird die Nabelschnur punktiert und das noch vorhandene Nabelschnurblut aufgefangen – weder Mutter noch das Neugeborene bekommen davon etwas mit, da die Nabelschnur selbst keinerlei Nerven enthält. Der Vorgang ist schmerzfrei und risikolos.
  • Da jede Geburt anders ist, variiert auch die Menge des entnommenen Nabelschnurblutes. Durfte die Nabelschnur auspulsieren, kann es passieren, dass nicht genügend Nabelschnurblut mehr entnommen werden kann. Nichtsdestotrotz ist es dennoch möglich, ein Stück der Nabelschnur zu sichern und das Nabelschnurgewebe mit seinen Stammzellen einzulagern. Diese Form der Stammzelleinlagerung bietet in Deutschland jedoch nur eine private Nabelschnurblutbank an: Vita 34.

 

Checkliste Nabelschnurblut einlagern: Nach der Geburt

  • Ist das Nabelschnurblut entnommen und im Entnahmepaket für den Transport verstaut, informiert die Klinik den Kurier der Nabelschnurblutbank, der das Nabelschnurblut abholt und ins Labor zur Aufbereitung bringt. Der Kurierdienst ist auf den Transport von Blutpräparaten spezialisiert und weiß genau, worauf es ankommt: Auf Schnelligkeit, denn zwischen Entnahme und Einfrieren im Kryotank dürfen maximal 48 Stunden vergehen, damit die Stammzellen keinen Schaden nehmen.
  • Im Labor der Nabelschnurblutbank erfolgt die Kontrolle des Entnahmepaketes sowie die Erfassung der Daten von Mutter und Kind. Danach geht es ins Reinraumlabor, wo das Nabelschnurblut für das Einlagern aufbereitet wird.
  • Sind alle Parameter in Ordnung erfolgt das Einfrieren. Das Nabelschnurblut wird samt Stammzellen im Kryotank über flüssigen Stickstoff gelagert. Bei Temperaturen unter -180°C kommen alle Prozesse in den Zellen zum Erliegen, das bedeutet: Die Stammzellen altern im Kälteschlaf nicht.
  • Die Nabelschnurblutbank sendet Ihnen das sogenannte „Einlagerungszertifikat“ – einen Nachweis, dass die Einlagerung erfolgreich war. Erst dann wird die tatsächliche Rechnung gestellt.
  • Mit der Rechnung erhalten Sie in der Regel nochmals einen Fragebogen, der den Verlauf der restlichen Schwangerschaft sowie der Geburt abfragt. Diesen ausgefüllten Nachanamnesebogen müssen Sie wieder an die Nabelschnurblutbank per Post oder Fax zurückschicken.
    Bei öffentlichen Nabelschnurblutbanken entfällt dieser Punkt, denn die öffentliche Spende ist in der Regel kostenlos. Die Kosten des Einlagerns werden wiederum über Spenden getragen.
  • Private Nabelschnurblutbanken informieren Sie über die durchgeführten Qualitätskontrollen. In der Regel können Sie alle Informationen zu den eingelagerten Präparaten im Kundenportal einsehen und administrieren (z. B. Adressänderungen bei einem Umzug oder auch Namensänderungen bei Heirat oder Scheidung vornehmen).
    Bei öffentlichen Nabelschnurblutbanken entfällt dieser Punkt, denn mit der Spende geben Sie alle Rechte über die Verwendung des Nabelschnurblutes an die jeweilige Institution ab.